Panorama

Einkaufstouristen kehren um MV verschärft Grenzkontrollen zu Polen

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Grenzübergang Ahlbeck auf der Insel Usedom: Eine Spritztour nach Polen kostet zur Zeit zehn Tage Quaratäne.

(Foto: picture alliance/dpa)

Unter den Bundesländern fährt Mecklenburg-Vorpommern seit Pandemiebeginn einen eher harten Kurs. Bei Kontrollen an der Grenze zu Polen stoppt die Polizei nun zahlreiche Einkaufstouristen, die dann doch lieber wieder umkehren. Für eine kurze Shoppingspritztour drohen nämlich zehn Tage Quarantäne.

Bei verstärkten Corona-Kontrollen an der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Polen kehrt etwa jeder zwölfte Autofahrer wegen der drohenden Quarantäne wieder um. Das ist das Ergebnis der Kontrollen der letzten zwei Tage in Vorpommern, wie ein Polizeisprecher erklärte. So wurden zwischen Ahlbeck und Linken im Landkreis Vorpommern-Greifswald 1816 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei hielten die Beamten sowohl Personen an, die etwa zum Einkauf nach Polen wollten, als auch Insassen, die aus Polen einreisen wollten. 154 Fahrzeugführer verzichteten auf eine Weiterfahrt und kehrten um.

Einreisende und Einkaufstouristen, die von einer Fahrt nach Polen zurückkehren, müssen in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Corona-Einschränkungen in eine zehntägige Quarantäne. Ausgenommen von der Quarantäne sind polnische Pendler, die auf der einen Seite arbeiten und auf der anderen Seite wohnen. Diese Regelung sei vielen Fahrzeugführern wohl immer noch nicht bekannt, hieß es.

Damit liegt der Anteil der "Umkehrer" weiter ähnlich hoch, wie zu Beginn der Kontrollen vor einer Woche. Die Polizei nahm seitdem die Personalien von 129 einreisenden Frauen und Männern auf, die keine Einreiseanmeldung hatten und deshalb vermutlich in Quarantäne müssen. Die Beamten meldeten deren Daten an die Gesundheitsämter weiter.

Schwesig für bundesweite Quarantänepflicht

Erst am Vortag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine bundesweite Quarantäneregelung für Reisen in Risikogebiete innerhalb Deutschlands gefordert. "Ich hätte das gerne bundesweit geregelt, aber dazu gab es bisher nie Mehrheiten", sagte die SPD-Politikerin im Interview mit RTL und ntv. "Ich werbe schon seit Beginn der Pandemie dafür, dass wir klare Regeln haben, wie wir die Mobilität regeln."

Zum Schutz vor einer noch rascheren Ausbreitung des Coronavirus hatte Mecklenburg-Vorpommern erst am Freitag die Zügel noch weiter angezogen: Reiserückkehrer aus deutschen Corona-Hochrisikogebieten müssen in Quarantäne. Ausgenommen sind nur Personen, die engste Familienangehörige besucht haben. Alle anderen Rückkehrer müssen wie bei Auslandsreisen bis zu zehn Tage in Isolation, die nur durch zwei negative Tests auf fünf Tage verkürzt werden kann. Als Hochrisikogebiete gelten nach Schwesigs Angaben Regionen mit mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa