Panorama

Uneindeutige Studienergebnisse Biontech/Pfizer testen Dreifach-Impfung bei Kindern

bb43ea874408f097e04fb013581eb174.jpg

In Deutschland sind in dieser Woche für Kinder zwischen fünf und elf Jahren bundesweit Impfungen angelaufen.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Kinder ab fünf Jahren können in der EU inzwischen geimpft werden. Das Vakzin von Biontech soll auch bei noch jüngeren Kindern eingesetzt werden, doch Studienergebnisse zeigen bisher keine überzeugenden Ergebnisse. Abhilfe könnte da eine dritte Dosis schaffen.

Das US-Pharmaunternehmen Pfizer und sein deutscher Partner Biontech wollen die laufenden klinischen Studien zum Corona-Impfstoff für kleinere Kinder anpassen. Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren sollen eine dritte Dosis erhalten, teilten die Unternehmen mit. Die Entscheidung sei gefallen, weil erste Daten zeigten, dass die Impfung bei Kindern zwischen zwei und fünf Jahren keine ausreichend starke Immunantwort hervorgerufen hatte. Der Kinderimpfstoff hat allerdings auch eine niedrigere Konzentration, und das Injektionsvolumen ist geringer.

Die dritte Impfstoffdosis soll frühestens zwei Monate nach der zweiten verabreicht werden. Damit dürften sich die bislang noch für dieses oder Anfang nächsten Jahres erwarteten Ergebnisse verzögern, die Unternehmen gehen nun von der "ersten Jahreshälfte 2022" aus.

Sicherheitsbedenken seien nicht festgestellt worden, hieß es. An der Studie nehmen den Unternehmen zufolge rund 4500 Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren aus mehreren Ländern teil. Für Kinder ab fünf Jahren ist der Impfstoff unter anderem in den USA und in der EU inzwischen zugelassen. Auch für Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren wollen Biontech und Pfizer nun noch eine dritte Impfdosis untersuchen.

In Deutschland sind in dieser Woche für Kinder zwischen fünf und elf Jahren bundesweit Impfungen angelaufen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hatte Anfang der Woche aber eine schlechte Organisation der Impfkampagne beklagt und auf Verzögerungen bei Impfstofflieferungen verwiesen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte Corona-Schutzimpfungen vergangene Woche zunächst nur für Kinder mit Vorerkrankungen oder mit Risikopatienten in ihrem Umfeld empfohlen. Auch für alle anderen Kinder soll die Impfung aber bei "individuellem Wunsch" möglich sein.

Kinderimpfungen seien sicher, betonte Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Das Risiko von Herzmuskelentzündungen sei so gering, dass Kinder besser geimpft als ungeimpft der Pandemie ausgesetzt werden sollten. Und gerade bei der neuartigen Omikron-Variante werde noch geprüft, ob diese insbesondere bei Kindern schwerere Krankheitsverläufe verursache.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen