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Bafög, Stipendien, arbeiten: es gibt viele Möglichkeiten, das Studium zu finanzieren. Einen Kredit nehmen Studenten inzwischen seltener auf.
Bafög, Stipendien, arbeiten: es gibt viele Möglichkeiten, das Studium zu finanzieren. Einen Kredit nehmen Studenten inzwischen seltener auf.(Foto: picture alliance / Marcus Brandt)
Mittwoch, 11. Juli 2018

3,5 Prozent erhalten Darlehen: Studenten brauchen weniger Kredite

Die Zahl der an Studierende vergebenen Kredite nimmt ab. Woran liegt es, dass sich deutsche Studierende zunehmend offenbar auch anders finanzieren können?

Deutschlands Studenten brauchen immer weniger Kredite. Wie eine vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) veröffentlichte Auswertung ergab, sank die Zahl der Neuverträge zwischen 2014 und 2017 um ein Drittel von 59.000 auf 41.000. Als Grund sieht CHE-Experte Ulrich Müller die gute Konjunktur in Deutschland. "Außerdem gehen zwei Drittel der Studierenden arbeiten."

Für die Auswertung befragte Müller die Kreditanbieter. Demnach laufen aktuell 280.000 Verträge. 100.000 davon sind in der Auszahlungsphase, 180.000 in der Rückzahlungsphase. Im Schnitt bekamen die Kreditnehmer 500 Euro pro Monat. "Überraschend hoch", wie Müller sagte, denn solche Angebote würden nur dann in Anspruch genommen, wenn ein Studium durch Bafög, Stipendien, Nebenjob oder Unterstützung der Eltern nicht ausreichend finanziert werden kann.

Insgesamt errechnete Müller ein jährliches Kreditvolumen von mehr als 600 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2016 erhielten laut Statistischem Bundesamt 377.000 Studenten monatlich Bafög in Höhe von 464 Euro. Das macht ein Gesamtvolumen von 2,1 Milliarden Euro. Gut die Hälfte davon wird als Zuschuss gezahlt, der Rest als Darlehen. 2012 bekamen noch 440.000 Studenten Bafög. Insgesamt gibt es in Deutschland 2,7 Millionen Studenten.

Der Anteil der Kreditnehmer an allen Studenten lag 2017 bei 3,5 Prozent. Marktführer sind staatliche Angebote, der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Rund 92 Prozent aller Verträge im vergangenen Jahr wurden bei den beiden unterzeichnet. Alle gängigen Angebote sind laut Müller durchwegs seriös und gut gestaltet. Er warnte hingegen vor Webportalen, die Kredite von Privatpersonen vermitteln. Diese richteten sich nicht immer nach studentischen Bedürfnissen und verlangten teilweise horrende Zinssätze.

Quelle: n-tv.de