Panorama

Geiselnahme in der Ukraine Angreifer hält 20 Menschen gefangen

Großeinsatz im Stadtzentrum von Luzk: Ein schwer bewaffneter Mann kapert einen Linienbus und nimmt die Insassen als Geiseln. Die Polizei riegelt den Tatort ab. Es fallen Schüsse. Die Lage ist unübersichtlich. Der Täter droht unter anderem mit versteckten Bomben.

Im Westen der Ukraine hat ein bislang unbekannter Angreifer im Stadtzentrum von Luzk einen Linienbus entführt und mit einem Blutbad gedroht. Der unter anderem mit einer Schusswaffe bewaffnete Mann nahm den Fahrer und etwa 20 Reisende als Geiseln. Der Mann habe auch Sprengsätze bei sich, teilte die Polizei mit. Vor Ort sollen Schüsse gefallen sein. Berichte über Verletzte liegen den Behörden bisher nicht vor.

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Tatort am Theaterplatz in Luzk: Im Inneren des Fahrzeugs hält der Täter seine Geiseln gefangen.

(Foto: REUTERS)

Das Tatmotiv und die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die Polizei umstellte den Tatort in der Innenstadt von Luzk. Spezialeinsatzkräfte gingen rund um den Bus in Stellung. Schauplatz der Geiselnahme ist der zentral gelegene Theaterplatz. In der Regionalmetropole leben rund 210.000 Einwohner. Die ukrainische Hauptstadt liegt rund 370 Kilometer weiter östlich. Bis zur polnischen Grenze sind es von Luzk aus weniger als 90 Kilometer.

Auf ersten Bildern vom Tatort ist der umstellte Linienbus zu erkennen. Augenzeugen zufolge befindet sich der Angreifer zusammen mit seinen Geiseln noch im Inneren des Fahrzeugs. Mindestens zwei Seitenscheiben des Busses weisen Schäden auf, die durch Schüsse verursacht worden sein könnten.

Den Berichten lokaler Medien zufolge soll der Täter seinen Hass auf das "System" erwähnt und sofort auf die eintreffenden Sicherheitskräfte gefeuert haben. Im Internet kursieren Hinweise auf ein mögliches Bekennerschreiben, in dem der Mann in russischer Sprache Forderungen gestellt und vor versteckten Sprengsätzen in der Stadt gewarnt haben soll.

Unbestätigten Angaben zufolge soll der Mann auch damit gedroht haben, an nicht näher genannten "belebten Orten" weitere Bomben zünden zu wollen. Die Polizei entsandte speziell geschulte Einsatzkräfte, die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer aufnehmen sollten.

"Wir verhandeln. Wirhoffen, die Lage auf dem Verhandlungsweg lösen zu können", sagte der stellvertretende Innenminister Anton Geraschtschenko. Er wies zugleich auf "den komplexen Geisteszustand" des Geiselnehmers hin. Der Mann soll von sich aus Kontakt zur Polizei aufgenommen haben und dabei auch seinen Namen genannt haben. Seine Angaben werden derzeit noch überprüft.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von "beunruhigenden Nachrichten aus Luzk". Es werde alles unternommen, die Situation gewaltlos zu lösen, erklärte er. Innenminister Arsen Awakow reiste nach Angaben seines Ministeriums nach Luzk, um eine Lösung der Krise zu koordinieren.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa

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