Panorama

Gefährder-Wohnungen durchsucht Razzia gegen Islamistenzelle in NRW

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Rund 350 Polizisten waren im Einsatz.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Mutmaßliche Anhänger des Islamischen Staates sollen mit Äxten und Messern in einem Wald in NRW für einen Anschlag trainiert haben. Terrorfahnder haben die Verdächtigen seit einiger Zeit im Visier. Nun durchsuchen 350 Polizisten ihre Wohnungen im Großraum Aachen.

Spezialeinheiten der Polizei in Nordrhein-Westfalen haben am Morgen wegen Terrorverdachts die Wohnungen von fünf jungen Männern im Landkreis Düren durchsucht. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei Köln mit. "Den Beschuldigten wird vorgeworfen, sich anlehnend an Propagandamaterial der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" auf eine terroristisch motivierte Tat vorbereitet zu haben", hieß es.

Unter den fünf Beschuldigten im Alter zwischen 16 und 22 seien zwei deutsche Staatsangehörige, zwei deutsch-russische Doppelstaatler und ein türkischer Staatsangehöriger, hieß es weiter. Drei von ihnen seien minderjährig. Die Beschuldigten wurden der Mitteilung zufolge allerdings nicht festgenommen. "Die Voraussetzungen zur Anordnung der Untersuchungshaft liegen derzeit nicht vor." Durchsucht wurde konkret wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Die Terrorfahnder der Soko "Stern" haben bereits seit einiger Zeit gegen die mutmaßlichen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ermittelt, wie der "Spiegel" berichtet. In einem Waldstück bei Aachen sollen diese im vergangenen Jahr mit Äxten und Messern geprobt haben, wie man einen Anschlag begeht.

Wohl noch keine konkreten Tatpläne

Trotz des Terrortrainings hat es laut der Zeitung noch keine Planung einer konkreten Tat gegeben. Der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe soll ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Düren sein, der bereits als Gefährder eingestuft ist. Rund 350 Polizisten waren demnach unter der Leitung des Staatsschutzes im Einsatz.

Derzeit beobachte man in Nordrhein-Westfalen 190 islamistische Gefährder und 178 sogenannte "relevante Personen" des islamistischen Spektrums. Die Zahl der Gefährder sei seit 2019 leicht gesunken. Damals waren noch 221 im Visier der Behörden. Die Zahl der antisemitischen Straftaten sei seit 2018 ebenfalls rückläufig.

Im September war zuletzt ein 16-jähriger Syrer festgenommen worden, dem vorgeworfen wird, einen Anschlag auf eine Hagener Synagoge geplant zu haben. Aus Sicherheitskreisen hieß es, bei dem Kontaktmann des Jugendlichen soll es sich um einen Angehörigen des IS handeln. Für den Verdächtigen wurde eine Untersuchungshaft angeordnet.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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