Panorama

Nationalpark in Indien geflutet Nashörner ertrinken im Monsunregen

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Ein Nashorn schwimmt um sein Leben: 90 Prozent des Kaziranga-Nationalparks im indischen Assam stehen nach heftigen Monsunregen unter Wasser.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schwere Monsunregen setzen Südasien unter Wasser. Mehr als 200 Menschen sind bereits ertrunken. Ein indischer Nationalpark steht zu 90 Prozent unter Wasser und die Tiere kämpfen ums Überleben. Zwölf Panzernashörner kommen in den Fluten um.

Während der schweren Monsun-Unwetter im Nordosten Indiens sind mindestens zwölf der seltenen Panzernashörner ertrunken. Elf kamen ums Leben, als sie versuchten, den Fluten zu entkommen. Ein weiteres rutschte in einen Graben, als es eine Anhöhe erklimmen wollte, teilte ein Mitarbeiter des Kaziranga-Nationalparks im Bundesstaat Assam mit.

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Erschöpfte Nashörner retten sich auf einen Hochwasser-Hügel im indischen Nationalpark Kaziranga.

(Foto: REUTERS)

Die jüngsten Unwetter haben rund 90 Prozent des 430 Quadratkilometer großen, zum Unesco-Welterbe zählenden Parks in Mitleidenschaft gezogen. Vom Panzernashorn (Rhinoceros unicornis) gibt es noch knapp 3000 Exemplare, die meisten leben im Kaziranga-Nationalpark, der Rest in anderen Nationalparks Nordostindiens und in Nepal. Laut Parkdirektor P Sivakumar sind seit dem 13. Juli schon mindestens 141 wilde Tiere im Kaziranga-Park Opfer der Fluten geworden. 60 konnten gerettet werden. Viele Tiere retteten sich auch selbst auf künstliche Hügel, die eigens für Hochwasserlagen im Park aufgeschüttet wurden.

Bei den schweren Unwettern sind in ganz Indien schon mehr als 200 Menschen umgekommen, die meisten in den Bundesstaaten Bihar und Assam. Dutzende Tote gab es auch in Nepal, Pakistan und Bangladesch. In Bangladesch stand ein Drittel des Staatsgebietes unter Wasser. Die Hilfsorganisation Save the Children hatte in der vergangenen Woche erklärt, von den Überschwemmungen infolge der heftigen Monsunregen seien inzwischen 3,2 Millionen Kinder betroffen, die Lage sei gerade für Kinder "lebensbedrohlich".

Die Monsunzeit in Südasien dauert von Juni bis September. Die Niederschläge werden benötigt, um die Bevölkerung des indischen Subkontinents ernähren zu können, die etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung ausmacht. Allerdings führen die Monsunregen auch alljährlich zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Zahlreiche Orte sind derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Gesundheitsexperten befürchten die Ausbreitung von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser. Sie riefen die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

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