Panorama

Spahn über Erfolg im Virus-Kampf Covid-19-Ausbruch "wieder beherrschbar"

Mitte März zwingt das Coronavirus Deutschland zur öffentlichen Vollbremsung. Die Einschränkungen zeigen Wirkung: Seit dem 12. April gebe es täglich eine höhere Zahl der Genesenen als der Neuinfizierten, sagt Gesundheistminister Spahn. Das Gesundheitssystem sei "zu keiner Zeit bis hierhin überfordert" gewesen.

Die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind nach Darstellung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erfolgreich gewesen. "Der Ausbruch ist - Stand heute - wieder beherrschbar und beherrschbarer geworden", sagte er bei der Bundespressekonferenz in Berlin. Mitte März habe es im Ausbruchsgeschehen eine sehr starke Dynamik gegeben. Daher hätten sich Bund und Länder zu einer "Vollbremsung" entschieden, erklärte Spahn. "Nun können wir sagen, das war erfolgreich. Wir haben es geschafft, das dynamische Wachstum zurückzubringen zu einem linearen Wachstum. Die Infektionszahlen sind deutlich gesunken, vor allem auch die relativen Steigerungen von Tag zu Tag."

Ermutigend sei auch, dass die Zahl der Neuinfektionen sinke, sagte Spahn. Seit dem 12. April gebe es täglich eine höhere Zahl der Genesenen als der Neuinfizierten. Das Gesundheitssystem sei "zu keiner Zeit bis hierhin überfordert" gewesen.

Ab Mai soll daher laut Spahn in den Krankenhäusern schrittweise zu einer "neuen Normalität" zurückgekehrt werden, in der auch aufgeschobene Operationen nachgeholt werden. Anfangs sollten aber weiterhin etwa 25 bis 30 Prozent der Intensivbetten für Corona-Patienten freigehalten werden.

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"Wirklich gute Zwischenergebnisse"

Mittlerweile wurden in Deutschland laut Spahn 1,7 Millionen Menschen auf das Coronavirus getestet. Derzeit gebe es wöchentlich etwa 350.000 Tests. Die theoretische Kapazität liege bei etwa 700.000 Tests pro Woche, wenn die erforderlichen Reagenzien vorlägen.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht Deutschland auf einem guten Weg. Es seien "wirklich gute Zwischenergebnisse" erreicht worden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei der Pressekonferenz mit Spahn. Zugleich warnte er vor übertriebenem Optimismus. Es handle sich um eine Momentaufnahme.

"Wir stehen immer noch am Anfang der Pandemie", betonte der RKI-Präsident. Deutschland habe eine "erste Welle ganz gut überstanden". Das Virus aber sei nicht verschwunden und werde weiterhin zu Infektionen führen. Die strikte Eindämmung von Krankheitsausbrüchen bleibe daher zentral. Es sei weiterhin dringend erforderlich, "Infektionsketten zu brechen", sagte er.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/rts