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Fragen und Antworten Was ist los am Mount Everest?

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Für den Traum vom Gipfel riskieren viele Menschen ihr Leben.

(Foto: REUTERS)

Einmal auf dem höchsten Berg der Welt stehen, das treibt jedes Jahr viele Menschen nach Nepal. Am Mount Everest wird es immer voller. Und die Besteigung bleibt ein teures Abenteuer mit hohem Risiko.

Warum stehen die Bergsteiger am Mount Everest Schlange?

Jedes Jahr versuchen Hunderte Menschen den Berg zu bezwingen. Die Saison dauert nur wenige Wochen im April und Mai, ihr Beginn hängt von der Wetterlage ab. In diesem Jahr haben 346 ausländische Bergsteiger die Genehmigung für den Aufstieg.

Was kostet ein Aufstieg?

Die Genehmigung für die Besteigung kostet umgerechnet rund 9000 Euro. Das ist allerdings nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Die Angebote verschiedener Unternehmen liegen bei Preisen zwischen 20.000 und mehr als 50.000 Euro. Das hängt von der Expeditionsdauer, der Anzahl der Teilnehmer, der Länge der Vorbereitung, Sicherheitsmaßnahmen und weiteren Faktoren ab. Kletterer mit hohem Budget geben auch leicht 100.000 Euro und mehr aus. Dann sind auch noch Inlandsflüge, Ausrüstung, Essen für extreme Höhen, die Sauerstoffversorgung, der Transport der Ausrüstung, der Aufbau der Zelte und ein Bergführer enthalten. Die gesamte Reise, mit Akklimatisierung und Besteigung, kann gut zwei Monate in Anspruch nehmen.

Wie viele Bergsteiger schaffen in einer Saison den Aufstieg?

Mehr als 400 Menschen haben nach Angaben des nepalesischen Tourismusministeriums in der Frühlingssaison des letzten Jahres den Gipfel des höchsten Berges der Welt erklommen. Sie hatte mehr als zehn Tage bei gutem Wetter. Insgesamt schafften es bisher mehr als 5000 Menschen auf den Gipfel.

Wie viele Menschen sind bereits an dem Berg gestorben?

Mehr als 400 Menschen sind bei dem Versuch der Gipfelbesteigung bereits ums Leben gekommen. Viele von ihnen gelten weiter als vermisst, weil ihre Leichen unter dem Schnee begraben liegen. Durch den Klimawandel werden immer wieder Körper freigelegt. Ihre Bergung ist allerdings sehr schwierig. Schätzungen gehen von 200 Toten aus, die noch am Berg liegen.

Wie kommt es zu den Todesfällen?

Der Aufstieg erfolgt normalerweise über mehrere Tage hinweg. Dabei gewöhnen sich die Bergsteiger auch an die zunehmende Höhe. Camp 3 liegt beispielsweise auf 7200 Metern Höhe, also bereits in der sogenannten Todeszone. Dort müssen auch die besten Bergsteiger praktisch nach jedem Schritt anhalten und atmen. Die Temperaturen fallen hier nachts auf 40 Grad unter Null. Die meisten Bergsteiger sind mit künstlichem Sauerstoff unterwegs. Ärzte waren lange der Meinung, ohne diese Hilfe sei der Aufstieg nicht zu bewältigen. Das widerlegten Reinhold Messner und Peter Habeler jedoch am 8. Mai 1978. Sauerstoffmangel, die Höhenkrankheit oder Entkräftung führen aber immer noch zu Todesfällen. Berüchtigt sind auch die Wetterwechsel am Berg, bei denen es plötzlich zu starken Schneefällen oder Stürmen kommt. Trotz der vielen Sicherungsseile kommt es auch immer wieder zu Stürzen. Durch das extreme Wetter und Veränderungen am Berg ändert sich das Gelände ständig. Auch Lawinen und Steinschläge an den extrem steilen Flanken des Nanga Parbat töten regelmäßig Bergsteiger. Auf dem 8848 Meter hohen Gipfel halten es Menschen nur wenige Minuten aus.

Wieso gab es jetzt so viele Todesfälle auf einmal?

Die meisten der Todesopfer hatten nach Berichten von Sherpas unter Erschöpfung gelitten. In der Vorwoche waren bereits ein Ire verunglückt und ein Inder tot in seinem Zelt gefunden worden. Beobachter sagten, manche der Todesfälle könnten damit zusammenhängen, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchten, den Mount Everest zu erklimmen. Dadurch kam es demnach zu langen Wartezeiten auf gesundheitlich gefährlicher Höhe.

Helfen sich die Bergsteiger untereinander?

Von früheren Rettungsmissionen ist bekannt, dass alle Kletterer versuchen, die Todeszone so schnell wie möglich zu durchqueren. Viele haben nur das an Ausrüstung dabei, was sie selbst wirklich benötigen, um den Aufstieg nicht unnötig zu erschweren. Touristen zahlen Zehntausende Dollar für den Gipfelbesteigung. Der Gipfel hat Priorität. Es komme nur selten vor, dass jemand seine eigenen Bemühungen hinten anstelle, um Fremden zu helfen, sagen Beobachter.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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