Panorama

Frauenrechtlerinnen alarmiert Ingenieursverband empfiehlt Unisextoiletten

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Stark umstritten: die Unisextoilette als einzige Option.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um Menschen mit diversem Geschlecht diskriminierungsfrei zu begegnen, empfiehlt der Ingenieursverband Unisextoiletten. Diese sollen aus einem gemeinsamen Vorraum mit Einzelkabinen bestehen. Frauenrechtlerinnen warnen jedoch vor "falschverstandener Antidiskriminierung".

Einem Medienbericht zufolge empfiehlt der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in der Diskussion um eine zusätzliche Toilette für das sogenannte dritte Geschlecht die Schaffung von Unisextoiletten. Dies gehe aus einer überarbeiteten Sanitärraumrichtlinie des VDI hervor, berichtete die "Bild"-Zeitung. Darin schlägt der Verband demnach einen Unisexvorraum vor, um diskriminierungsfrei mit Menschen mit diversem Geschlecht umzugehen.

Vom gemeinsamen Vorraum könne dann der Toilettenraum mit raumhohen Einzelkabinen abgehen. Ein Beweggrund für die Überarbeitung der Richtlinie ist dem Bericht zufolge das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017, in dessen Folge die dritte Geschlechtsoption "divers" im Personenstandsrecht eingeführt wurde. "Mit der Einführung des dritten Personenstands durch den Gesetzgeber sind neue Konzepte für Sanitärbereiche erforderlich", heißt es demnach im Entwurf der VDI-Richtlinie.

Frauenrechtlerinnen empört

Im Anschluss an das Verfassungsgerichtsurteil kam die Frage auf, ob für das dritte Geschlecht auch neue WCs geschaffen werden müssten. Dem Bericht zufolge empfiehlt der Ingenieursverband hier "die Berücksichtigung im Rahmen eines Universaldesigns". Die VDI-Empfehlungen sind nicht rechtlich bindend. Laut "Bild" wird jedoch erwartet, dass sich trotzdem viele Bauherren künftig darauf berufen, um gegen mögliche Klagen gewappnet zu sein.

Frauenrechtlerinnen zeigten sich jedoch von den neuen Vorschlägen fassungslos. "Es ist irritierend und besorgniserregend zu sehen, dass Frauen-Toiletten, also Schutzräume für Mädchen und Frauen, preisgegeben werden sollen im Namen liebgewonnener, aber falschverstandener Antidiskriminierung", sagt die Menschenrechtsverteidigerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Inge Bell von der Frauenrechtsorganisation "Terre de Femme".

Quelle: ntv.de, can/AFP

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