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Mittwoch, 05. Dezember 2018

Schmuddelwetter im Advent: "Das Wochenende könnte unschön werden"

Regen, düstere Wolken, ruppiger Wind - n-tv Meteorologe Björn Alexander hat keine angenehmen Aussichten für das Wochenende auf Lager. Erst danach wird es kälter und womöglich winterlicher. Und wie groß sind die Chancen auf Schnee zum Fest?

n-tv.de: Das ist schon ein ungewohntes Bild in diesem Jahr: Menschen mit Regenschirmen bevölkern die Gehsteige und Einkaufsstraßen in der Adventszeit. Wird das jetzt zu einem dauerhaften Zustand?

Björn Alexander: Vorerst einmal ja. Denn die nächsten Tage sind immer wieder nass, teils windig bis stürmisch und sehr mild. Erst im Laufe des Wochenendes klopft kältere Luft bei uns an. Allerdings bleibt es auch dabei zuerst auch noch äußerst ungemütlich mit weiteren Schauern und einem strammen Wind. Das Positive ist aber natürlich, dass es an den Flüssen und in den Stauseen seit vielen Monaten des Rückgangs endlich mal wieder ansteigende Wasserstände gibt. Und auch das Regensoll für den Dezember ist mancherorts bereits jetzt erfüllt. 

Wer raus will, sollte auch am Wochenende den Regenschirm nicht vergessen.
Wer raus will, sollte auch am Wochenende den Regenschirm nicht vergessen.(Foto: imago/Jan Eifert)

Wo war es denn bisher am nassesten?

Im Prinzip entlang der Mainlinie. Also von der Eifel über den Frankfurter Raum und dann rüber bis nach Franken. Dort sind zum Teil schon über 60 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Und in den kommenden Tagen kommen nochmals einige Liter hinzu. 

Wer bekommt am meisten ab?

Am nassesten ist es sicherlich im Bereich in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge bis runter an den Schwarzwald. Bis einschließlich Sonntag mit rund 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter. Aber auch ansonsten sind es gerne mal 20 bis 40 Liter. Etwas weniger Regen dürfte derweil nur von Thüringen bis rüber ins südliche Brandenburg und nach Sachsen fallen. Zu Beginn der nächsten Woche gehen die Temperaturen dann sukzessive weiter runter, so dass auch bis in tiefere Lagen Flocken fallen können und erst danach könnte sich mal eine trockenere Phase anschließen. Kurzum: erst viel Regen, dann immer häufiger Schnee und erst anschließend könnte es mal wieder freundlicher werden.

Lassen sich damit schon Rückschlüsse auf die "Weiße Weihnacht" ableiten?

Zumindest ist es jetzt eine sehr spannende Entwicklung, die mit dem Frühwinter in der nächsten Woche schon mal die Türe für die Mittelgebirge ein ganzes Stück aufmacht. Dass jetzt schon eine Einwinterung bis runter ins Flachland ansteht, sehe ich derzeit noch nicht. Es ist momentan einfach die große Frage, was zum Ende der kommenden Woche passiert. Einige Modellläufe deuten auf trockenes Hochdruckwetter hin. Andere eher auf nasskaltes bis kühles Tiefdruckwetter. Grundsätzlich würde ich die Chancen für Schnee zum Fest in diesem Jahr aber weiterhin höher sehen als in vielen Jahren zuvor.

Wie sind denn die Wetter-Karten für das kommende Adventswochenende gemischt?

Nach einem ziemlich regenreichen und windig-milden Freitag reißt der Wolkennachschub kaum ab. Aufgelockerte Momente sind bei den Wettercomputern am gesamten Wochenende kaum zu sehen. Am Samstag vielleicht am ehesten mal im Süden, am Sonntag könnte es dann im Norden mal für ein paar Lücken reichen. 

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander

Das ist nicht viel. 

Stimmt. Denn dafür ziehen immer wieder Schauer oder teilweise kräftiger Regen durch, der im höheren Bergland schrittweise in Schnee übergehen. Dabei liegt die Schneefallgrenze bei rund 800 bis 1000 Meter. Zudem weht ein teilweise ruppiger Wind, der vor allem auf den Bergen und an der Küste stürmisch auffrischt. 

Bei welchen Temperaturen?

Maximal noch nasskalte 4 bis 10 Grad. Und wenn es tatsächlich so kommt, wie es die Wettercomputer derzeit berechnen, dann könnte das nächste Wochenende vielleicht sogar unschönste Wochenende des Jahres 2018 bisher werden. Zumindest ist die Konkurrenz nach so vielen Hochdrucklagen ziemlich klein.

Sind denn nach dem Wochenende Zeichen der Wetterbesserung in Sicht?

Am Montag und Dienstag bleibt es weiterhin sehr wechselhaft oder wolkig mit weiteren Schauern, die auch in den tieferen Lagen zum Teil als Schneeregen oder Schnee runter kommen. Aber das ist dort weiterhin eher nasskalt als winterlich. In den Mittelgebirgen sieht es derweil schon anders aus. Oberhalb von etwa 300 bis 400 Metern dürfte sich nämlich vielerorts eine geschlossene Schneedecke ausbilden. Bevorzugt in den nördlichen Staulagen der Gebirge kann es durchaus kräftiger schneien, so dass man allmählich sogar in Richtung Wintersport schielen kann.

Wie sieht es bei den Temperaturen aus?

Nachts wird es immer häufiger frostig. Vor allem zur Wochenmitte, wenn die Nächte allmählich ruhiger und klarer werden. Tagsüber sind am Montag höchstens noch 1 bis 7 Grad möglich, wobei es am Rhein am mildesten ist. Am Dienstag hält im Bergland der leichte Dauerfrost Einzug. Ansonsten werden es verbreitet ebenfalls nicht mehr als 1 bis 5 Grad. Außerdem weht ein spürbarer Wind aus nördlichen Richtung, der dafür sorgt, dass sich das nochmals ein paar Grad kälter anfühlt. Und auch der Mittwoch bringt uns maximal noch minus 2 bis plus 5 Grad. 

Quelle: n-tv.de