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Kunstaktion mit lebenden Tigern Berlin will "Flüchtlinge fressen" verbieten

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"Not und Spiele": Die Bezirksregierung will die Kunstaktion verbieten.

(Foto: dpa)

In Berlin protestiert eine Aktivistengruppe mit lebenden Tigern gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Ihre Drohung: Wenn Berlin ihre Aktion verhindert, sucht man Flüchtlinge, die sich den Tieren zum Fraß vorwerfen lassen. Eben das könnte nun eintreten.

Der Berliner Bezirk Mitte will die Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen" mit lebenden Tiger vor dem Maxim Gorki Theater stoppen. Der Leiter des Straßen- und Grünflächenamts Mitte, Harald Büttner, sagte dem Sender RBB-Inforadio, genehmigt worden sei eine Informationsveranstaltung. Tatsächlich handele es sich um eine "bewusste politische Provokation".

Büttner weiter: "Das Berliner Straßengesetz sieht politische Agitation im öffentlichen Raum nicht vor, sondern es handelt sich dann nach meiner Einschätzung um eine Versammlung, die beim Polizeipräsidenten anzumelden wäre." Diese Anmeldung sei nicht erfolgt. Deshalb ziehe der Bezirk nun seine Sondernutzungserlaubnis zurück. Außerdem sei eine Verfügung erlassen worden, die Aktion mit lebenden Tigern sofort zu beenden.

100 Syrer sollen eingeflogen werden

Die für Provokationen bekannte Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" fordert eine Änderung der Flüchtlingspolitik. Ihre Drohung: Andernfalls suche man Flüchtlinge, die sich den Tigern öffentlich zum Fraß vorwerfen lassen.

Die Gruppe will mit ihrer Aktion die Bundesregierung unter Druck setzen. Sie will am 28. Juni mit einem Flugzeug namens "Joachim 1" 100 Syrer aus der Türkei nach Deutschland zu ihren Angehörigen bringen lassen und sammelt dafür Spenden. Die Frage dahinter: "Warum können Flüchtlinge nicht einfach mit dem Flugzeug kommen?"

Der Plan: Wenn die Bundesregierung die Aktion verhindert oder sich nicht dazu äußert, werden Flüchtlinge gesucht, die sich in der Arena fressen lassen. Ernsthaft? "Wer uns kennt und unsere Arbeitsweise, der weiß, dass wir halten, was wir versprechen", sagte einer der Künstler.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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