Panorama

Nachtklub-Besucher als Ursprung Südkorea fürchtet Corona-Rückfall

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Südkorea hat mit seinen resoluten Maßnahmen das Virus eigentlich weitgehend eingedämmt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Südkorea hat das Coronavirus zunächst konsequent eingedämmt, doch nun gibt es zahlreiche Neuinfektionen. Ein Nachtklub-Besucher hat offenbar zahlreiche andere Gäste angesteckt. Als Konsequenz müssen die Klubs in der Hauptstadt Seoul nun schließen. Trotzdem wächst die Sorge im Land.

Südkorea hat am Sonntag 34 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet und damit den höchsten Tagesanstieg seit einem Monat. Im Land wächst die Furcht vor einer möglichen Destabilisierung der Lage. Ursprung der meisten Fälle ist ein Infizierter, der eine Reihe von Nachtklubs besucht und dabei etliche Gäste angesteckt hatte. Bei 26 der neuen Infektionen handle es sich um Übertragungen im Inland, acht Fälle seien importiert, erklärte das koreanische Zentrum für Seuchenkontrolle (KCDC). Südkorea hatte erfolgreich den ersten größeren Ausbruch der Epidemie außerhalb Chinas bekämpft und in den vergangenen Wochen jeweils keine oder nur sehr wenige Ansteckungen im Inland gemeldet.

Ein Mann Ende 20 hatte den Erreger dann in mehreren Nachtklubs in Seoul weitergegeben, ehe seine eigene Infektion festgestellt wurde. Bis Freitag wurden mindestens 15 neue Fälle auf ihn zurückgeführt. 14 der neuen Infektionen am Sonntag wurden aus Seoul gemeldet, das KCDC äußerte sich aber nicht dazu, ob es sich dabei um weitere Übertragungen in den Klubs handelte.

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Seoul hat nach den Infektionen die Klubs der Stadt schließen lassen.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Seoul hatte als Konsequenz aus dem neuen Ausbruch am Samstag alle Klubs und Discos geschlossen. Die Stadt versucht, etwa 1500 Menschen aufzuspüren, die sich bei einem Besuch dort angesteckt haben könnten. Zugleich forderte sie alle Gäste vom vergangenen Wochenende auf, sich für zwei Wochen in Selbstisolation zu begeben und auf eine Infektion testen zu lassen.

"Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist"

Vor dem Ausbruch hatte das Land einige Beschränkungen gelockert. Aktuell peilt es die vollständige Wiedereröffnung von Schulen und Geschäften an. Präsident Moon Jae-in hat aber vor einer zweiten Welle der Epidemie gewarnt, die das Land später in diesem Jahr treffen könnte. Der jüngste Ausbruch belege das Risiko, dass die Pandemie jederzeit wieder aufflammen könne. "Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist", sagte er. Das Land müsse wachsam bleiben. Zugleich versuchte er, die Bürger zu beruhigen. Es gebe keinen Grund, "aus Furcht stehen zu bleiben".

*Datenschutz

Flächendeckende Tests, die intensive Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Tracing-Apps haben der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens dabei geholfen, die Epidemie ohne harte Ausgangssperren wie in vielen anderen Ländern unter Kontrolle zu bringen.

Moon kündigte einen Ausbau der Seuchenprävention an. Die Behörden vor Ort sollten mit zusätzlichen Experten eigene Strukturen zur Reaktion auf ansteckende Krankheiten einrichten. Zudem sollten Krankenhäuser aufgebaut werden, die sich auf die Behandlung dieser Krankheiten spezialisierten. Dies solle rasch geschehen, um auf eine zweite Welle der Epidemie vorbereitet zu sein, die nach Aussage von Experten im Herbst oder Winter zu erwarten sei.

Quelle: ntv.de, ara/rts/dpa