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Bekommen wir weiße Weihnacht? "Man muss auf die Euphorie-Bremse treten"

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So richtig gute Chancen auf weiße Weihnachten haben vor allem die Bewohner der Alpen - alle anderen müssen zittern.

(Foto: imago/Westend61)

Nur noch knapp zwei Wochen bis Weihnachten, da drängt sich eine Frage ganz besonders auf. Können wir mit Schnee zum Fest rechnen? n-tv Meterologe Björn Alexander weiß mehr dazu.

n-tv.de: Keine zwei Wochen bis Weihnachten. Da drängt sich die Frage nach der weißen Weihnacht schon mehr als auf: Wie sieht es aus mit Schnee zum Fest?

Björn Alexander: Nach den guten Chancen, die uns die Wettercomputer in den letzten Wochen immer mal wieder für Schnee zu Weihnachten eingeräumt hatten, muss man inzwischen schon ziemlich auf die Euphorie-Bremse treten. Denn nächste Woche wird es fast schon frühlingshaft mild, sodass selbst auf den höchsten Mittelgebirgen das (Vor-)Weihnachtstauwetter zuschlagen wird. Erst zu den Feiertagen könnte es wieder für kältere Luft reichen. Insofern müssen wir die weiße Weihnacht noch nicht ganz zu Grabe tragen. Aber mehr als eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit würde ich für eine kalte Weihnacht derzeit nicht sehen. Und dann müsste es ja auch noch schneien.

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ntv-Meteorologe Björn Alexander

Björn Alexander.

Auch die ganz milde bis fast schon warme Variante ist nicht allzu wahrscheinlich. Hier gibt es ebenfalls eine Wahrscheinlichkeit von um die 10 Prozent. Die restlichen 80 Prozent verteilen sich auf einstellige Tageshöchstwerte. Das wäre maximal die Variante "Winter light".

Wo sollte man denn hin, wenn man sicher Schnee haben möchte?

Rauf auf die Berge im Alpenraum. Oberhalb von 1500 Meter. Wobei gerade im Bereich des Alpenhauptkammes und südlich davon wirklich mehr als genug Winterweiß liegt. Für unsere Mittelgebirge und den deutschen Alpenrand wird es hingegen ziemlich eng. Und das, obwohl inzwischen zum Teil schon einiges an Schnee liegt.

Wie viel?

Auf den Schwarzwaldhöhen 70 Zentimeter und am Bayrischen Wald 50 Zentimeter. Das könnte vielleicht noch reichen. Ansonsten wird es aber binnen der nächsten Woche komplett schneefrei werden. Denn 15 Zentimeter auf dem Brocken und um die 10 Zentimeter im Odenwald, in der Rhön sowie im Thüringer Wald werden der Wärme nicht lange standhalten können. In Oberstdorf und Garmisch liegen gar nur 5 Zentimeter. Aber: Ein erneuter Wetterumschwung zu Weihnachten ist definitiv nicht auszuschließen und wir können somit nach wie vor hoffen. Die Bergbewohner etwas mehr, die Flachland-Tiroler etwas weniger.

Welches Wetter erwartet uns bis dahin und vor allem am dritten Adventswochenende?

Der Samstag verläuft wolkig, nass und sehr windig bis stürmisch. Die größte Sturmgefahr besteht in der Mitte und im Süden. Die Temperaturen klettern hierbei schon mal etwas an und bringen es auf 3 bis 11 Grad, sodass es insbesondere im Bereich der östlichen Mittelgebirge nochmals für Schnee oder Schneeregen reichen dürfte. Sonst fällt bereits verbreitet Regen.

Und am Sonntag?

Bleibt der Wind sehr ruppig. Am meisten stürmt es dann allerdings in der Nordhälfte. Die Sonne zeigt sich zwischen den Schauern alles in allem etwas häufiger als am Samstag. Dazu an der Küste Tageshöchstwerte um die 7 Grad. Am Oberrhein werden es sogar schon um die 13 Grad.

Welche Trends zeigt uns die neue Woche?

Am Montag wird es endlich mal stabiler. Denn von Regen im Westen mal abgesehen bleibt es überwiegend trocken und besonders im Süden auch länger freundlich bei bis zu 14 Grad. Danach werden dann sogar Frühlingsgefühle wach.

Bei welchen Temperaturen?

Mit Sonne gibt es besonders im teils föhnigen Süden Spitzenwerte bis 15 Grad. Doch auch im übrigen Land meldet sich die wärmere Luft mit ansteigenden Sonnenanteilen an. Spätestens ab Mittwoch erreicht die Wetterbesserung nämlich auch den Norden und dann erwarten uns verbreitet zweistellige Temperaturen um die 10 bis 14 Grad. Der Schnee schmilzt selbst auf den Gipfeln der Mittelgebirge und auch in den bayerischen Alpen wird es unterhalb von 1500 Metern wahrscheinlich grün. Schneesicherer sind - wie gesagt - die Zentral- und Südalpen, wo im November ja bereits sagenhaft viel Schnee gefallen ist.

Quelle: ntv.de