Panorama

Zahlreiche Tote in Indien Militär erschießt Zivilisten nach Verwechslung

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Soldaten in Nagaland: Der indische Innenminister kündigt eine Untersuchung des Vorfalls an.

(Foto: AP)

Eigentlich will die indische Armee im Bundesstaat Nagaland gegen Rebellen vorgehen. Doch es kommt zu einer folgenschweren Verwechslung: Erst eröffnen die Soldaten das Feuer auf eine Gruppe Bergarbeiter, dann mischen sich wütende Dorfbewohner ein. Am Ende sind 14 Menschen tot.

Im Zuge eines missglückten Einsatzes der Armee gegen mutmaßliche Rebellen sind im äußersten Nordosten Indiens 13 Zivilisten und ein Soldat ums Leben gekommen. Die Soldaten hätten am Samstagabend in Mon im Bundesstaat Nagaland Aufständischen aufgelauert, aber irrtümlich das Feuer auf einen Kleintransporter mit Bergarbeitern eröffnet, berichteten Medien unter Berufung auf Lokalpolitiker. Sechs Bergleute seien dabei getötet worden.

Daraufhin hätten wütende Dorfbewohner zwei Armeefahrzeuge angezündet und die Soldaten angegriffen. Als diese in "Selbstverteidigung" auf die Menschenmenge schossen, seien sieben weitere Menschen getötet worden, meldete der Sender NDTV. Auch ein Soldat sei bei dem Zusammenstoß ums Leben gekommen.

In Nagaland nahe der Grenze zu Myanmar kämpfen seit vielen Jahren Rebellengruppen gegen die Regierung in Neu-Delhi. Die indische Armee teilte in einer Erklärung mit, sie handele auf der Grundlage "glaubwürdiger Informationen" bei der Verfolgung von Aufständischen, die in diesem Gebiet aktiv seien.

Der indische Innenminister Amid Shah ordnete eine Untersuchung an und sprach den betroffenen Familien am Sonntag sein Beileid aus. Die indische Armee äußerte in einer Mitteilung ebenfalls ihr Bedauern. Der Regierungschef von Nagaland rief zur Ruhe auf und kündigte eine Untersuchung an. "Der bedauerliche Vorfall, der zur Tötung von Zivilisten geführt hat, ist in höchstem Maße zu verurteilen", erklärte er auf Twitter.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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