"Schwierig, Zusagen zu machen"Astrazeneca-Vize erwartet Lieferengpässe

Zwar wird das Astrazeneca-Vakzin in Deutschland nach kurzer Unterbrechung wieder verimpft, doch es bestehen weiterhin massive Lieferrückstände. Feste Zusagen können wohl auch in Zukunft nicht gemacht werden, sagt der Vizechef des Konzerns. Grund sei das komplizierte Herstellungsverfahren.
Der deutsche Vizechef des Pharmakonzerns Astrazeneca hat vor weiteren Lieferproblemen beim Corona-Impfstoff gewarnt. "Ich kann nichts versprechen", sagte der stellvertretende Konzernchef Klaus Hinterding dem RBB mit Blick auf die künftigen Liefermengen. Es sei "schwierig, definitive Zusagen zu machen bei einem so komplexen Prozess wie der Herstellung eines Impfstoffes", sagte er weiter.
"Dass es dort natürlich auch mal Schwierigkeiten gibt bei der Produktion, das verwundert mich überhaupt nicht." Der Konzern kommuniziere "mit den entsprechenden Behörden transparent über Liefermengen, damit Sicherheit besteht und die zugesagten Impfungen auch verimpft werden können", sagte Hinterding. Astrazeneca steht derzeit wegen massiver Lieferrückstände an die EU in der Kritik.
Hinterding zeigte sich zudem optimistisch, dass das Vertrauen in den Astrazeneca-Impfstoff nach der vorübergehenden Aussetzung der Impfungen wieder steige. Möglicherweise habe die "hohe mediale Aufmerksamkeit" dazu geführt, "dass so ein paar Vorurteile ausgeräumt werden und wir jetzt wieder dazu kommen können, dass dieser Impfstoff verimpft wird, damit wir aus dieser Pandemie kommen".
Nach kurzer Aussetzung wegen der Untersuchung von gehäuft aufgetretenen Fällen von Blutgerinnseln laufen die Astrazeneca-Impfungen in Deutschland wieder an. Gesundheitsminister Jens Spahn zufolge rechnet die Bundesrepublik im zweiten Quartal mit nur etwa 15 Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Konzerns. "Das sind zwei bis drei Millionen Dosen weniger, als wir eigentlich erwartet hatten", so Spahn.