Panorama

Kölner Kardinal lernbegierig Woelki reicht rebellischen Beratern die Hand

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Woelki ist seit dem Streit um das Missbrauchsgutachten im Erzbistum Köln umstritten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Erzbistum Köln versucht Kardinal Woelki verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen. Er trifft sich außerplanmäßig mit seinem Beratergremium, das im Sommer offen gegen ihn rebelliert hatte. Der Bischof zeigt sich demütig. 

Das intern zerstrittene Erzbistum des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki hat Bemühungen zur Entschärfung von Konflikten unternommen. Am Freitag und Samstag habe es eine Sondersitzung des Diözesanpastoralrats (DPR) gegeben, teilte das Erzbistum am Abend mit. Der DPR ist das höchste Beratungsgremium dort. "Das war ein gutes, offenes Gespräch", wurde Kardinal Woelki zitiert. "Ich habe viel gelernt an diesem Wochenende und verbinde damit die Hoffnung, verlorenes Vertrauen aufzubauen und das Miteinander wieder stärker zu machen."

Woelki steht mit seinen konservativen Positionen in der Debatte um eine Reform der katholischen Kirche intern unter Beschuss. Das Bistum des 65-Jährigen steckt in einer Krise, seit Woelki 2020 entschieden hatte, ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Fällen von sexuellem Missbrauch wegen rechtlicher Bedenken nicht zu veröffentlichen. Stattdessen gab er ein neues Gutachten in Auftrag. Dieses Vorgehen löste eine Welle von Kirchenaustritten aus.

Im Juni war dem Erzbischof in einer Sitzung seines Diözesanpastoralrats heftige Kritik entgegengeschlagen. Zahlreiche Mitglieder hatten deutlich gemacht, dass sie kein Vertrauen mehr in ihn hätten. Woelki hatte später dazu aufgerufen, sich nicht gegenseitig zu blockieren. Die Diskussionen in Köln jetzt wurden den Angaben nach erstmals von einem externen Moderator begleitet. Eine Teilnehmerin wurde mit den Worten wiedergegeben, dass es "ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt nach vorne" gewesen sei.

In der Mitteilung hieß es, die Gespräche seien "von großer Offenheit und Verständnis, aber auch deutlichen inhaltlichen Unterschieden geprägt" gewesen. Der moderierte Dialog des Gremiums solle auf einer weiteren Sitzung im Herbst fortgesetzt werden. Woelki hatte im Sommer deutlich gemacht, dass er die Führung des Bistums nicht abgeben möchte. Im Juni hatte Papst Franziskus zwei Apostolische Visitatoren entsandt, um in Köln nach dem Rechten zu sehen und etwaige Fehler Woelkis zu untersuchen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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