Panorama

Mittelmeerwind mit Frühsommer Es wird verboten schön

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Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Die Sonne lockt. Die Vernunft ist gefragt.

(Foto: imago images/blickwinkel)

Das Einhalten der Ausgangsbeschränkungen wird in den kommenden Tagen noch etwas mehr Selbstdisziplin erfordern: Denn es wird stellenweise traumhaft. Blauer Himmel, Sonnenschein und mehr als 20 Grad locken. Und die Aussichten deuten auch auf freundliche Ostern hin, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander weiß.

ntv.de: Der März hat am Ende ja nochmals richtig kalte Temperaturen im Gepäck gehabt. Bringt uns der April denn jetzt endlich mal mehr Frühlingsgefühle?

Björn Alexander: Definitiv. Denn die Temperaturkurve zeigt ab dem Wochenende stramm aufwärts. So bringt uns beispielsweise der kommende Montag verbreitet Höchstwerte zwischen 19 und 23 Grad Celsius. Am Oberrhein winkt sogar der Frühsommer bei bis zu 24 Grad.

Hält die Wärme denn auch noch bis Ostern?

Das ist natürlich noch lang hin. Nach jetzigem Stand wird es vielleicht nicht mehr ganz so warm. Momentan sieht es aber so aus, als würden sich die Werte auf einem recht angenehmen Niveau zwischen 13 und um die 20 Grad einpendeln. Lediglich die Küstenabschnitte im Seewind bleiben bei rund die 10 bis 11 Grad spürbar frischer.

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Ntv-Meteorologe Björn Alexander sieht schönes Wetter im Anmarsch.

Wie sieht der langfristige Wettertrend aus?

Der schaut für den Spaziergang an der frischen Luft ebenfalls sehr gut aus. Ein bisschen Sonnencreme auf empfindliche Haut und dann geht es raus in die Sonne, die gerade in den kommenden Tage wieder sehr gut im Rennen ist. Der längerfristige Trend zu Ostern zeigt derzeit in Richtung leicht wechselhaft. Aus heutiger Sicht halten sich die Schauer aber sehr in Grenzen und meistens dürfte die Sonne überwiegen.

Wie groß ist die Sonnenbrandgefahr?

Der UV-Index wird sich in nächster Zeit oft bei 3 bis 6 bewegen. Das entspricht einer mittleren Belastung, so dass bei Kindern und bei empfindlicher Haut auf jeden Fall Sonnenschutz empfohlen wird.

Viel Sonne, kaum Regen. Für den Spaziergang gut. Aber wie sieht es in den Böden aus und was macht die Waldbrandgefahr?

Die Waldbrandgefahr wird in den kommenden Tagen deutlich ansteigen. Hier macht sich einerseits der oft trockene Ostwind der letzten Zeit sowie der intensive Sonnenschein bemerkbar. Gleichzeitig sind nämlich die schattenspendenden Blätter der Bäume noch nicht vorhanden, sodass die Sonnenstrahlen ungehindert auf das alte Laub fallen können. Das macht dann verbreitet Waldbrandgefahrenstufe 3 bis 4 von 5.

Wo ist die Gefahr am größten?

Östlich der Elbe bis an Oder und Neiße. Hier ist also schon Vorsicht beim Verhalten in den Wäldern geboten. Zumal jetzt im Frühjahr in der Tierwelt natürlich auch noch Setz- und Brutzeit, sodass abseits von Waldwegen sowie in Feldern und Wiesen eigentlich sowieso Ruhe herrschen sollte. Was die Trockenheit in den Böden angeht: in den tieferen Bodenschichten von bis zwei Metern Tiefe ist es im Osten leider nach wie vor zu trocken bis viel zu trocken. Beim pflanzenverfügbaren Wasser im Oberboden ist die Lage aber momentan glücklicherweise noch entspannt. Hier haben der nasse Februar und die erste Märzhälfte Wirkung gezeigt.

Apropos März: wie ist der März 2020 meteorologisch einzuordnen?

Beim Regen haben wir im deutschlandweiten Mittel rund 50 Liter pro Quadratmeter bekommen. Das sind etwa 90 Prozent des Monatssolls. Auf der anderen Seite war der März aber auch sehr sonnig. Fast 180 Sonnenstunden haben den Sonnenkollektoren reichlich Umsatz beschert. Das sind gut 150 Prozent der normalen März-Sonnenausbeute.

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Was sagen uns die Temperatur-Kurven?

Dass der März am Ende sogar etwas kühler war als der eigentliche Hochwinter-Monat Februar. Zwar war auch der März am Ende wärmer als der Durchschnitts-März. Aber mit einer Durchschnittstemperatur von 5,28 Grad lag er eben etwas unter dem Februar, der eine durchschnittliche Temperatur von 5,31 Grad hatte. Damit war der Februar 4,87 Grad wärmer als der Durchschnitt. Der März brachte am Ende eine positive Abweichung von 1,7 Grad.

Wie sieht es aktuell bei der April-Abweichung aus?

Der Start lag knapp 3 Grad unterm Durchschnitt. Jedoch bewegt sich der Trend ab dem Wochenende deutlich über dem Klimamittel. Denn die Wetterlage stellt sich großräumig um. Zwischen einem Tief über dem Atlantik und einem Hoch über Osteuropa bekommen wir eine südliche Strömung, die uns die Luft aus mediterranen Breiten schickt. Auch wenn es sicherlich ein schwacher Trost für die momentane Lage ist: zumindest ein bisschen Urlaubsluft vor der eigenen Haustür.

Welches Wetter erwartet uns im Detail?

Der Samstag ist ein klassischer Übergangstag. Die Reste der kalten Luft machen sich morgens gerne mal in Form von Frost oder Bodenfrost bemerkbar, und tagsüber kommt die sonnige Frühlingsstimmung auch nicht überall gleichermaßen in Fahrt.

Wo wird es am besten?

Vor allem im Westen und Südwesten. Im Osten und über den Bergen dauert das etwas länger. Der Wind lässt dabei aber schon mal nach und dreht auf Ost bis Südost. Damit steigen die Temperaturen in der Osthälfte auf 8 bis 12, in der Westhälfte auf 12 bis 15, am südlichen Oberrhein bis auf 18 Grad.

Und am Sonntag?

Erwartet uns ein meist strahlend blauer Himmel mit spürbar mehr Frühlingsfeeling. Nordöstlich der Elbe mit 12 bis 15, sonst 15 bis 20, am Rhein sogar 20 bis 22 Grad. Da fällt dann auch der teilweise lebhafte Südostwind gar nicht mehr so sehr auf.

Mit welchem Wetter geht es danach weiter?

Die Sonne dominiert und dazu bekommen wir - abseits der kühleren Küsten - frühlingshafte bis fast schon frühsommerliche Temperaturen. Nach dem sehr warmen Montag mit Spitzenwerten zwischen 19 und 24 Grad werden es am Dienstag 12 Grad an der Nordsee und 22 Grad im Breisgau. Der Mittwoch bringt 16 bis 23, der Donnerstag 14 bis 23 Grad und auch die Nachtfröste werden immer seltener.

Quelle: ntv.de