Panorama

Toter auf SupermarktparkplatzKripo ermittelt Hintergründe von Schießerei

03.10.2019, 06:22 Uhr
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In der Nacht sicherte die Polizei am Tatort Spuren. (Foto: picture alliance/dpa)

Großeinsatz in Abensberg: Vor einem Supermarkt fallen am Abend Schüsse. Ein Mann stirbt, die Täter flüchten. Kurz darauf wird ein weiterer Mann im Stadtgebiet von Kugeln getroffen. Die Polizei startet eine Großfahnung und kann zwei Tatverdächtige festnehmen.

Neue Erkenntnisse zum tödlichen Anschlag von Abensberg: Dort wurde am frühen Mittwochabend ein 39-jähriger Mann durch einen zunächst unbekannten Tatverdächtigen erschossen, ein weiterer Mann wurde schwer verletzt. Die ersten Notrufe erreichten die Einsatzleitung der Polizei gegen 18 Uhr. Augenzeugen berichteten, dass auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums Schüsse gefallen seien. Die Behörden lösten daraufhin einen Großeinsatz aus. Zahlreiche Streifenfahrzeuge der Polizeiinspektion Kelheim sowie mehrerer benachbarter Polizeidienststellen eilten zum Tatort.

Im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung konnten Polizeibeamte noch am Abend zwei tatverdächtige Männer im Alter von 30 und 41 Jahren im Stadtgebiet von Abensberg festnehmen, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Der 41-Jährige solle einem Haftrichter vorgeführt werden, sagte ein Polizeisprecher. Der ebenfalls vorläufig festgenommene 30-Jährige solle im Laufe des Tages auf freien Fuß kommen, sagte er weiter.

Ersten Erkenntnissen zufolge schoss einer der beiden festgenommenen Männer auf dem Parkplatz mit einer Pistole auf den 39-Jährigen. "Der Getroffene verstarb aufgrund der erlittenen Schussverletzungen noch am Tatort", teilte die Polizei mit. Kurze Zeit später fielen im Stadtgebiet weitere Schüsse. Wie sich herausstellte, wurde dabei an einem zweiten Tatort in Abensberg ein 46-jähriger Mann schwer verletzt. Zeugen konnten das Fahrzeug beschreiben, das vom Tatort flüchtete.

Aufgrund der Schilderungen der Zeugen und der Nähe der beiden Tatorte gingen die Ermittler von einem Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen aus. "Ein Großaufgebot an Polizeikräften konnte schließlich das gesuchte Fahrzeug, einen Kastenwagen, in Abensberg vor einem Anwesen geparkt auffinden", berichtete ein Polizeisprecher. Die beiden Tatverdächtigen ließen sich kurz darauf widerstandslos festnehmen.

Täter sind Kosovaren, Opfer sind Serben

Zum Tatmotiv gibt es noch keine näheren Erkenntnisse. Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich nach Angaben der Behörden um kosovarische, bei den Opfern um serbische Staatsangehörige. "Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand dürften Tatverdächtige und Opfer untereinander bekannt gewesen sein", heißt es im Polizeibericht.

Bei der Festnahme der 30 und 41 Jahre alten Männer stellten die Beamten auch die mögliche Tatwaffe sicher. Wer die tödlichen Schüsse abgegeben hat und wer den Mann in der Traubenstraße schwer verletzt hat, wird derzeit noch von der Kriminalpolizei ermittelt.

Die Kriminalpolizei Landshut übernahm in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg die Ermittlungen vor Ort. Nach Angaben der Polizei gibt es keine weiteren Tatverdächtigen. Alle Fahndungsmaßnahmen konnten noch in der Nacht beendet werden. Der schwer verletzte 46-jährige Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus geflogen. Wie schwer er genau verletzt wurde, ist unklar.

Bei der Aufklärung des Tathergangs bitten die Ermittler die Öffentlichkeit um Mithilfe. Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Tatablauf vor dem Verbrauchermarkt in Abensberg geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Landshut unter Tel.: 0871 / 9252 - 0 in Verbindung zu setzen.

Quelle: mmo/jog

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