Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 23:31 Lindner: "Putin hat uns nicht in der Hand" +++

Deutschland ist nach Darstellungen von Finanzminister Christian Lindner trotz "der Gefahr einer sehr ernstzunehmenden Wirtschaftskrise" Russland nicht hilflos ausgeliefert. "Nein, Putin hat uns nicht in der Hand, sondern wir sind die Gestalterinnen und Gestalter unseres Schicksals", sagt er im ZDF. Deutschland könne seine Energieversorgung diversifizieren, andere Lieferketten schließen und frei handeln. Zudem könne man heimische Gas und Ölvorkommen nutzen.

+++ 22:47 Russland: 70 Schiffe aus 16 Staaten in Ukraine blockiert +++
In sechs Häfen der Ukraine sind nach russischen Angaben derzeit 70 Schiffe aus 16 Staaten blockiert. Das russische Verteidigungsministerium wirft der Ukraine vor, wegen ukrainischen Beschusses und der hohen Minengefahr könnten Schiffe nicht ungehindert aufs Meer fahren. Die Ukraine - einer der größten Getreideexporteure der Welt - kritisiert hingegen, dass Russland durch eine Blockade ukrainischer Häfen die Ausfuhr von Getreide verhindere und damit eine Lebensmittelkrise hervorrufe. Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen.

+++ 22:10 Johnson: Zugeständnisse an Putin wären "nichts als ein Desaster" +++
Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Westen im Umgang mit Russland davor gewarnt, Präsident Wladimir Putin zu stark entgegenzukommen. "Zugeständnisse an Putin würden zu nichts als einem Desaster" führen, sagt Johnson in Hinsicht auf den Ukraine-Krieg zu seinem Kabinett. Russland würde diese als "Lohn für seine ungerechtfertigte Aggression" ansehen und sich ermutigt fühlen. Dies könne auch die britische Sicherheit und Wirtschaft gefährden. Ein britischer Regierungssprecher fügt hinzu, der Premierminister sorge sich, dass die Unterstützung der Ukraine aufgrund der anderen globalen Herausforderungen wie die steigenden Lebenskosten nicht mehr für alle im Fokus stehe.

+++ 21:45 USA stellen sich hinter Litauen - Bekenntnis zu Artikel 5 des NATO-Vertrags "unumstößlich" +++
Im Streit um die Einschränkungen des Güterverkehrs in die russische Exklave Kaliningrad haben sich die USA schützend vor Litauen gestellt. Nach Moskaus Drohung, dass Russland "auf solche feindseligen Aktionen reagieren" werde, erklärt der Sprecher im US-Außenministerium, Ned Price, Washington stehe zu seinen "NATO-Verbündeten" und damit auch zu Litauen. Ausdrücklich verwies Price auf Artikel 5 des NATO-Vertrags, wonach ein Angriff auf ein verbündetes Land als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Er betonte, das Bekenntnis der USA zu diesem Artikel sei "unumstößlich".

+++ 21:16 Acht von zehn eingereisten, erwachsenen Kriegsflüchtlingen aus Ukraine sind weiblich +++
Rund 850.000 Personen sind nach Auswertungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge seit dem 24. Februar aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine kommend neu im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst worden - der allergrößte Teil davon weiblich. Das Ausländerzentralregister zählt insgesamt ca. 67 Prozent Mädchen und Frauen und 32 Prozent Jungen und Männer. Unter den Erwachsenen sind ca. 79 Prozent Frauen und 21 Prozent Männer. Die Zahlen spiegeln den Zustrom bis zum Dienstag vor zwei Wochen wieder. Zudem kann eine erhebliche Zahl bereits in andere EU-Staaten weitergereist und auch in die Ukraine zurückgekehrt sein. Es handelt sich somit um die Zahl derjenigen, die sich seit Kriegsbeginn vorübergehend in Deutschland aufgehalten haben oder weiter aufhalten.

+++ 20:48 Lüge oder Wahrheit: USA nutzen Storytelling, um Propaganda erfahrbar zu machen +++
Das US-Außenministerium hat eine aufwendige multimediale Geschichte produziert mit dem Ziel, Lügen der russischen Staatspropaganda aufzudecken beziehungsweise darauf hinzuweisen. US-Außenminister Blinken teilt sie via Twitter mit den Worten: "Der jüngste Angriff von Präsident Putin auf die Ukraine folgt auf jahrelange Brutalität des Kreml gegenüber der ukrainischen Bevölkerung."

+++ 20:35 Anti-Kriegs-Protest im Staatsfernsehen: Owsjannikowa bereut "nichts" +++
Gut drei Monate nach ihrem Anti-Kriegs-Protest im russischen Fernsehen hat die Journalistin Marina Owsjannikowa ihre Aktion verteidigt. "Ich bereue nichts", sagt die 44-Jährige beim Women's Forum in Berlin. "Das Gute wird über das Böse siegen. Und ich werde weiter dafür kämpfen." Owsjannikowa hatte am 14. März in der Nachrichtensendung des Ersten Kanals des russischen Staatsfernsehens hinter der Moderatorin ein Protestplakat gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gezeigt. Darauf stand: "Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen". Dafür bekam sie weltweit Anerkennung. Der Kreml in Moskau verurteilte die Aktion.

+++ 20:09 Ukraine meldet 15 durch russischen Beschuss in Charkiw getötete Zivilisten +++
In der Region Charkiw sind nach Darstellung des ukrainischen Gouverneurs heute mindestens 15 Zivilisten durch russischen Beschuss ums Leben gekommen. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor.

+++ 19:48 Ostukraine: Ukrainische Truppen bei Solote von Einschließung bedroht +++
Im stark umkämpften ostukrainischen Gebiet Luhansk sind ukrainische Einheiten um die Ortschaften Solote und Hirske bedroht, von russischen Truppen eingeschlossen zu werden. "In der Richtung Toschkiwka - Pidlisne hat der Feind die Ortschaften Pidlisne und Myrna Dolyna erobert", heißt es heute in einem Bericht des ukrainischen Generalstabs bei Facebook. Die russischen Truppen hätten ebenfalls bei Hirske Erfolge erzielt. Damit wäre für die ukrainische Gruppierung um die Ortschaften Solote und Hirske die nördliche Straßenverbindung zu den übrigen ukrainischen Einheiten um Lyssytschansk südwestlich von Sjewjerodonezk gekappt worden.

+++ 19:28 Ukraine bestätigt Angriff auf Ölbohrinseln und spricht von russischer Nutzung +++
Die Ukraine hat einen Angriff auf Ölbohrinseln im Schwarzen Meer bestätigt, die demnach aber vom russischen Militär genutzt wurden. Wie der Sprecher der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, sagt, nutzt Russland die Bohrinseln als Militäranlagen, unter anderem zur Lagerung von Ausrüstung zur Luftverteidigung. Russland wolle so die "volle Kontrolle über den nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres erlangen". Der von Moskau eingesetzte Gouverneur der annektierten Halbinsel Krim, Sergej Aksjonow, hatte die ukrainische Armee beschuldigt, bei Angriffen auf drei Bohrinseln vor der Küste der Krim drei Menschen verletzt zu haben. Sieben weitere Menschen wurden seinen Angaben zufolge nach den Angriffen vermisst.

+++ 19:10 Polen lieferte bereits Hunderte Panzer - und Deutschland? +++
Polen hat nach Angaben von Präsident Andrzej Duda bislang mehr als 240 Panzer und 100 gepanzerte Fahrzeuge an die Ukraine geliefert. Außerdem habe das östliche Nachbarland auch Raketensysteme, Maschinengewehre sowie Munition erhalten, sagt Duda in Warschau bei einem Treffen mit den Botschaftern seines Landes. Er betonte erneut, Polens militärische Unterstützung für die Ukraine habe einen Umfang von mehr als 1,6 Milliarden Dollar. Was Deutschland bislang lieferte, geht aus einer jüngst veröffentlichten Liste hervor, die auch die Panzerhaubitzen 2000 beinhaltet, welche die Ukraine heute als Teil ihres Waffenarsenals präsentierte:

