Panorama

Große Chance auf weiße Weihnacht Es wird hochwinterlich - minus 15 Grad möglich

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In den kommenden Tagen können lokal bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen.

(Foto: picture alliance / Jan Eifert)

Der Polarwirbel ist außer Form - und das hat Folgen. In den kommenden Tagen legt sich der Winter übers Land. Die Temperaturen sinken teils deutlich in den Frostbereich. Stellenweise fällt bis zu 20 Zentimeter Schnee. Vor allem die Nächte werden bitterkalt. Denkbar ist zudem, dass der Winter einen langen Atem hat, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander erklärt.

ntv: Wie viel Winter beschert uns die Wetterlage in den kommenden Tagen?

Björn Alexander: Es wird winterlich bis hochwinterlich in Deutschland. Denn neben Tiefdruckgebieten, die für Schnee und Glätte sorgen können, mischt arktisch kalte Luft mit. Zwar meldet sich zwischendrin auch mal Hochdruckeinfluss an. Alles in allem stehen uns aber bewegte Zeiten bevor. Gleichzeitig ist und bleibt das Rennen um die Weiße Weihnacht 2022 spannend wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Wird es damit auch der kälteste Dezember seit Jahren?

Das ist sehr wahrscheinlich. Aktuell liegen wir über ein Grad unterm Durchschnitt der Dezembermonate der vergangenen 30 Jahre. Und weil es bis mindestens nächste Woche winterlich weitergeht, zeigt auch die Tendenz weiter nach unten.

Welche Jahre waren denn im Dezember besonders kalt?

Damit gehen wir zumindest mal gen Dezember 2012, Dezember 2009 oder Dezember 2005. Ob es für den mit Abstand kältesten Dezember-Monat der 2000er-Jahre bisher reicht (Dezember 2010), bleibt allerdings abzuwarten. Dafür müsste es in der zweiten Monatshälfte nämlich durchweg richtig eisig weitergehen. Ganz auszuschließen ist das aber nicht.

Warum ist es denn überhaupt so kalt?

Derzeit ist der Polarwirbel, der uns in Mitteleuropa für gewöhnlich vor der Luft aus arktischen Breiten schützt, ziemlich außer Form - vorwiegend in der unteren Atmosphäre. Das stört gleichzeitig die milde westliche Strömung und schickt uns wiederholt Luft aus nördlicher oder östlicher Richtung. Im weiteren Verlauf für die meteorologische Jahresendrallye wird entscheidend, wie sich die großen Kältepole verteilen. Fakt ist aber, dass solche Konstellationen oft ziemlich zäh sind und dass sie somit für längere kalte Abschnitte sorgen können. Sprich: Das richtige Winterwetter könnte schon im Dezember einen langen Atem haben.

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Was bedeutet das denn aktuell für die Frage der Fragen: Bekommen wir Schnee zum Fest?

Grundsätzlich rangiert die Osthälfte weiterhin vorm Westen. Und dabei liegt das höhere Bergland mit 70 bis 80 Prozent vorn. Die mittleren und tieferen Berglagen liegen im Osten bei um die 60 bis 70 Prozent. In Richtung Westen ist es etwa 50 zu 50. In der Osthälfte schließt sich das Flachland mit 30 bis 50 Prozent für die Weiße Weihnacht an, während die Freunde von Eis und Schnee zum Fest ansonsten noch kräftig die Daumen drücken müssen. Das ist aber in diesem Jahr deutlich erfolgversprechender als in den letzten Jahren.

Vom Weihnachtswetter geht es zum Wetter im Advent. Welche Aussichten erwarten uns mit Blick auf die Glätte jetzt?

Glätteschwerpunkte in der Nacht zum Freitag sind die östlichen Mittelgebirge mit teils gefrierendem Regen oder Schnee. Später erreichen auch den Südwesten Schneeschauer. Im übrigen Land ist es meistens trocken und zum Teil neblig und frostig kalt, so dass Sie ebenfalls mit Glätte durch gefrierende Nässe oder Reif rechnen müssen. Und auch am Freitag tagsüber gilt es im Südwesten sowie im Osten noch mit Schnee und Glätte zu rechnen.

Bei welchen Temperaturen?

Am Freitag erwarten uns maximal noch minus 2 bis plus 4 Grad. Durch den Wind fühlt sich das aber schon meist frostig an. Am Wochenende wird es nochmals kälter mit Tageshöchstwerten zwischen minus 5 und plus 3 Grad. Gefühlt ist es dabei vor allem am Sonntag durch den teilweise lebhaften Wind mitunter eiskalt. Insbesondere empfindliche Kinderhaut sollte beim Adventsspaziergang entsprechend geschützt werden. Neben Schals und Mützen am besten mit sogenannten Wind- und Wettercremes.

Was macht der Schnee am Wochenende?

Im Süden und Osten sind immer wieder Schneewolken unterwegs, die für winterliche Straßenverhältnisse sorgen können. Am Sonntag könnte es ebenfalls im Westen für Schnee reichen. Die Winterdienste haben also hüben wie drüben alle Hände voll zu tun. Insbesondere gilt das für die Räumdienste im Süden, wo vom Allgäu bis nach Südostbayern bis zum Beginn der nächsten Woche 20 Zentimeter Neuschnee und mehr zusammen kommen können.

Und am Montag? Stichwort: Berufsverkehr.

Für den Berufsverkehr gilt es, die Prognosen am Wochenende im Auge zu behalten. Denn noch bewerten die Wettercomputer die Entwicklung für Montag im Detail unterschiedlich. Am ehesten außen vor in Sachen Schneeglätte ist nach jetzigem Stand der Nordwesten. Ziemlich sicher auf regionale Schneeglätte einstellen müssen sich derweil der Südosten und der Osten. Wackelkandidaten sind besonders der Westen und der Südwesten, wo ein mitunter brisanter Mix aus Schnee und gefrierendem Regen zustande kommen könnte.

Welche Entwicklung nehmen die Temperaturen?

Am Montag bleibt es ähnlich mit minus 5 bis plus 3 Grad; am mildesten ist es hierbei am Rhein, am kältesten am Erzgebirge. Gefühlt herrscht aber aufgrund des Windes weiterhin der Dauerfrost vor. Dienstag und Mittwoch werden nochmals kälter. Auch bei den gemessenen Temperaturen mit minus 6 bis plus 2 Grad.

Wie kalt wird es nachts?

Vor allem über Schnee und unter längeren Aufklarungen sind die Nächte ebenfalls bitterkalt mit minus 8 bis minus 15 Grad - zum Teil auch darunter. Und auch bis zum Ende der Woche ändert sich an den winterlichen bis eisigen Temperaturen wahrscheinlich nur wenig. Dabei müssen wir uns neben freundlichen Abschnitten in einer abwechslungsreichen Wetterwoche wiederholt auf Schnee, Schneeregen oder Glatteis mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen einstellen.

Quelle: ntv.de

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