Panorama

Hohes Schmerzensgeld für Opfer Pausenbrot-Vergifter soll eine Million zahlen

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Mit Blei und Quecksilber vergiftete Pausenbrote: Nach dem Strafurteil wird der Täter auch noch zu Schmerzensgeld verpflichtet.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Heimtückisch mischt er Blei und Quecksilber in die Pausenbrote seiner Arbeitskollegen - und das über Jahre. Der Täter sitzt bereits in Sicherungsverwahrung. Nun verdonnert ihn das Arbeitsgericht Bielefeld dazu, seinen Opfern ein hohes Schmerzensgeld zu zahlen.

Ein 59-Jähriger, der jahrelang heimlich Arbeitskollegen mit Bleiverbindungen und Quecksilber auf Pausenbroten und in Getränken vergiftet hat, muss Schmerzensgeld in Höhe von mindestens einer Million Euro zahlen. Den Angehörigen eines jungen Mannes, der im Januar mit 26 Jahren an den Folgen der Tat gestorben war, sprach das Arbeitsgericht Bielefeld 580.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Ein weiterer Kollege, der durch die schleichende Vergiftung eine Niere verlor, soll eine halbe Million Euro erhalten. Zudem verpflichteten die Richter den Täter, für bereits entstandene und zukünftige Schäden durch Verdienstausfall aufzukommen - das sind zusammengenommen bislang weitere 4000 Euro. Die Richter beriefen sich zur Begründung auf das Urteil des Landgerichts im März 2019.

Die Strafkammer hatte damals keinen Zweifel an der schweren Schuld des Angeklagten und die Höchststrafe sowie anschließende Sicherungsverwahrung verhängt. Der Täter hatte demnach wiederholt Brote und Getränke der Kollegen einer Firma in der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock im Nordosten Nordrhein-Westfalens mit Quecksilber und anderen giftigen Substanzen versetzt.

Videoaufnahmen überführen den Täter

Auf die Schliche gekommen sind die Kollegen dem Mann durch Videoaufnahmen. Sie haben den Giftmischer der tödlichen Pausenbrote in der 27.000-Einwohner-Stadt nach Jahren schließlich überführt. Drei Kollegen wurden schwer krank, darunter der inzwischen gestorbene 26-Jährige.

Die Richter des Arbeitsgerichts, die nun über das Schmerzensgeld entschieden, hoben in ihrer Begründung den hohen Grad der Schuld des 59-Jährigen sowie die lange Leidenszeit der Geschädigten hervor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob der Täter die Summe tatsächlich bezahlen kann, ist allerdings zweifelhaft.

Quelle: ntv.de, cbr/dpa