Panorama
Köckert sitzt als Parteiloser im Greizer Stadtrat.
Köckert sitzt als Parteiloser im Greizer Stadtrat.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 30. Oktober 2018

Razzien in Thüringen: Thügida-Chef Köckert festgenommen

Mit einem Großaufgebot rücken die Ermittler in Thüringen gegen drei Beschuldigte an. Bei einem von ihnen handelt es sich Medienberichten zufolge um die rechte Szenegröße Köckert.

Bei Razzien in mehreren Thüringer Orten ist Medienberichten zufolge der Chef der rechtsextremen Vereinigung Thügida, David Köckert, festgenommen worden. Insgesamt richtete sich der Einsatz gegen drei Beschuldigte in zwei Verfahren, wie das Landeskriminalamt des Freistaats mitteilte.

So werden zwei Beschuldigten schwere räuberische Erpressung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Einer der beiden soll zudem vor wenigen Wochen in Gera Pizzaboten überfallen haben. Beide sollen dem Haftrichter vorgeführt werden.

In einem weiteren Verfahren soll einer der beiden sowie ein Dritter für Mitarbeiter mehrerer von beiden betriebener Tätowierstudios im thüringisch-sächsischen Vogtland über einen langen Zeitraum zu wenige Sozialbeiträge abgeführt haben. Deswegen war an der Aktion auch der Zoll beteiligt.

Die Ermittler durchsuchten insgesamt vier Geschäftsräume der drei Beschuldigten in Gera, Greiz, Zeulenroda sowie im sächsischen Kirchberg. Zudem sicherten sie Beweise in drei Wohnungen in Greiz, Wünschendorf und Zwickau. Dabei wurden unter anderem Unterlagen, Datenträger, Schlagringe und Pyrotechnik sichergestellt.

Thügida-Chef Köckert hatte bei einem sogenannten Trauermarsch nach dem tödlichen Streit im sachsen-anhaltischen Köthen von "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk" gesprochen. Zudem hatte er mit Parolen wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" gedroht. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Quelle: n-tv.de