Panorama

Gesundheitswesen vor Kollaps Spanien bittet Nato um medizinische Hilfe

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Gesundheitspersonal steht auf der Madrider Messe, wo Patienten mit leichten Corona-Symptomen behandelt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Spanien ist in Europa nach Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land. Verschlimmert wird die Entwicklung dadurch, dass ein großer Teil der Infizierten aus dem Gesundheitswesen stammt. Die Nato soll Entlastung bringen.

Das spanische Militär hat die Nato wegen der Corona-Krise um Hilfe gebeten. Spanien brauche Unterstützung bei der medizinischen Versorgung, erklärte das Militärbündnis. Demnach bat Madrid um 500.000 Test-Kits, 500 Beatmungsgeräte sowie 1,5 Millionen OP-Masken und 450.000 Atemschutzmasken.

In Spanien steigen die Zahl der Neuansteckungen und der Todesopfer trotz einer vor zehn Tagen verhängten Ausgangssperre weiter an. Am Dienstag meldete das Land insgesamt fast 2700 Todesfälle. In den vergangenen 24 Stunden seien 514 weitere Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich den Angaben zufolge um fast 20 Prozent auf knapp 40.000.

Spanien ist in Europa nach Italien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land. Die Zahl der Erkrankten hat das medizinische System an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Etwa 5400 Beschäftigte im Gesundheitswesen wurden positiv auf das Virus getestet - rund zwölf Prozent aller Infizierten.

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Ausgangssperre bis 11. April

Angesichts der dramatischen Entwicklung will die Regierung die landesweite Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern. Regierungschef Pedro Sánchez will dem Parlament einen entsprechenden Antrag vorlegen.

"Wir sind uns bewusst, wie schwer es ist, diese Situation zu verlängern, aber es ist absolut unerlässlich, dass wir das Virus weiter bekämpfen, um diesen Kampf zu gewinnen", sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero. "Dies sind unendlich schwierige Tage."

Bereits seit dem 14. März gelten in Spanien weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die 46 Millionen Einwohner dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder den Hund auszuführen.

Quelle: ntv.de, chr/AFP