Panorama

Putin-Dekret aus dem Kreml Russland benennt Dutzende Flughäfen um

RTX1111N.jpg

Neue Namen im russischen Flugverkehr: Der künftige Puschkin-Airport Scheremetjewo taucht auf den Tickets weiter als "SVO" auf.

(Foto: REUTERS)

Flugreisende in Russland sollen künftig nicht mehr nur nüchterne Ortsnamen ansteuern. Um bekannte Persönlichkeiten zu ehren, ordnet Staatschef Putin die Umbenennung vieler Flughäfen an. Passagierjets werden künftig auch in "Puschkin" oder "Tupolew" starten und landen.

International bekannte Flughäfen in Russland sollen künftig die Namen historischer Persönlichkeiten tragen. Kremlchef Wladimir Putin unterschrieb vor dem Wochenende ein Dekret, das die Namen von mehr als 40 Flughäfen im ganzen Land festlegt.

Das wichtigste Drehkreuz des weltweit flächengrößten Landes - Scheremetjewo im Norden der russischen Hauptstadt - wird nach dem Nationaldichter Alexander Puschkin benannt. Wnukowo im Süden Moskaus erhält den Namen des legendären sowjetischen Flugzeugbauers Andrej Tupolew. Der regional bedeutsame Flughafen der Stadt Magadan am Pazifik bekommt den Namen des verstorbenen Kultsängers Wladimir Wyssozki.

Die international gebräuchlichen IATA-Kürzel bleiben von den Namensänderungen unberührt. Passagiere, die auf ihrer Reise nach Russland in Scheremetjewo ankommen oder dort umsteigen, werden auf ihren Tickets weiter das Kürzel SVO finden. Der zweitgrößte Flughafen der russischen Hauptstadt, Domodedowo, bleibt dementsprechend DME.

Das Kulturministerium hatte die Zusatznamen angeregt, um einflussreiche Persönlichkeiten des Landes zu ehren. Zudem könnten ausländischen Touristen dadurch die teilweise komplizierten russischen Namen auch leichter über die Lippen gehen, hieß es damals.

Welcher Airport künftig welchen Namen tragen sollte, wurde in einem öffentlichen Auswahlverfahren ermittelt. Die Bevölkerung vor Ort konnte in Umfragen aus einer Reihe von Vorschlägen ihren Favoriten bestimmen. Gestützt auf die Ergebnisse wurde dann ein passender Name festgelegt.

Die Ehrung berühmter Persönlichkeiten durch die Erwähnung im offiziellen Beinamen eines Verkehrsflughafens ist international alles andere als ungewöhnlich. Vielfliegern dürften schnell berühmte Beispiele aus der westlichen Welt in den Sinn kommen, wie etwa der New Yorker Flughafen JFK - benannt nach dem 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy - oder auch Paris-CDG, dessen Beiname den Weltkriegshelden und Staatsmann Charles de Gaulle ehrt.

Auch in Deutschland tragen Großflughäfen mitunter Namen bekannter Persönlichkeiten. Berlin etwa erinnert am Airport-Standort Tegel an den Flugpionier Otto Lilienthal. Deutschlands zweitgrößter Flughafen München entschied sich für den langjährigen Ministerpräsidenten, zeitweiligen Bundesverteidigungsminister und einstigen CSU-Kanzlerkandidaten Franz-Josef Strauß.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema