Panorama

"Abgestochen wie ein Lamm" Seniorin muss für Mord an Kind nicht in Haft

134633937.jpg

Der Siebenjährige war im März 2019 auf dem Heimweg von der Schule von der Seniorin niedergestochen worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die 76-jährige Schweizerin, die einen 7-jährigen Grundschüler tötete, muss nicht ins Gefängnis. Das Gericht verschont die Seniorin, da sie an wahnhaften Störungen leidet. Auch sollen die Eltern keine Schadenersatzleistung bekommen. Nach eigener Aussage stach die Frau aus einem ganz bestimmten Grund zu.

Eine 76-jährige Frau ist vom Strafgericht Basel wegen Mordes an einem sieben Jahre alten Schüler verurteilt worden. Die Seniorin erhielt wegen Schuldunfähigkeit aber keine Haftstrafe, vielmehr wurde eine Verwahrung angeordnet. Damit folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagte leidet laut Gutachten an einer schwerwiegenden wahnhaften Störung, namentlich einem Querulantenwahn.

Das Gericht lehnt zugleich die Forderungen der Eltern nach Genugtuung in der Höhe von 185.000 Franken (172.000 Euro) und eine Schadenersatzzahlung von rund 18.700 Franken (17.300 Euro) ab. Der Siebenjährige war im März 2019 auf dem Heimweg von der Schule von der 76-Jährigen mit einem Küchenmesser niedergestochen worden. Das Kind erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.

Die Seniorin, die seit Jahrzehnten mit den Behörden im Streit gewesen war, hatte die Tötung des ihr unbekannten Kindes vor Gericht mit ihrer Verzweiflung begründet. Sie habe im Affekt gehandelt, sagte sie. Sie bereue die Tat jeden Tag. Die Behörden hätten sie so weit getrieben. Laut telebasel.ch wollte sie mit der Tat vor allem Aufmerksamkeit erregen, da ihr wohl niemand zugehört hätte.

Die Richtern war jedoch anderer Ansicht und meinte laut dem Nachrichtenportal "20Minuten" zu der 76-Jährigen:"Sie haben nicht im Affekt gehandelt, sondern sich bewusst ein wehrloses Kind ausgesucht." Das Kind habe keine Chance gehabt. "Sie haben das Kind abgestochen wie ein Lamm", so die Richterin. Schon der erste Messerstich in den Hals sei tödlich gewesen. Bereits am Vortag der Tat habe die Angeklagte eine Textnachricht mit einem Geständnis verfasst. "Vor der Schule haben Sie nichts anderes gemacht, als zu warten, bis das letzte Kind alleine daherkommt."

Quelle: ntv.de, can/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.