Panorama

Erste Corona-Welle überstanden Kliniken kehren zum Regelbetrieb zurück

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Eine Krankenpflegerin geht die Corona-Intensivstation im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden entlang.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mitte März einigen sich Bund und Länder auf Verschiebungen aller planbaren Operationen, um die Krankenhäuser für Corona-Fälle freizuhalten. Doch die Eindämmung des Virus zeigt Wirkung. Viele Kliniken können sich wieder um Patienten mit anderen Erkrankungen kümmern.

Die Krankenhäuser in Deutschland können nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Anfang Mai schrittweise "in einen Regelbetrieb" zurückkehren. Dank der ergriffenen Maßnahmen sei die erste Welle des Virus-Ausbruchs gut bewältigt worden, sagte er in der ARD. Dazu habe auch die Entscheidung von Mitte März beigetragen, planbare Operationen und Aufnahmen in Krankenhäusern zu verschieben.

"Wir haben vor vier Wochen Menschen, die auf eine Rücken-, auf eine Hüftoperation gewartet haben, die einen Termin hatten, gesagt, das wird verschoben", führte Spahn an. Das sei durchaus mit "seelischem und körperlichen Leid" verbunden gewesen. Ab Anfang Mai müsse in den Krankenhäusern eine neue Balance gefunden werden, die schrittweise auch aufgeschobene Behandlungen wieder zulasse. Denn natürlich brauche jeder mit einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder einer Knieoperation auch seine Behandlung, sagte Spahn. Seinen Angaben zufolge sollen dann noch 25 bis 30 Prozent der Intensivbetten für Covid-19-Patienten freigehalten werden.

*Datenschutz

Bund und Länder hatten sich Mitte März darauf verständigt, dass alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden, um die Krankenhäuser für Corona-Fälle freizuhalten. Deutschlandweit gibt es bisher mehr als 130.000 erwiesenermaßen infizierte Patienten, von denen knapp 75.000 inzwischen wieder genesen sind. Zuletzt war zudem die von Experten als besonders wichtig benannte Ansteckungsrate unter die angepeilte Marke von 1 gesunken: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steckt jeder Infizierte statistisch gesehen nur noch 0,7 weitere Menschen an.

Dies spiegelt sich in den Belegungszahlen der Krankenhäuser wider: Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sind deutschlandweit 11.245 von 26.457 Intensivbetten frei (Stand 16. April 12 Uhr), Reservebetten noch nicht mitgezählt. "Bis auf wenige Ausnahmen besteht keine Notsituation mehr", sagt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, im Gespräch mit ntv.de. "Wir haben in allen Bundesländern freie Kapazitäten."

Quelle: ntv.de, chr/dpa/rts