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"Ich steche dich ab": Werner S. (hier mit seinem Anwalt) wird gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.
"Ich steche dich ab": Werner S. (hier mit seinem Anwalt) wird gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.(Foto: dpa)
Montag, 11. Juni 2018

Messerattentat auf Bürgermeister: Angeklagter erhält Bewährungsstrafe

Urteil zum Messerattentat auf den Bürgermeister von Altena: Die Richter verurteilen den 56-jährigen Werner S. zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Sie bleiben damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Im Prozess um das Messerattentat auf den Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Altena ist der 56-jährige Angeklagte zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Landgericht verurteilte Werner S. wegen gefährlicher Körperverletzung, nachdem die Staatsanwaltschaft vom ursprünglich erhobenen Vorwurf des versuchten Mordes abgerückt war.

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Die Richter blieben beim Strafmaß unter der Anklageforderung von zweieinhalb Jahren Haft. Die Verteidigung hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.

Die Richter hatten am vergangenen Donnerstag den Haftbefehl gegen S. mit der Begründung aufgehoben, dass bei der Tat vom vergangenen November nicht mehr von einem Tötungsvorsatz des Mannes auszugehen sei. Dem schloss sich die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer am letzten Prozesstag an: Der 56-Jährige habe Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein nicht töten, sondern lediglich "in Todesangst versetzen" wollen.

S. hatte in dem Hagener Prozess jede Tötungsabsicht und fremdenfeindliche Motivation bestritten. Der für seine humane Flüchtlingspolitik bekannte Bürgermeister war bei dem Attentat leicht verletzt worden.

Vor der Tat in einem Dönerimbiss in Altena soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft den Bürgermeister mit den Worten "Ich steche Dich ab - Du lässt mich verdursten und holst 200 Ausländer in die Stadt" angeschrien haben. Altena gilt als Vorzeigekommune bei der Flüchtlingsintegration.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich in ihrem Schlussvertrag überzeugt, dass es keine Anhaltspunkte für Verbindungen von S. in die rechtsextreme Szene gebe. Vielmehr habe der Angeklagte in wirtschaftlich "prekären Verhältnissen" und sozialer Isolation gelebt.

Quelle: n-tv.de