Panorama

Gasflaschen gefunden Rentner stirbt bei Explosion in Blankenburg

Eine heftige Detonation erschüttert am Morgen den Stadtrand von Blankenburg im Harz. Flammen schlagen aus der Wohnung eines Miethauses. Mindestens ein Mensch stirbt, 15 werden verletzt. Die Polizei vermutet Flüssiggas hinter der Explosion.

Bei einer Explosion in Blankenburg im Harz ist ein Mensch ums Leben gekommen. Zudem wurden nach Angaben der Einsatzkräfte elf Menschen verletzt. Darunter ist eine Schwerverletzte. Vier Beamte erlitten eine leichte Rauchvergiftung. Die Ursache der Explosion in einer der Wohnungen eines Mehrfamilienhauses ist noch unklar. "Derzeitigen Erkenntnissen zufolge wurde die Explosion durch Flüssiggas ausgelöst", hieß es von der Polizei.

Bei dem Toten handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den 78-jährigen Mieter der Wohnung, in der die Explosion vermutlich auch ausgelöst wurde. Bislang konnte die Leiche wegen der großen Zerstörung der Räume noch nicht geborgen werden. Bei der Schwerverletzten handelt es sich wahrscheinlich um die Frau des getöteten Mieters.

In früheren Meldungen war zunächst von 25 Verletzten die Rede. Die Zahl wurde später mehrfach nach unten korrigiert. Auch hätten sich Berichte, dass in der betroffenen Wohnung Weltkriegsmunition lagerte, bislang nicht bestätigt, sagte Frank Götze von der Polizei.

Mehrere Gasflaschen in der Wohnung

Unklar ist laut Polizei, weshalb der Mieter in seiner Wohnung eine "größere Zahl" von Flaschen mit Flüssiggas aufbewahrte. Die Wohnung wird der Wohnungsbaugesellschaft zufolge mit Fernwärme geheizt. Alle privaten Versuche, zusätzlich für Wärme zu sorgen, sind ausdrücklich verboten.

Insgesamt waren den Angaben zufolge mehr als 200 Einsatzkräfte am Unglücksort. Verletzte waren mit Rettungshubschraubern abtransportiert worden. Bei ihrem Eintreffen hatte die Feuerwehr drei bewusstlose Menschen vor dem Haus aufgefunden.

Bei dem Haus handelt es sich um einen Plattenbau in einem Wohngebiet. Laut Polizei hat das fünfgeschossige Gebäude sechs Eingänge und 60 Wohnungen. Nach der Explosion haben Experten damit begonnen, die Statik des Mehrfamilienhauses zu überprüfen. "Die Platten in dem Neubaublock haben sich verschoben", sagte der Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse. Die Explosion hat zudem beide Seiten des Hauses beschädigt. Schäden an einem gegenüberliegenden Haus lassen ahnen, wie groß die Wucht der Explosion gewesen sein muss: Fenster wiesen Risse und Löcher auf.

Wohnung komplett ausgebrannt

Die baustatischen Untersuchungen werden sich wohl bis in den Abend ziehen, hieß es vom Technischen Hilfswerk. Auch dann ist erst klar, ob und wann die Betroffenen in ihre Wohnungen zurückkönnen. Die Wohnung, in der sich die Explosion ereignete, brannte laut Feuerwehr komplett aus. Die Zimmer darüber sind schwer beschädigt.

Alle Bewohner in den vier Aufgängen des Hauses mussten ihre Wohnungen verlassen. Beinahe alle sind laut Bürgermeister Heiko Breithaupt bei Verwandten untergekommen. Eine Familie ist in einer Notunterkunft.

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(Foto: n-tv.de)

 

In der Nachbarschaft des Hauses befinden sich eine Grundschule und eine Kita. Aus dieser wurden rund 100 Kinder in anderen Einrichtungen untergebracht, wie die Kita auf Anfrage mitteilte. Zu der Grundschule lagen zunächst keine Angaben vor. Blankenburg liegt am Nordrand des Harzes in Sachsen-Anhalt. In der Stadt leben gut 19.000 Einwohner.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa