Panorama

Malle war einmal im Jahr Spanier ersetzen deutsche Touristen

Der Strand an der Playa del Palma

Hier war es schon mal voller - Strand auf Mallorca.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Mitte der 90er-Jahre kommen die meisten Mallorca-Touristen aus Deutschland. An einigen Stränden wurde mehr Deutsch als Spanisch gesprochen. Doch die langanhaltende Beliebtheit scheint zu sinken. Das finden die Spanier jedoch halb so wild.

Während die Stimmung in der Tourismusbranche zu kippen droht, sind die Politiker der spanischen Urlaubsinsel Mallorca unbesorgt. Der Rückgang der Buchungen aus Deutschland bereitet ihnen keine Sorgen. Schließlich steige stattdessen die Zahl der spanischen Touristen, sagte der neue Tourismusminister der Regionalregierung der Balearen, Iago Negueruela, in einem Interview der "Mallorca Zeitung".

Die Zahl der deutschen Urlauber werde laut Prognosen in der Hochsaison im Vergleich zu 2018 um acht Prozent zurückgehen, schrieb die "Mallorca Zeitung". "Leichte Rückgänge sind angesichts der bisherigen Rekordzahlen akzeptabel", betont Negueruela.

Dass die Besucherzahlen sinken, liegt jedoch nicht nur an den großen Erfolgen in den vorherigen Jahren. Probleme bereitet der Trauminsel auch die wiedererstarkte Konkurrenz, die Touristen das Gleiche bietet, nur oftmals billiger: "Natürlich sind Reiseziele wie die Türkei oder Tunesien, die sich derzeit erholen, unsere Mitbewerber. Aber wenn in Ländern die Gefahren von Bürgerkrieg oder Terror schwinden, ist das eine gute Nachricht", sagt Negueruela.

"Sauftourismus" wird weiter eingeschränkt

Der Forderung der Hoteliers nach Abschaffung der 2016 eingeführten Touristenabgabe "Ökotaxe" erteilt der Minister eine Absage. "Das steht nicht zur Debatte." Negueruela betont auch, dass man den sogenannten Sauftourismus weiter bekämpfen möchte.

Es gebe auf Mallorca "zwei Problemzonen": den sogenannten "Ballermann" östlich von Palma, der vor allem von Deutschen besucht wird, und die "Briten-Hochburg" Magaluf westlich der Inselhauptstadt. "Wir können nicht zulassen, dass dort zu jeder Tageszeit Unmengen von Alkohol zu Dumping-Preisen unter die Leute kommen", so der Minister. Deshalb müsse man Angebote wie Pub-Crawling limitieren, "die zu einem Alkoholkonsum bis zum Umfallen (...) führen". Der Minister stellt klar: "Einen solchen Tourismus wollen wir nicht."

Quelle: n-tv.de, jhi/dpa

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