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Leichenteile in Kamin verbrannt Eigene Mutter erschlagen: Sohn muss in Haft

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Der Angeklagte mit seinem Verteidiger im Gerichtssaal.

(Foto: Andre Havergo/dpa)

Mit einer Brechstange tötet ein 32-Jähriger seine eigene Mutter. Im Prozess schweigt der Angeklagte, weshalb ihn das Gericht nicht wegen Mordes belangen kann. Trotzdem steht dem Sohn eine lange Haftstrafe bevor.

Für den Totschlag an seiner Mutter hat das Landgericht Osnabrück einen Mann zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige Ende März 2018 seiner Mutter mit einer Brechstange mindestens zehn Schläge gegen den Kopf versetzt hatte. Einen Teil der Leiche der 61-Jährigen habe der Mann im Wohnzimmerkamin verbrannt.

Die Tat sei "unbegreiflich und verstörend", sagte der Vorsitzende Richter. Das Motiv des 32-Jährigen blieb im Dunkeln. Der Angeklagte hatte sich zur Tat und seinen Beweggründen nicht geäußert. Daher konnte das Gericht auch nicht auf einen Mord erkennen, der ursprünglich angeklagt war. Der Ablauf des Verbrechens hatte sich dem Richter zufolge nur aufgrund der Ermittlungsarbeit der Polizei und der Gerichtsmedizin rekonstruieren lassen. Auch Abwehrverletzungen bei dem Opfer, die Tatsache, dass der Angriff von vorne erfolgte und Hämatome am Oberkörper der Frau ließen eine Verurteilung wegen Mordes am Ende nicht mit "absoluter Sicherheit" zu, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Es sei ungeklärt, ob der Mann seiner Mutter heimtückisch aufgelauert habe.

Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde die Leiche der Frau Mitte April entdeckt, nachdem die Vorgesetzte der Frau eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte. Polizeibeamte waren an der Wohnanschrift des Opfers eine Reihe von Merkwürdigkeiten aufgefallen. So soll der Sohn auf Nachfrage ausgesagt haben, er wisse nicht, wo seine Mutter sei. Auf die Frage, warum er keine Vermisstenanzeige aufgegeben habe, konnte der Mann keine plausible Antwort geben. Zudem entdeckten die Polizisten auf dem Küchentisch Handy und EC-Karte der Frau neben einem handschriftlich verfassten Testament. In der Garage des Opfers fanden die Beamten schließlich Leichenteile in gelben Tüten und ein Beil mit blutbefleckter Klinge.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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