Panorama

Einsatz wegen häuslicher Gewalt Mann erschießt drei Polizisten in Frankreich

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Der Schütze wurde später tot aufgefunden.

(Foto: picture alliance/dpa/AFP)

In der Nacht erhält die Polizei in Zentralfrankreich einen Notruf wegen häuslicher Gewalt. Als zwei Beamte nahe der Gemeinde Saint-Just eintreffen, finden sie eine Frau auf einem Dach vor. Dann eröffnet ein bewaffneter Mann das Feuer.

Bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt in Frankreich sind drei Polizisten getötet und ein weiterer verletzt worden. Ein 48-jähriger Mann feuerte in der Nacht in einem Weiler bei Saint-Just im Zentrum Frankreichs auf die Polizisten, als diese seiner mutmaßlichen Lebenspartnerin zur Hilfe kommen wollten, wie die Ermittler mitteilten. Der Schütze wurde später nach Regierungsangaben "tot aufgefunden". Präsident Emmanuel Macron würdigte die getöteten Polizisten als "Helden".

Innenminister Gérald Darmanin nannte den toten Schützen auf Twitter einen "Amokläufer". Zu den Umständen seines Todes machte er keine Angaben. Er kündigte einen Besuch vor Ort an.

Den Ermittlern zufolge hatte die Polizei einen Anruf wegen eines Falles häuslicher Gewalt bekommen, woraufhin zwei Beamte bei dem Haus in einem ländlichen Gebiet im Verwaltungsbezirk Puy-de-Dome eintrafen. Einer von ihnen wurde von dem 48-Jährigen erschossen. Der andere trug eine Schussverletzung am Bein davon und wurde ins Krankenhaus gebracht.

"Sie sind unsere Helden"

Der Täter steckte dann sein Haus in Brand und feuerte auf weitere eingetroffene Gendarmen, wobei er zwei von ihnen tötete, wie die Staatsanwaltschaft in Clermont-Ferrand mitteilte. Die Frau konnte demnach in Sicherheit gebracht werden. Der Schütze flüchtete zunächst und wurde nach einer Großfahndung tot aufgefunden. Nach Angaben des Innenministers waren Eliteeinheiten der Gendarmerie im Einsatz.

Frankreichs Präsident Macron erklärte, die Polizisten hätten "ihr Leben eingesetzt", um eine Frau zu retten, die "Opfer von Gewalt in der Ehe" geworden sei. "Sie sind unsere Helden", schrieb Macron über die Gendarmen auf Twitter. In Frankreich waren im vergangenen Jahr 146 Femizide gezählt worden - also Tötungen von Frauen durch ihre Lebenspartner.

Quelle: ntv.de, chr/AFP