Panorama

Wohl doch keine Außerirdischen Rätsel um tote Wanderer im Ural gelöst?

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Eine Szene aus dem Dokumentarfilm „The Dyatlov Pass Incident“ zeigt das Lager der Gruppe.

(Foto: imago/Prod.DB)

1959 stirbt eine Gruppe Wanderer unter geheimnisvollen Umständen im Ural. Seitdem sorgt ihr Tod für Spekulationen und Verschwörungstheorien, auch weil die Sowjetunion den Fall lange unter Verschluss hält. Neue Untersuchungen warten mit einer naheliegenden Lösung auf.

Gut 60 Jahre nach dem mysteriösen Tod von russischen Skiwanderern im Ural haben die Behörden neue Erklärungen für den Vorfall vorgelegt. Demnach soll eine Lawine die Tragödie am Djatlow-Pass 1959 ausgelöst haben. Die Gruppe habe daraufhin fluchtartig ihre Zelte verlassen, sagte Andrej Kurjakow von der zuständigen Staatsanwaltschaft der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge. Die neun Wanderer seien schließlich erfroren.

Ihr Tod hatte zahlreiche Spekulationen ausgelöst und war bis zuletzt nicht restlos aufgeklärt worden. Die Ingenieure und Studenten waren in Schlafkleidung in einem nahe gelegenen Wald gefunden worden. Einige Leichen wiesen Verletzungen auf. In früheren Mitteilungen der Behörden hieß es, dass Haut und Haare einiger Toten grau gewesen seien. An ihrer Kleidung sei Radioaktivität gemessen worden.

Außerirdische und Ritualmorde

Die neue Untersuchung war vor gut einem Jahr begonnen worden, um die vielen Spekulationen zu beenden. Die Staatsanwaltschaft ging nach eigenen Angaben mehr als 70 Versionen zu den Todesumständen nach und machte Experimente, um die Situation von damals nachzustellen. Ein Lawinenabgang galt als eine der Thesen. Spekuliert wurde aber auch, ob Außerirdische, ein Ritualmord oder ein geheimer Raketentest Ursache für den Tod waren. Die Spekulationen wurden auch deshalb angeheizt, weil der Fall zu Sowjetzeiten als geheim galt.

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Andrej Kurjakow während einer Pressekonferenz.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Den neuesten Erkenntnissen zufolge sollen die Wanderer ihre Zelte aufgeschnitten und unter einem Abhang Schutz gesucht haben, als die Lawine begann. Den Weg zurück zu ihren Zelten hätten sie wegen der schlechten Sichtverhältnisse nicht mehr gefunden. Die Temperaturen sollen bei minus 40 Grad gelegen haben.

"Es gab keine Panik. Aber sie hatten unter diesen Umständen keine Chance", meinte Kurjakow. Er hält den Fall, der sich rund 2000 Kilometer östlich von Moskau abspielte, für abgeschlossen. Die Verletzungen seien charakteristisch für Lawinenopfer, sagte er. Angehörige ließen über ihren Anwalt bereits ausrichten, dass sie dieser Version nicht glauben.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa