Panorama

Mysteriöser Anruf bringt Hinweis Polizei findet Maya-Schatz in Sachsen-Anhalt

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Die Figur soll aus der Teotihuacán-Kultur stammen und mindestens 1500 Jahre alt sein.

(Foto: Polizei)

Es liest sich wie das Drehbuch eines Krimis, passiert ist es aber tatsächlich in der Kleinstadt Klötze in Sachsen-Anhalt: Die Polizei erhält einen mysteriösen Anruf mit dem Hinweis auf vergrabene Waffen in einem alten Bauernhaus. Die findet sie auch, aber noch etwas viel Bedeutsameres.

Der Kriminalfall um einen in Sachsen-Anhalt in einer Kunststofftonne vergrabenen Maya-Schatz findet demnächst ein gutes Ende. Die Magdeburger Staatskanzlei will die 13 Artefakte in der kommenden Woche offiziell an Mexiko und Guatemala zurückgeben, wie die "Volksstimme" aus Magdeburg berichtet. Die Raubgräberstücke hatten Polizisten im altmärkischen Klötze ausgegraben. Sie waren dort jahrelang im Keller eines Bauernhauses versteckt gewesen.

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Die Figur stellt vermutlich einen Feuergott dar. Auch sie soll mindestens 1500 Jahre alt sein.

(Foto: Polizei)

Noch liegen die teils mehr als 1500 Jahre alten, reichlich verzierten Tonfiguren, bunten Geschirrteile und Scherben aus der Maya- und Teotihuacán-Kultur im Tresor der Magdeburger Staatskanzlei. Die 13 Fundstücke sind dem Bericht zufolge Teil eines ungewöhnlichen Kriminalfalls.

Ein 66-jähriger Mann aus Klötze, der seit vielen Jahren in Frankreich lebt, vergrub im Jahr 2007 die Artefakte zusammen mit zwei Waffen seines Großvaters in einer Kunststofftonne im Keller seines Bauernhauses. Vor einigen Monaten zeigte sich der Mann bei der Polizei in Salzwedel wegen der Waffen selbst an und beschrieb das Versteck im Keller des Hauses.

Dem Anrufer drohen keine juristischen Konsequenzen

Im November wurde der Schatz dann von der Polizei gehoben. Juristische Folgen hat der Waffenfund für den 66-Jährigen nicht. Es wurden zwar tatsächlich ein mittlerweile stark verrostetes Kleinkalibergewehr und eine Pistole gefunden, allerdings ist das Waffendelikt verjährt. Das Kulturgutschutzgesetz existiert erst seit 2016, so dass dem ehemaligen Klötzer auch diesbezüglich keine Strafe droht. Das Gesetz, das verhindern soll, dass Kulturschätze außer Landes gebracht werden, sieht in solchen Fällen eigentlich bis zu fünf Jahre Haft vor, beim Nachweis gewerbsmäßigen Handels mit Kulturgütern kommen sogar bis zu zehn Jahre Haft infrage.

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Aus diesem Becher wurde vermutlich Kakao getrunken.

(Foto: Polizei)

Der renommierte Maya-Experte Professor Nikolai Grube von der Universität Bonn bestätigte die Echtheit des Funds. Er stammt vermutlich aus illegalen Ausgrabungen in Mexiko und Guatemala. Von den eigentlich 14 Figuren handele es sich bei einer um ein Fälschung, weshalb Grube davon ausgeht, dass die Figurensammlung auf einem Schwarzmarkt in Südamerika erworben wurde.

Über das Auswärtige Amt wurden die Botschaften von Guatemala und Mexiko informiert und der Rücktransport organisiert. Die offizielle Übergabe ist für den 20. Mai geplant.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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