Panorama

Feier im Petersdom gestrichen Ischias-Nerv macht Franziskus zu schaffen

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Beim Angelus-Gebet am Montag war der Papst noch wohlauf.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency Int.)

Während der Corona-Krise sorgt jede Unpässlichkeit des Papstes für Beunruhigung. Doch Franziskus begründet seine Absage von Gottesdiensten mit einem Ischias-Leiden. Trotz seiner Schmerzen warnt das Oberhaupt der Katholiken aber noch schnell vor einem Journalismus, der nicht gut zu Fuß ist.

Zum zweiten Mal in gut drei Wochen muss Papst Franziskus wegen eines Ischias-Leidens Messe-Termine kurzfristig absagen. Wie Vatikansprecher Matteo Bruni mitteilte, könne das katholische Kirchenoberhaupt eine für Sonntag im Petersdom geplante Feier wegen des "erneuten Auftauchens der Ischialgie" nicht leiten. Der 84-Jährige werde durch Kurienerzbischof Rino Fisichella vertreten. Das Angelusgebet am Mittag in der Bibliothek des Apostolischen Palastes werde der Papst aber sprechen.

Ende Dezember hatte Franziskus wegen Ischias-Schmerzen zwei Jahreswechsel-Messen abgesagt. Wie der Vatikan jetzt weiter mitteilte, solle ein für Montag vorgesehenes Treffen mit dem Diplomatischen Korps verschoben werden. Bei einem anderen Termin zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen werde der Papst vertreten werden.

Bei Ischias-Leiden handelt es sich um verschiedene Beschwerden, die in der Regel vom Ischias-Nerv ausgehen. Dieser ist dann zum Beispiel eingeklemmt oder entzündet. Dabei können sich die Schmerzen vom Rücken bis ins Bein ziehen.

"Sich die Schuhsohlen ablaufen"

Zugleich ließ es sich das leidende Kirchenoberhaupt nicht nehmen, vor einem Journalismus aus zweiter Hand zu warnen. Der liegt dem Papst zufolge vor, wenn Reporter sich nicht mehr auf der Straße "die Schuhsohlen ablaufen". Mutige Reporter in Krisengebieten dagegen seien ein Gewinn für die Demokratie, erläuterte der Papst in einer Botschaft zum kirchlichen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am Sonntag. Aufmerksame Stimmen würden die Gefahr einer Verflachung durch das "gegenseitige Kopieren" in vielen Mediengattungen seit längerem beklagen.

"Die Krise in der Verlagsbranche droht dazu zu führen, dass Informationen in Redaktionen, vor dem Computer, in den Presseagenturen und in sozialen Netzwerken hergestellt werden, ohne jemals auf die Straße zu gehen, ohne "sich die Schuhsohlen abzulaufen", ohne Menschen zu begegnen", hieß es wörtlich in der Erklärung des katholischen Kirchenoberhaupts. Dagegen gebe es eine ganze andere, mutige Seite des Journalismus, in der Reporter sich großen Gefahren aussetzten. Der 84-jährige Franziskus bedankte sich für Berichte über verfolgte Minderheiten, Ungerechtigkeit gegen Arme und vergessene Kriege. "Es wäre ein Verlust nicht nur für die Information, sondern für die gesamte Gesellschaft und für die Demokratie, wenn diese Stimmen verschwinden würden."

Quelle: ntv.de, mau/dpa