Panorama

Rekordwert bei Neuinfektionen Delta-Variante grassiert in Moskau

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In den Moskauer Krankenhäusern werden die Betten knapp.

(Foto: dpa)

Die extreme Ansteckung der Delta-Variante bekommt die russische Hauptstadt zu spüren. Die Infektionszahlen in Moskau steigen rasant. Die Mutation hat es zusätzlich leichter, weil sich viele Menschen nicht impfen lassen.

In Moskau haben die Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Nach Regierungsangaben wurden aus der russischen Hauptstadt binnen 24 Stunden 9120 Infektionen gemeldet. Dies sind dreimal so viele wie vor zwei Wochen und so viele wie noch nie zuvor. Hinter dem Anstieg, der die Moskauer Krankenhäuser zu überlasten droht, steckt die hochansteckende Delta-Variante des Virus.

Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind mittlerweile fast 90 Prozent der Covid-Erkrankungen auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Anastasia Rakowa kündigte einen Ausbau der Zahl der Krankenhausbetten von 17.000 auf 24.000 in den nächsten zwei Wochen an.

Russland ist derzeit eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Die Ansteckungszahlen steigen landesweit und besonders in den Metropolen Moskau und St. Petersburg. Mehr als die Hälfte der landesweit gemeldeten Neuinfektionen entfiel am Samstag auf die Hauptstadt. Insgesamt infizierten sich seit Pandemiebeginn im ganzen Land 5,3 Millionen Menschen - dies ist die sechsthöchste Rate weltweit.

Verschärfte Regeln

Große Teile der russischen Bevölkerung stehen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Seit Dezember sind der Website Gogow zufolge, die die Impfrate erfasst, nur 19,4 Millionen der rund 146 Millionen Einwohner mindestens einmal geimpft worden. Im ganzen Land gibt es nur etwa 11 Prozent vollständig geimpfte Menschen, in der Hauptstadt haben sich jüngsten Angaben zufolge erst rund 15 Prozent der 12 Millionen Einwohner mit einem der russischen Präparate immunisieren lassen. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 60 Prozent der Russinnen und Russen an, sich nicht impfen lassen zu wollen.

Moskau hat angesichts der dramatischen Situation die Corona-Einschränkungen wieder verschärft. Großveranstaltungen etwa wurden auf 1000 Menschen beschränkt und die Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft geschlossen. Zudem wurde eine Reihe an Unternehmen verpflichtet, eine Impfquote von 60 Prozent unter ihren Angestellten durchzusetzen.

Quelle: ntv.de, sba/AFP/dpa

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