Panorama

Schwert-Angriff auf Beamte Polizei erschießt Autofahrer nach Unfall

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Nachdem der Autofahrer eine Litfaßsäule zerlegt hatte, versuchte er zu flüchten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst setzt er seinen Wagen frontal gegen eine Stuttgarter Litfaßsäule, dann versucht er mit seiner Beifahrerin zu fliehen. Als der Unfallfahrer von Polizisten gestellt wird, eskaliert die Situation. Die Beamten geben Schüsse auf den Man ab, der wenig später im Krankenhaus stirbt.

Ein 32-jähriger Autofahrer ist gestern Nacht in Stuttgart nach einem Verkehrsunfall von der Polizei erschossen worden. Der Mann habe im Stadtteil Vaihingen zwei Polizisten mit einem schwertähnlichen Gegenstand angegriffen, teilte die Polizei mit. Daraufhin hätten die Beamten auf ihn geschossen und ihn so schwer verletzt, dass er kurz darauf im Krankenhaus gestorben sei.

Zuvor sei der Mann wegen seiner "unsicheren Fahrweise" bereits anderen Verkehrsteilnehmern aufgefallen. Den Angaben der Polizei zufolge fuhr er mit seinem Kleinwagen zunächst in falscher Richtung in einen Kreisverkehr, streifte dann eine Gebäudewand und prallte schließlich frontal gegen eine Litfaßsäule, die durch den Aufprall zerstört wurde. Zeugen hätten wegen des Unfalls die Polizei gerufen, die dann festgestellt habe, wie sich der Fahrer mit einer Begleiterin zu Fuß vom Autowrack entfernen wollte.

Zuerst war Pfefferspray im Einsatz

Als die Polizisten die beiden stellten und ansprachen, habe der Mann völlig unvermittelt die Beamten mit einer rund 70 Zentimeter langen Stichwaffe angegriffen, hieß es weiter. Daraufhin hätten die Polizisten versucht, den Mann mithilfe von Pfefferspray zu stoppen. Als das nicht geholfen habe, zogen die Beamten ihre Schusswaffen und feuerten auf den Mann, der später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland elf Menschen bei Polizeieinsätzen erschossen und 34 Menschen verletzt. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutschland im Schnitt jährlich rund 9 Menschen von der Polizei erschossen, wobei die letzten fünf Jahre leicht über dem Durchschnitt lagen. In Europa rangiert Deutschland damit im Mittelfeld. Rainer Wendt, der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft lobte: "Die seit Jahren feststellbare steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte hat nicht zu einer Steigerung des Einsatzes der Schusswaffe geführt".  

Quelle: ntv.de, lwe/dpa