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Traum von dünnen Beinen Frau kämpft nach Fettabsaugung um Leben

Mit einer Kanüle sticht der Chirurg in zuvor markierte Hautareale, um dort Fettpolster abzusaugen. Foto: Jens Schierenbeck

Fettabsaugungen sind eine der beliebtesten Schönheitsoperationen.

Jayney Nascimento leidet unter einer Krankheit, die den Aufbau von Fett in ihren Beinen fördert. Um endlich schlanke Beine zu haben, unterzieht sie sich einer teuren Fettabsaugung. Doch stattdessen verliert sie beinahe beide Beine und bezahlt den Eingriff fast mit ihrem Leben.

Eine Frau aus England ist nach einem kosmetischen Eingriff nur knapp dem Tod entgangen, wie die britische Zeitung "Daily Mail" schreibt. Jayney Nascimento lässt sich in einer Klinik Fett an ihren Beinen absaugen und zieht sich dabei eine Infektionskrankheit zu. Nach dem Eingriff bekommt sie eine nekrotisierende Fasziitis und muss im medizinisch bedingten Koma um ihr Leben kämpfen, wie es in dem Bericht heißt.

Für Jayney sollte sich ein lang ersehnter Traum erfüllen. Im Juni 2017 leiht sich die 48-Jährige von ihrer Mutter 20.000 Pfund (23.400 Euro), um sich in ihrem Körper wieder wohl zu fühlen. Seit vielen Jahren leidet sie unter einer Krankheit namens Lipödem, bei der sich Fettzellen in den Beinen und im Gesäß ansammeln. Die untere Hälfte ihres Körpers sei drei Konfektionsgrößen größer als ihr Oberkörper gewesen, erzählt sie der britischen Zeitung. "Ich habe mich geweigert, Kleider oder Röcke zu tragen, weil es mir zu peinlich war." Daraufhin beschließt sie, sich Fett absaugen zu lassen.

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Nach der zweistündigen Operation bekommt sie starke Schmerzen. Die Ärzte entlassen sie trotzdem aus dem Krankenhaus. "Innerhalb weniger Stunden nach meiner Ankunft zu Hause wurden die Schmerzen in meinen Beinen unerträglich. Am nächsten Tag fühlte sich mein Körper eiskalt an, obwohl ich in Decken eingewickelt war", erzählt Jayney. Sie habe die Schmerzen auf Medikamente zurückgeführt und deshalb nicht mit ihrem Arzt gesprochen.

Beine wie Reptilienhaut

Drei Tage später verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch. Als sie das Bewusstsein verliert, ruft ihre 14-jährige Tochter einen Krankenwagen. "Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und dachte, ich wäre nur eine Stunde lang bewusstlos gewesen", sagt Jayney. Ein Arzt sagt ihr später, sie habe zwei Tage im Koma gelegen und leide an einer nekrotisierenden Fasziitis. Das ist eine Krankheit, bei der Bakterien Giftstoffe freisetzen, die das Gewebe schädigen. Die Ärzte fürchten um ihr Leben und erwägen die Amputation beider Beine.

Tagelang weigert sich die Frau, ihre Beine anzusehen. Als sie letztendlich hinschaut, sieht sie nur abgefressene Fleischwunden. "Mein rechtes Bein hatte kein Fleisch, so dass ich meine Knochen sehen konnte, sie waren schwarz und rochen übel. Mein linkes Bein hatte Hauttransplantationen, aber überall waren Löcher", sagt Jayney. Doch den Ärzten ist es gelungen, die Infektion in letzter Sekunde zu stoppen. Später erfährt Jayney, sie sei schon mehr tot als lebendig gewesen. "Ich musste direkt weinen."

Im Lauf des nächsten Monats unterzieht sich Jayney 20 Hauttransplantationen an ihrem rechten Bein und beginnt dann mit einer Physiotherapie. Ihre Beine sähen aus wie Reptilienhaut, sagt sie. "Ich war so dankbar, überlebt zu haben, konnte aber nicht glauben, dass ein einfaches Verfahren wie eine Fettabsaugung das verursacht hat. Ich habe für einen teuren kosmetischen Eingriff gezahlt, damit ich mich wieder wohl fühle, wenn ich meine Beine zeige", sagt Jayney. Stattdessen hasste sie ihre Beine mehr als vor der Fettabsaugung.

Heute, zwei Jahre nachdem Jayney beinahe ihr Leben verlor, habe sie ihr Selbstvertrauen zurückerlangt. Ihre Tochter und ihr neuer Partner hätten ihr dabei geholfen. Online zeigt sie mehrere Fotos ihrer schweren Verletzung. "Ich möchte anderen Menschen von dieser Krankheit erzählen", sagt sie. Sie leide seit dem Vorfall unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, versuche aber dankbar dafür zu sein, dass sie noch am Leben ist. "Ich habe 20.000 Pfund für eine Schönheitsoperation gezahlt, für die ich beinahe mit meinem Leben bezahlt hätte".

Quelle: n-tv.de, vmi

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