Eine ntv.de-Grafik zeigt zudem die ungefähren Verhältnisse bei Waffenzusagen und der Lieferung des Materials von einigen der wichtigsten Geberländer. Datengrundlage ist der "Ukraine Support Tracker" des Kiel Institut für Weltwirtschaft:

+++ 18:42 USA: Gefangengenommene US-Bürger fallen unter Genfer Konventionen +++
Nach Darstellung der US-Regierung sind für zwei von Russland in der Ukraine gefangengenommene US-Bürger auch die Genfer Konventionen gültig. Man habe diese Darstellung der Regierung in Moskau übermittelt, sagt ein Vertreter des Außenministeriums in Washington. Das russische Präsidialamt nannte die beiden Männer am Montag Söldner, die nicht unter den Konventionen fielen. Ihnen droht nach russischen Angaben die Todesstrafe.

+++ 18:12 NATO-Erweiterung: Macron will von Türkei Klarheit verlangen +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will im Streit mit der Türkei um eine NATO-Aufnahme Finnlands und Schwedens Druck auf Ankara ausüben. Bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Paris habe Macron angekündigt, von der Türkei Klarheit über ihre Positionierung zu verlangen, teilt der Élyséepalast mit. Vor dem Nato-Gipfel in Madrid Ende Juni laufen Bemühungen zur Lösung des Konflikts.

+++ 17:50 Folge der Sanktionen: Russland räumt "erhebliche" Abwanderung von IT-Spezialisten ein +++
Die dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine folgende Massenausreise russischer IT-Spezialisten hat nach offiziellen Angaben zu einem gravierenden Fachkräftemangel im Land geführt. "Die Höhe des Bedarfs wird von Experten auf etwa 170.000 geschätzt, dabei sind insgesamt in der Branche etwa eine Million Menschen beschäftigt", sagt Russlands Vize-Innenminister Igor Subow auf einer in den sozialen Netzwerken übertragenen Sitzung des Föderationsrats, dem russischen Oberhaus des Parlaments. Subow verweist auf die westlichen Sanktionen als Ursache für den Exodus. Die Abwanderung der Spezialisten in einige Länder sei "erheblich" gewesen, räumt der Top-Beamte ein.

+++ 17:24 Munz: "Duma überlegt, Anerkennung Litauens zurückzunehmen" +++
Russland droht Litauen mit harten Konsequenzen, sollte die Beschränkung des Warenverkehrs nach Kaliningrad nicht aufgehoben werden. Dabei wird in der Duma sogar Litauens Unabhängigkeit infrage gestellt. ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet aus Moskau.

+++ 17:00 Habeck: Reduzierte Gasmengen sind ökonomischer Angriff auf uns +++
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wertet die durch Russland reduzierten Gaslieferungen als ökonomischen Angriff auf Deutschland. Dies sei eine neue Dimension, sagt der Grünen-Politiker. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle Ängste schüren, unter anderem vor Armut. "Diese Strategie darf nicht erfolgreich sein."

+++ 16:49 Scholz verteidigt Sanktionen gegen Russland +++
Bundeskanzler Olaf Scholz hat die "beispiellos harten" EU-Sanktionen gegen Russland verteidigt. "Ja, diese Sanktionen schmerzen auch uns selbst, schmerzen unsere Unternehmen", sagt Scholz auf dem Tag der deutschen Industrie in Berlin in Anspielung etwa auf die hohen Energiepreise. Aber die Sanktionen seien wichtig. "Freiheit hat ihren Preis. Demokratie, Solidarität mit Freunden und Partnern hat ihren Preis. Und diesen Preis sind wir bereit zu zahlen", betont der Kanzler. Er dankte, dass die Wirtschaft diesen Kurs von Anfang an mitgetragen habe. Anders als 2014 nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim hatte es nach dem russischen Angriff auf das Nachbarland am 24. Februar keine massive Kritik deutscher Industrie-Vertreter an den Sanktionen gegeben.

+++ 16:25 Spanier stirbt bei Gefechten in der Ukraine - US-Bürger stirbt und hinterlässt große Familie +++
Bei den Gefechten in der Ukraine ist ein Spanier getötet worden, der auf Seiten der ukrainischen Armee gekämpft hat. Wie das spanische Außenministerium mitteilt, wurde der Mann am Samstag getötet. Nähere Angaben zur Identität oder zu den genauen Todesumständen machte das Ministerium nicht. Unterdessen bestätigt das US-Außenministerium den Tod eines US-Bürgers, der in der Ukraine kämpfte. Laut Medienberichten kam der 52-Jährige bereits Mitte Mai bei Kämpfen ums Leben und hinterlässt neben seiner Frau fünf Stiefkinder. Es ist die zweite Bestätigung eines solchen Falles nach dem Tod eines Veteranen der Marines im April.

+++ 16:00 Russland warnt Litauen wegen Kaliningrad vor "schwerwiegenden" Folgen +++
Im Konflikt um die Einschränkung des Güterverkehrs in die russische Exklave Kaliningrad hat Russland die Menschen in Litauen vor "schwerwiegenden" Konsequenzen gewarnt. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, kündigt Vergeltungsmaßnahmen mit "schwerwiegenden negativen Folgen für die Bevölkerung in Litauen" an.

Unionsfraktionschef Friedrich Merz warnte Russland unterdessen vor einer Eskalation des Konflikts mit dem NATO- und EU-Land Litauen. "Ich kann nur hoffen, dass die russische Seite genug Respekt hat, auch vor dem Abschreckungspotenzial, das es dort durch die NATO unter Beteiligung auch deutscher Streitkräfte gibt", sagt der CDU-Chef vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin.

+++ 15:31 Finnischer Präsident wenig zuversichtlich, dass Türkei bei den NATO-Beitritten rasch einlenkt +++
Der finnische Präsident Sauli Niinistö zweifelt daran, dass der Streit mit der Türkei um eine NATO-Aufnahme Finnlands und Schwedens noch vor dem Nato-Gipfel in Madrid gelöst wird. Es könne schwierig werden, bis zu dem Gipfel in der kommenden Woche eine Einigung mit Ankara zu erzielen, sagt Niinistö in seiner Sommerresidenz Kultaranta. Auch wenn die Türkei nicht von ihrer Position abgerückt sei, sei es dennoch ein Fortschritt, dass die Länder miteinander verhandelten. Schweden und Finnland hatten Mitte Mai die Aufnahme in das Verteidigungsbündnis beantragt. Die Türkei blockiert derzeit als einziges NATO-Mitglied den Beginn des Aufnahmeprozesses der beiden Länder. Ankara begründet seine Haltung mit der angeblichen Unterstützung Finnlands und Schwedens von "Terrororganisationen" wie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

+++ 15:02 Panzerhaubitze 2000 bei der ukrainischen Armee angekommen +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow hat via Twitter die von Deutschland gelieferten Panzerhaubitzen 2000 als Teil des Artilleriearsenals der ukrainischen Armee präsentiert. Er dankt der deutschen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und versichert, "die Hitze aufs Schlachtfeld zu bringen."

+++ 14:48 Moskau: Ukrainische Truppen bei Sjewjerodonezk abgeschnitten +++
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben einen Angriff auf die strategisch wichtige Schlangeninsel abgewehrt und die ukrainischen Truppen im Großraum Sjewjerodonezk - Lyssytschansk vom Nachschub abgeschnitten. "Die Gruppierung des ukrainischen Militärs im Raum Lyssytschansk ist vom Nachschub abgeschnitten und befindet sich unter der Feuerkontrolle der russischen Streitkräfte", sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Nach Angaben des russischen Armeesprechers haben die ukrainischen Kräfte in der Region hohe Verluste erlitten. Von der in Sjewjerodonezk stationierten 57. mechanisierten Brigade seien nur noch 28 Soldaten übrig, in der Kleinstadt etwas weiter westlich davon seien Hunderte ukrainischer Soldaten desertiert, meint er. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

+++ 14:25 "Nein zum Krieg": Russischer Kommunalpolitiker vor Gericht +++
In Moskau steht ein Kommunalpolitiker wegen der Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russische Armee in der Ukraine vor Gericht. Der Stadtrat Alexej Gorinow hielt beim Prozessauftakt einen Zettel mit der Aufschrift "Nein zum Krieg" hoch. Der 60-Jährige hatte öffentlich die russische Offensive in der Ukraine kritisiert. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm nun bis zu zehn Jahre Haft. Laut der Website Mediasona, die sich auf die Beobachtung von Gerichtsverfahren spezialisiert hat, hatte Gorinow bei einem Arbeitstreffen Mitte März Russlands "Aggression" gegen die Ukraine kritisiert. Er forderte demnach, deswegen auf Freizeitveranstaltungen in seinem Wahlkreis zu verzichten.

+++ 13:59 Estland: Russischer Helikopter verletzt Luftraum +++
Estland meldet die Verletzung seines Luftraums durch einen Hubschrauber des russischen Grenzschutzes. Der Hubschrauber des Typs Mi-8 sei am 18. Juni unerlaubt in den Luftraum des baltischen EU- und NATO-Mitglieds eingedrungen, teilt die estnische Armee mit. Das Außenamt in Tallinn bestellt wegen des Vorfalls den russischen Botschafter ein. "Estland hält dies für einen äußerst schwerwiegenden und bedauerlichen Vorfall, der zweifellos zusätzliche Spannungen verursacht und völlig inakzeptabel ist", heißt es. Nach Armeeangaben ist es die zweite Luftraumverletzung durch Russland in diesem Jahr.

+++ 13:49 Russland sperrt Website des britischen "Telegraph" +++
Die Website der britischen Zeitung "The Telegraph" ist in Russland gesperrt. Dies geschah auf Ersuchen des Generalstaatsanwalts, wie Daten der Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor zeigen. Der Grund für die Zugangsbeschränkung sei die "Verbreitung unzuverlässiger Informationen über die von den russischen Streitkräften auf dem Territorium der Ukraine durchgeführte spezielle Militäroperation", schreibt die russische Nachrichtenagentur Interfax. Russland geht rigide gegen die Medienberichterstattung über den Einmarsch in der Ukraine vor. Die Regierung hat zudem ein Gesetz erlassen, das Haftstrafen von bis zu 15 Jahren vorsieht für Journalisten, die angeblich Falschnachrichten über den Krieg, der in Russland nicht Krieg heißen darf, verbreiten.

+++ 13:40 Wie gefährlich ist Cholera für die Ukraine? +++
Im russisch besetzten und weitgehend zerstörten Mariupol bricht nach ukrainischen Angaben Cholera aus. Was zum Ausbruch der Seuche führt, wie gefährlich sie ist und welche Gegenmaßnahmen notwendig sind, erklärt Epidemiologe Timo Ulrichs.

+++ 13:27 EU-Staaten wollen "weitermachen mit Sanktionen" +++
Die EU-Staaten erwägen weitere Sanktionen gegen Russland und haben dabei Diplomaten zufolge auch erstmals Gold im Blick. "Wir werden weitermachen mit Sanktionen", heißt es im jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag. Dies schließe die konsequente Umsetzung bestehender Sanktionen sowie die Schließung von Schlupflöchern ein, heißt es in dem Dokument. Vor allem die nord- und osteuropäischen Staaten angeführt von Schweden und Polen hatten gefordert, die EU-Kommission mit der Arbeit an einem siebten Sanktionspaket gegen Russland zu beauftragen. Deutschland und die Niederlande traten dagegen dafür ein, zunächst die bestehenden Sanktionen lückenlos umzusetzen.

+++ 13:19 Union fordert mehr Druck auf Russland – und keine Gespräche mit Putin +++
Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, spricht sich für mehr wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Russland aus. Dagegen machten Gespräche mit Russlands Präsident Wladimir Putin derzeit keinen Sinn, sagt der CDU-Politiker dem NDR. Er stellt sich damit gegen Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD, der solche Gespräche immer noch für sinnvoll hält. Ziel müsse vielmehr sein, den Druck auf Putin soweit zu steigern, dass sich für diesen die Frage stelle, ob eine Fortführung des Krieges gegen die Ukraine nicht ein größeres Risiko für ihn berge als die Bereitschaft zu konkreten Verhandlungen, so Hardt weiter.

