Panorama

Bangladesch verschärft Regelung Vergewaltigern droht jetzt Todesstrafe

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Tausende hatten in den vergangenen Tagen in Bangladesch gegen sexuelle Gewalt protestiert.

(Foto: REUTERS)

Ein Video einer Massenvergewaltigung bringt die Menschen in Bangladesch auf die Straße. Sie fordern, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden - in dem Land alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Jetzt reagiert die Regierung.

Nach mehrtägigen Protesten hat die Regierung Bangladeschs eine Gesetzesänderung beschlossen, die die Todesstrafe für Vergewaltiger erlaubt. Danach solle jeder, der für eine Vergewaltigung verurteilt wird, mit dem Tode oder lebenslanger Haft bestraft werden, sagte ein Kabinettssprecher. Bislang war die Höchststrafe für Vergewaltigungen lebenslange Haft. Der Justizminister erklärte, dass am Dienstag eine präsidentielle Erklärung erwartet wird, die die neue Regelung in Kraft treten lasse.

Aktivisten kritisieren, dass Täter fast nie zur Rechenschaft gezogen würden. Laut Angaben des "One Stop Crisis Centre", des Frauenhilfsprogramms der Regierung, sind zwischen 2001 und 2020 lediglich 3,56 Prozent der angezeigten Fälle zur Verhandlung gekommen. Die Quote der Fälle, in denen es zu einer Verurteilung kam, lag demnach bei 0,37 Prozent. Gründe sehen Menschenrechtsorganisationen unter anderem im schwachen Justizsystem, unzureichenden Ermittlungen und Mängeln bei der Beweissicherung. Viele Taten würden zudem nie angezeigt, da sich die Opfer vor sozialer Stigmatisierung und vor weiterer Gewalt fürchteten.

Die Proteste begannen, nachdem ein Video eines sexuellen Missbrauchs viral ging. Inzwischen hat die Polizei acht Verdächtige festgenommen. Tausende Demonstranten forderten in den vergangenen Tagen auf den Straßen Bangladeschs besseren Schutz für Frauen und härtere Strafen für Vergewaltiger. Sie riefen etwa "hängt die Vergewaltiger" und "keine Gnade für Vergewaltiger".

Quelle: ntv.de, ino/dpa