Panorama

Dreifachmord in Kanada Jugendliche nahmen vor Tod Geständnis auf

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"Sie waren kalt. Ohne Reue. Erbarmungslos", sagt der stellvertretende Chef der kanadischen Nationalpolizei Kevin Hackett.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Anfang August entdeckt die kanadische Polizei die Leichen des 18-jährigen Bryer Schmegelsky und des 19-jährigen Kam McLeod. Sie sollen in den Wochen zuvor zwei Touristen und einen Professor ermordet haben. Auf mehreren Videos gestehen sie ihre Taten. Dennoch bleiben wichtige Fragen offen.

Die beiden kanadischen Jugendlichen, die im Sommer drei Menschen ermordet haben, haben ein Geständnis abgelegt. In Vancouver teilte die kanadische Nationalpolizei mit, dass der 18-jährige Bryer Schmegelsky und der 19-jährige Kam McLeod vor ihrem Selbstmord sechs kurze Videos aufgenommen hätten. Darin übernehmen sie Verantwortung für ihre Taten und erklären, dass sie eigentlich nach Afrika oder Europa flüchten wollten.

Das Fahndungsfoto der beiden Tatverdächtigen Kam McLeod, 19, und Bryer Schmegelsky, 18.

Das Fahndungsfoto von Kam McLeod (l.) und Bryer Schmegelsky.

(Foto: REUTERS)

In einem 58 Sekunden langen Video gestehen Schmegelsky und McLeod demnach, wie sie am 15. Juli in der Provinz British Columbia an der kanadischen Westküste zwei Touristen erschossen haben. Die Polizei hatte die Leichen der 24-jährigen Amerikanerin Chynna Deese und ihres 23-jährigen Freunde Lucas Fowler später mit mehreren Schusswunden in der Nähe eines Wohnmobils gefunden. In einem weiteren Video gestehen sie, am 19. Juli den Botanik-Professor Leonard Dyck aus Vancouver ermordet zu haben.

Die Taten hatten in Kanada eine landesweite Fahndung ausgelöst. Schmegelsky und McLeod legten auf ihrer Flucht von der kanadischen Westküste etwa 3000 Kilometer landeinwärts zurück. Anfang August entdeckt die Polizei die Leichen der jungen Männer in der Nähe der Hudson Bay im Norden der zentralkanadischen Provinz Manitoba.

"Sie waren kalt. Ohne Reue"

Reue für ihre Taten haben Schmegelsky und McLeod demnach nicht gezeigt. "Sie waren kalt. Ohne Reue. Erbarmungslos", sagte der stellvertretende Chef der kanadischen Nationalpolizei Kevin Hackett. Zu ihren Motiven hätten die jungen Männer ebenfalls geschwiegen.

Dafür haben sie in den Videos ihre weiteren Pläne offenbart. Demnach hatten Schmegelsky und McLeod ursprünglich weitere Morde geplant. Anschließend wollten sie sich mit einem gestohlenen Boot über die Hudson Bay nach Europa oder Afrika absetzen. Daran sind sie laut ihrer Videoaufnahmen gescheitert, weil sie an einem Fluss in Manitoba festsaßen, den sie aufgrund der reißenden Strömung nicht überqueren konnten. In einem weiteren Video verkünden sie daraufhin ihre Pläne, Selbstmord zu begehen. Um Nachahmer abzuhalten, will die kanadische Polizei die Videos unter Verschluss halten.

Quelle: n-tv.de, chr