Panorama

Nach Unfall mit sieben Toten Stefan L. bleibt in Untersuchungshaft

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Stefan L. hatte bei dem Unfall im Wintersportort Luttach 1,9 Promille im Blut.

(Foto: dpa)

Was passiert nach dem Autounfall mit sieben Todesopfern mit dem Unfallfahrer? Ein Haftrichter entscheidet nun: Stefan L. bleibt im Gefängnis. Sein Anwalt versucht nicht einmal, eine Freilassung zu erwirken.

Nachdem er in der Nacht zu Sonntag stark alkoholisiert einen Verkehrsunfall mit sieben Todesopfern verursacht hat, bleibt der Unfallfahrer Stefan L. in Untersuchungshaft. Das ergebe sich aus der Schwere des Unfalls mit sieben Toten, sagte Richter Emilio Schönsberg von Landesgericht in Bozen. Er hätte L. auch unter Hausarrest stellen oder freilassen können.

Nicht einmal der Verteidiger des Südtirolers beantragte demnach die Freilassung seines Mandanten - wegen der Schwere der Tat, über die man sich bewusst sei, so Anwalt Alessandro Tonon. Allerdings müsse man auf seinen Mandanten aufpassen, weil dieser nach wie vor suizidgefährdet sei. Stefan L. bereut seinem Anwalt zufolge den Unfall und soll psychisch labil sein. Italienische Medien berichtete, dass das Verhör wegen des schlechten Zustands des Mannes unterbrochen und dann abgebrochen werden musste. Er sei mehrmals in Tränen ausgebrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Anwälte.

Der 27-jährige Südtiroler war im Wintersportort Luttach in eine Gruppe junger Menschen gerast. Sieben deutsche Urlauber starben durch den Unfall. Die Behörden hatten bei Stefan L. nach seiner Festnahme mehr als 1,9 Promille Alkohol gemessen. Er kam zunächst ins Krankenhaus, seit Montag ist er in Bozen, der Landeshauptstadt der norditalienischen Provinz Südtirol, im Gefängnis. Ihm drohen wegen der Schwere des Unglücks bis zu 18 Jahre Haft.

Die Ermittler gehen davon aus, dass neben dem Alkoholeinfluss auch zu schnelles Fahren eine Rolle spielte. L.s Pflichtverteidiger hatte berichtet, der 27-Jährige habe gedacht, er sei nicht so stark alkoholisiert. Ihm wird unter anderem Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen.

Von den zehn Menschen, die bei dem nächtlichen Unglück verletzt wurden, waren am Dienstag noch zwei in Intensivbehandlung. Das sagte Lukas Raffl vom Südtiroler Sanitätsbetrieb. Bei einer Person, die in Bozen in der Klinik liegt, sei der Zustand kritisch.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa