Politiker als 182-Meter-RieseIndien enthüllt die größte Statue der Welt

Der indische Bundesstaat Gujarat wird wohl bald prominenter in Reiseführern auftauchen, denn nun steht dort die größte Statue der Welt. 3000 Menschen arbeiten mehrere Jahre an dem Rekord-Projekt. Doch nicht alle sind mit dem gigantischen Bau einverstanden.
Sardar Vallabhbhai Patel ist außerhalb Indiens wohl eher unbekannt. Doch Jahrzehnte nach seinem Tod lenken Anhänger des 1950 gestorbenen Politikers mit einer Mega-Statue die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf das Leben und das Wirken des indischen Staatsmannes. Im indischen Bundesstaat Gujarat bereiten sich lokale Würdenträger auf die feierliche Einweihung eines 182 Meter hohen Abbilds des ehemaligen indischen Freiheitskämpfers und späteren Heimatministers vor. Die Figur besteht aus Beton, Metall, Stahl und Bronze.
Laut "India Today" ist die Statue deutlich höher als die chinesische Buddha-Figur, die bislang den Weltrekord hielt. Die Freiheitsstatue in New York ist nur knapp halb so groß wie der neue Riese in Indien, der rund 320 Kilometer nördlich von Mumbai am Ufer des Flusses Namada in den Himmel ragt.
Patel war ab August 1947 der erste Innenminister des unabhängigen Indiens. Er vereinte den in 562 Stadtstaaten und Regionen zersplitterten Subkontinent zur Republik Indien. Darum trägt die Statue den Namen "Statue of Unity", zu Deutsch: "Statue der Einheit". Die Skulptur ist ein Herzensprojekt des indischen Premierministers Narenda Modi. Er wird die neue Riesenstatue auch einweihen.
Ab dem 2. November darf dann auch die Öffentlichkeit den neuen Rekordträger besuchen. Die Statue hat allerdings nicht nur Fans: Besonders die Bauern aus der Region protestierten gegen den Bau und bezeichneten ihn als reines politisches Symbol.
Welche Ausmaße das Weltrekord-Projekt hat, wird beim Blick auf die weiteren Zahlen deutlich: Die Statue soll Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometern pro Stunde, Erschütterungen und Erdbeben widerstehen können. 300 Ingenieure waren mit der Planung und Durchführung des Baus beschäftigt. Dreieinhalb Jahre lang bauten rund 3000 Arbeiter an der gigantischen Konstruktion. Das Standbild enthält auch zwei Aufzüge, die Besucher zukünftig in einer halben Minute nach oben fahren sollen.