Panorama

Viel Regen zum Wochenstart Wetter im Wonnemonat Mai startet durchwachsen

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Der Wonnemonat Mai soll in diesem Jahr durchschnittlich ausfallen, also keine extremen Temperaturen oder Niederschläge bringen.

(Foto: picture alliance / Lothar Ferstl)

Der April - in diesem Jahr deutlich zu nass und deutlich zu kühl - liegt in den letzten Zügen. Der Mai wird zunächst keinen großen Wetterumschwung bringen. Ob zumindest mancherorts mit sommerlichen Temperaturen zu rechnen ist, verrät ntv-Meteorologe Björn Alexander im Interview.

Der April geht auf die letzten Meter, und der Wonnemonat Mai steht in den Startlöchern. Vor dem Ausblick zunächst noch der Rückblick: Wie war das Wetter im April in Deutschland?

Björn Alexander: Besonders auffällig ist zunächst einmal, dass wir mit über 50 Litern Regen pro Quadratmeter im landesweiten Durchschnitt seit Langem mal wieder einen zu nassen April erlebt haben. Das letzte Mal über 50 Liter Regen hatten wir in Deutschland im Jahr 2016. Mehr Regen als normal brachte uns ebenfalls der April 2008. Ansonsten verliefen die Aprilmonate seit 2008 eher zu trocken oder sogar viel zu trocken. Was allerdings ebenso zur Wahrheit für den April 2022 dazugehört, ist, dass es große regionale Unterschiede bei den Regenmengen gab.

Wo war es am trockensten?

Generell in den östlichen Landesteilen. Hier sind bis jetzt zum Teil nur rund 10 Liter pro Quadratmeter gefallen, beispielsweise in Wiesenburg (Brandenburg) oder in Boltenhagen (Mecklenburg-Vorpommern). Aber auch in weiten Teilen von Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt war die Regenausbeute im April ziemlich gering. Ganz anders der Westen und der Süden, wo mitunter über 100 Liter pro Quadratmeter gefallen sind.

Was sagt die Statistik über die Temperaturen?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander.

Dass es verglichen mit den letzten 30 Jahren deutlich zu kühl war, nämlich rund ein Grad. Markant ist dabei - ebenso wie beim Regen oder bei der Sonnenbilanz - der Unterschied zu den Aprilmonaten in den Jahren von 2018 bis 2020. So erlebten wir zum Beispiel im April 2018 extrem viele Sommertage. Deutschlandweit im Schnitt drei Tage mit Spitzen von 25 Grad und mehr. Im April 2022 waren es bisher nur drei Wetterstationen, die überhaupt einen Sommertag vermeldet haben. Hierbei liegt Wolfach (Baden-Württemberg) mit 26 Grad am 13. April an der Spitze.

Könnte der Spitzenreiter auf der Zielgeraden des Aprils noch wackeln?

Wohl eher nicht. Denn trotz wärmerer Luft, die sich zum Monatsende bei uns anmeldet, liegen die Spitzen am Freitag und Samstag maximal bei 20 bis 22 Grad. Zudem ist es wirklich nur eine sehr zaghafte Milderung, die im Mai direkt wieder einkassiert wird.

Mit welchen Trends geht es denn beim Wetter im Mai weiter?

Vor allem der Süden zeigt sich zum Monatswechsel und darüber hinaus durchwachsen mit zum Teil gewittrigen Regengüssen. Ansonsten hält die Frühlingssonne gut durch - was aber natürlich auch die Trockenheit weiter verschärfen wird. Besonders augenfällig ist das weiterhin im Osten unseres Landes, wo beispielsweise die Waldbrandgefahr verbreitet bei Stufe 3, teils bei Stufe 4 von 5 liegt. Erst ab Mitte der kommenden Woche lassen die Wettercomputer die Chancen auf Schauer in der Mitte und im Norden ansteigen.

Weht auch mal ein Hauch vom Sommer übers Land? Das soll ja im Mai durchaus schon mal vorgekommen sein.

Bisher hadern die längerfristigen Wetterberechnungen im gesamten Mai noch arg mit Temperaturen jenseits der 25 Grad. Und auch die experimentellen Monatsprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA berechnen den Mai eher durchschnittlich - sowohl bei den Temperaturen als auch beim Regen. Hierbei ist aber - wie bei den Langfristberechnungen üblich - noch reichlich Luft für Bewegung. Eine ausgeprägte Tiefdruck-Vorderseite kann nämlich schon ausreichen, um die Wärme aus Süden ganz rasch zu uns zu bringen.

Vom noch wackeligen Monatstrend hin zu den nächsten Tagen: Wie wird unser Wetter am Wochenende?

Am Samstag sind bevorzugt von den Alpen bis in den Mittelgebirgsraum Schauer und lokale Gewitter möglich. Weiter nördlich bleibt es hingegen trocken und zeitweise sonnig bei 13 Grad im Norden und bis 20 Grad im Süden.

Wo können wir trocken in den Mai tanzen?

Nahezu überall. Einzig der Süden zeigt sich bis in die Nacht hinein schaueranfällig. Dazu bewegen sich die Temperaturen um Mitternacht oft bei 5 bis 10 Grad. Bis zum Morgen kühlt es sich dann auf 7 bis 2 Grad ab.

Mit welchen Aussichten können wir am Maifeiertag rechnen?

Neben der Sonne spielen südlich der Mitte erneut Regengüsse sowie Blitz und Donner eine Rolle. Die restliche Wetterbühne teilen sich Sonne und Wolken, wobei der Norden am schönsten bleibt. Dazu bringen es die Temperaturen auf 11 bis 18 Grad.

Und wie geht es anschließend weiter?

Montag und Dienstag wird es im Süden und im Bereich der östlichen Mittelgebirge unbeständig mit erhöhtem Regenrisiko. Im übrigen Land geht es dagegen überwiegend schön und trocken in die neue Woche. Das Ganze bei 11 Grad an der Nordsee und 19 Grad im Südwesten. Am Mittag und Donnerstag kommt von Norden voraussichtlich kühlere Luft ins Spiel, sodass es höchstens noch 10 bis 17 Grad werden. Wie rasch diese Luft mit Schauern einhergeht, ist aber noch ziemlich offen. Einige Wettermodelle lassen ab Donnerstag in der Nordhälfte ebenfalls Schauer aufkommen. Andere Berechnungen sehen das wechselhaftere Wetter erst am Samstag. Bei allen Prognosen ist es aber ziemlich sicher, dass die Schauerwilligkeit im Süden durchweg deutlich erhöht bleiben dürfte.

Quelle: ntv.de

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