+++ 13:03 Russland wirft Litauen "feindliche Handlungen" vor - und droht mit Folgen für Bevölkerung +++
Die Moskauer Führung droht Litauen mit schweren Folgen für dessen Bevölkerung, sollte das Land nicht die Transitbeschränkungen gegenüber der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad einstellen. Moskau werde auf solche "feindlichen Handlungen" mit Gegenmaßnahmen antworten, sagt der russische Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew laut der Agentur Interfax bei einem Besuch in Kaliningrad. "Deren Folgen werden schwere negative Auswirkungen auf die Bevölkerung Litauens haben." Litauen hat seit Samstag den Bahntransit von Waren über sein Territorium nach Kaliningrad verboten, die auf westlichen Sanktionslisten stehen.

+++ 12:30 Bundesregierung veröffentlicht Liste zu deutschen Militärhilfen für die Ukraine +++
Die Bundesregierung veröffentlicht eine Übersicht über die bisherigen und geplanten Militärhilfen für die Ukraine. Von heute an ist auf der Seite www.bundesregierung.de/lieferungen-ukraine abrufbar, was Deutschland der Ukraine geliefert hat beziehungsweise noch liefern wird. Die Liste umfasst sowohl Material und Waffen, die aus Beständen der Bundeswehr stammen, als auch Lieferungen der deutschen Rüstungsindustrie, die aus Mitteln der sogenannten Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung finanziert worden sind. Die Aufstellung soll regelmäßig aktualisiert werden.

+++ 12:15 Eine letzte Zigarette mit dem toten Soldaten +++
Mit dem Mut der Verzweiflung werfen die überfallenen Ukrainer den russischen Invasoren alles entgegen, was sie haben. Doch die Schlacht fordert ihren Tribut. Den Einheiten gehen die Waffen aus, die Reihen der Soldatengräber werden länger. Angehörige und verbliebene Kameraden weinen um die Gefallenen.

+++ 12:02 Sorge wächst: Gefangene US-Kämpfer offenbar in Donezk +++
Zwei in der Ukraine gefangen genommene Amerikaner befinden sich offenbar in der Separatistenregion Donezk in der Ostukraine. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle. Die Ankunft der US-Bürger Andy Huynh und Alexander Drueke in der von Russland unterstützten Region weckt Befürchtungen, dass die beiden aus Alabama stammenden Männer dort angeklagt werden könnten. Zwei Briten sowie ein marokkanischer Staatsbürger wurden Anfang des Monats von einem separatistischen Gericht in Donezk zum Tode verurteilt. Russland vollstreckt die Todesstrafe nicht, wohl aber seine Vertreter in den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk.

+++ 11:41 Russland: Feuer auf Bohrinsel weitet sich aus +++
Ein Brand auf einer von ukrainischen Raketen getroffenen Gasförderplattform im Schwarzen Meer breitet sich russischen Angaben zufolge weiter aus. "Das Feuer hat sich in der Nacht dem Bohrloch genähert", zitiert die Nachrichtenagentur Interfax die russische Senatorin Olga Kowitidi. Die sieben vermissten Menschen würden weiter mit Flugzeugen gesucht. Drei Verletzte würden in Krankenhäusern behandelt. Die Schäden auf zwei weiteren getroffenen Plattformen seien geringer. Am Montag waren drei Bohrinseln mit Raketen attackiert worden.

+++ 11:25 "Kaliningrad ist sehr brisant, wenn das weiter eskaliert" +++
Mit der Transitbeschränkung nach Kaliningrad zieht Litauen den Zorn des Kremls auf sich, der darin einen "Völkerrechtsverstoß" sieht. Warum die Ostsee-Exklave strategisch so wichtig ist und in der Region "ein neuer Konflikt" entbrennen könnte, erläutert ntv-Russland-Experte Dirk Emmerich.

