Panorama

Mordserie von Ex-Pfleger Anklage fordert lebenslange Haft für Högel

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Högel (li.) mit seiner Verteidigerin Ulrike Baumann.

(Foto: dpa)

Im Prozess gegen Patientenmörder Niels Högel fordert die Anklage für den ehemaligen Krankenpfleger eine lebenslange Gefängnisstrafe. Zudem soll auch eine besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Es ist bereits Högels zweiter Prozess.

Die Staatsanwaltschaft hat für den Ex-Krankenpfleger Niels Högel wegen 97 Morden eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Högel ist bereits wegen sechs Todesfällen am Klinikum Delmenhorst 2015 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der Deutsche muss sich seit Ende Oktober allerdings wieder vor dem Gericht verantworten. Er soll seine 34 bis 96 Jahre alten Opfer in den Jahren 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt haben.

Zugleich beantragte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann vor dem Landgericht die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. In drei der insgesamt 100 Fälle sah sie dagegen keine hinreichenden Beweise für eine Mordtat Högels.

Der angeklagte Deutsche habe aus Heimtücke und niederen Beweggründen die Arg- und Wehrlosigkeit derer ausgenutzt, die als Patienten besonderen Schutz bedurften, sagte die Anklagevertreterin in ihrem mehrstündigen Plädoyer. Högel soll über Jahre hinweg in zwei Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst Intensivpatienten getötet haben, indem er durch eigenmächtige Medikamentengaben lebensbedrohliche Zustände auslöste, um die Schwerkranken anschließend wiederzubeleben.

Vor allem in Delmenhorst ergaben Vergleiche von Dienstplänen mit Todesfällen extrem hohe Sterbefallzahlen, wenn Högel in der betreffenden Schicht arbeitete. Das Urteil wird Anfang Juni erwartet. Dann wird eine Gesamtstrafe gebildet, die auch vorangegangene Urteile miteinbezieht.  

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

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