Panorama

Wegen Anstiftung zum Suizid Polizei ermittelt gegen Influencerin

999f115e67670024eeb8722688f17d2e.jpg

Die Videos wurden bei Tiktok hochgeladen.

(Foto: AP)

Die Idee ist so dumm wie gefährlich: Eine italienische Influencerin und ein Mann filmen sich dabei, wie sie mit Klebeband ihre Gesichter so umwickeln, dass sie nicht mehr atmen können. Die Polizei sieht in den als Challenge gedachten Videos eine Anstiftung zum Selbstmord.

Die italienische Polizei hat Ermittlungen wegen Anstiftung zum Suizid gegen eine aus den sozialen Medien bekannte Frau in der sizilianischen Provinz Syrakus eingeleitet. Die 48-Jährige und ein Mann hätten auf der Social-Media-App Tiktok mit einer sogenannten Challenge junge Fans dazu verleitet, möglicherweise eine lebensgefährliche Mutprobe nachzumachen, teilte die Polizei mit.

Mit transparentem Klebeband umwickelten die beiden demnach ihre Gesichter samt Mund und Nase, sodass sie nicht mehr atmen konnten. Die Frau ist laut Polizei eine Influencerin mit Hunderttausenden Fans. Bei ihren Ermittlungen fanden die Beamten heraus, dass sie mehrere entsprechende Videos produziert hatte, mutmaßlich um mehr Follower zu bekommen. Die Polizei stufte das Video als besonders gefährlich für Minderjährige ein, weshalb sie es von Tiktok entfernen ließ, und beschlagnahmte zudem den Account der Frau.

Erst vor gut einer Woche hatte der tragische Tod der zehn Jahre alten Antonella in der sizilianischen Stadt Palermo für Bestürzung gesorgt. Das Mädchen hatte sich vermutlich bei einer Mutprobe auf Tiktok, einer "Blackout Challenge", so lange stranguliert, bis es bewusstlos geworden war. Die Eltern hatten das Kind in ein Krankenhaus gebracht, wo Ärzte den Hirntod feststellten. Die nationale Datenschutz-Aufsicht hat Tiktok aufgefordert, das Alter seiner Nutzer stärker zu kontrollieren.

Quelle: ntv.de, tno/dpa