+++ 11:12 Friedensforscher warnen vor nuklearer Eskalation +++
Deutschlands führende Friedensforschungsinstitute äußern sich besorgt wegen Ukraine-Kriegs. Durch den starken Anstieg der Rohstoff- und Lebensmittelpreise drohe "insbesondere den afrikanischen Entwicklungs- und Schwellenländern eine Ernährungskrise". Mittelmeeranrainer und viele ostafrikanische Staaten seien etwa von Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine abhängig. "In der Vergangenheit waren steigende Lebensmittelpreise dort immer wieder Anlass sogenannter 'Brotaufstände' und führten zu einer Eskalation von Gewalt". Die Wissenschaftler warnen zudem vor einer nuklearen Eskalation. "Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen werden und darf nie geführt werden", heißt es.

+++ 11:00 Ukraine als Beitrittskandidat - EU-Staaten offenbar einig +++
Ein kleiner Lichtblick für die Ukraine: Nach den Worten von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn lehnt es kein EU-Staat ab, dem Land den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. Die EU sei geeint in ihrer Unterstützung der Ukraine, sagt Asselborn beim Treffen der Ressortchefs in Luxemburg.

+++ 10:52 Luxemburgs Premier besucht Ukraine +++
Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel ist auf Einladung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die Ukraine gereist. Dies teilt die Regierung in Luxemburg mit. Bettel wolle "von der russischen Aggression betroffene Städte" besuchen, heißt es nach seiner Ankunft in Kiew. Es sei auch eine Reihe bilateraler politischer Gespräche geplant.

+++ 10:37 Bundesnetzagentur gegen Ausrufen von höchster Gas-Warnstufe +++
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, erteilt Forderungen nach einem Ausrufen der höchsten Gas-Warnstufe angesichts verminderter Lieferungen aus Russland eine Absage. "Ich werbe sehr dafür, sorgfältig zu prüfen, wann der richtige Zeitpunkt für die höchste Alarmstufe ist, weil das Marktkräfte freisetzen würde", sagt Müller dem Bayerischen Rundfunk. Daher "drängelt mich nichts danach". Derzeit gilt die Frühwarnstufe und damit die erste Eskalationsstufe des Notfallplans Gas. Dieser sieht als zweiten Schritt die Alarm-und als dritten die Notfallstufe vor. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte die Bundesregierung aufgefordert, direkt die Notfallstufe auszurufen.

+++ 10:31 Weiterbetrieb der Kernkraftwerke: BDI zeigt sich "undogmatisch" +++
BDI-Präsident Siegfried Russwurm zeigt sich offen für ein Comeback der Atomkraft. Auf die Frage, ob sich die deutsche Industrie einen Weiterbetrieb der drei noch laufenden Meiler wünscht, sagt Russwurm bei ntv: "Ich habe die drei Betreiber nicht laut protestieren gehört." Natürlich müsse man wissen: "Jede Megawattstunde, die nicht in diesen drei Kraftwerken produziert wird, die müssen wir anders produzieren. Die einzige Ausweichmöglichkeit, die wir haben, ist Kohle, mit all den Konsequenzen." Zu den Argumenten der Bundesregierung gegen einen Weiterbetrieb der Kernkraftwerke sagt er: "Ich glaube, man sollte undogmatisch damit umgehen. Wenn es harte Argumente gibt, dann mag das so sein. Das muss man mit den Betreibern besprechen und abwägen. Aber Dogmatik hilft uns in der Diskussion ganz sicher nicht weiter."

+++ 10:17 SPD-Chef Klingbeil sieht Deutschland als "Führungsmacht" +++
Deutschland muss nach Ansicht von SPD-Chef Lars Klingbeil in der internationalen Politik den Anspruch einer "Führungsmacht" verfolgen. In einer Grundsatzrede auf einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung begründet er das mit den deutlich wachsenden internationalen Erwartungen an Deutschland. "Nach knapp 80 Jahren der Zurückhaltung hat Deutschland heute eine neue Rolle im internationalen Koordinatensystem." Das Land habe sich in den letzten Jahrzehnten ein hohes Maß an Vertrauen erarbeitet, mit dem aber auch eine Erwartungshaltung einhergehe. "Deutschland steht immer mehr im Mittelpunkt, wir sollten diese Erwartung, die es an uns gibt, erfüllen", sagt Klingbeil.

+++ 09:58 Gouverneur: Lage an der Front "extrem schwierig" +++
Die Ukraine räumt Schwierigkeiten bei den Kämpfen im Osten des Landes. Laut dem Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Haidai ist die Lage entlang der Front "extrem schwierig". Die russische Armee habe einige Gebiete eingenommen und genügend Reserven für eine neue Großoffensive gesammelt. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, es gebe schwierige Kämpfe in Luhansk um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk. Selenskyj erwartet eine Verstärkung der russischen Angriffe im Vorfeld des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag. Laut dem Institute for the Study of War betonen ukrainische Beamte, dass die kommende Woche entscheidend sein wird für die russischen Bemühungen, die Kontrolle über Sewerodonezk zu übernehmen.

+++ 09:35 Putin drosselt Gaslieferungen: FDP fordert "Winterpaket" +++
Die FDP spricht sich für konkrete Vorbereitungen aus, um die Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu sichern. "Wir brauchen ein Winterpaket", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Johannes Vogel. Dazu sei auch eine Verlängerung der Laufzeiten der am Netz noch verbliebenen Atomkraftwerke erforderlich, "zumindest über diesen Winter".

+++ 09:24 Georgien will weiter in die NATO +++
Der georgische Ministerpräsident Irakli Garibaschwili bekräftigt, sein Land strebe weiterhin einen NATO-Beitritt an. Zunächst müsse Georgien aber seine Gebiets-Streitigkeiten mit Russland lösen, sagt er bei seiner Ankunft bei einer Wirtschaftskonferenz in Katar.

+++ 09:08 Region Cherson auf russisches Fernsehen umgestellt +++
In der Region um die besetzte südukrainische Stadt Cherson werden nun überall russische statt ukrainische Fernsehsender ausgestrahlt. Spezialisten der russischen Armee hätten "den letzten der sieben Fernsehsendemasten in der Region Cherson neu konfiguriert für die Ausstrahlung russischer Sender", teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Rund eine Million Einwohner in dem Gebiet könnten nun "kostenlos" die wichtigsten russischen Sender nutzen, darunter insbesondere diejenigen der staatlichen Sendergruppe VGTRK. Ein Vertreter der pro-russischen Führung in der Region von Cherson, Kirill Stremussow, versichert zudem, das Gebiet könne noch "vor Jahresende" Teil Russlands werden. "Wir werden dieses Jahr ein Referendum haben", sagt er der russischen Nachrichtenagentur Tass. Die russische Armee hatte Cherson bereits kurz nach Beginn ihrer Ukraine-Offensive Ende Februar eingenommen.

+++ 08:53 London: Ukraine behindern Russen erfolgreich im Schwarzen Meer +++
Der ukrainischen Armee torpediert offenbar weitgehend Russlands Bemühungen, die Kontrolle über das Schwarze Meer zu erlangen. Dies schreibt das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf Geheimdienste. Die Zerstörung eines russischen Marineschleppers in der vergangenen Woche zeige, wie schwierig es für Russland sei, seine Truppen auf der Schlangeninsel zu unterstützen. Das Schiff "Vasily Bekh" sollte Waffen und Personal zur Schlangeninsel im nordwestlichen Schwarzen Meer bringen. Zuvor war bereits eine Reihe von russischen Schiffen, darunter der Kreuzer "Moskwa", beschädigt oder zerstört wurden. Damit habe die Ukraine die ursprünglichen russischen Pläne untergraben, die Region Odessa vom Meer aus zu bedrohen.

+++ 08:31 Dutzende Verteidiger der Schlangeninsel noch in russischer Gefangenschaft +++
Dutzende ukrainische Verteidiger der Schlangeninsel, die zu Beginn des Krieges gefangen genommen wurden, sind nach wie vor in russischer Gefangenschaft. Dies berichtet die Onlinezeitung "Kyiv Independent". Laut der stellvertretenden Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk seien noch immer 75 Personen gefangen. Die Schlangeninsel ist strategisch wichtig und ihre Verteidiger wurden vor allem dadurch bekannt, weil sie auf die Aufforderung der Russen, sich zu ergeben, zurückgefunkt hatten: "Russisches Kriegsschiff, f**** Euch!"

+++ 08:15 NYT: Russland setzt Hunderte Waffen ein, die verboten sind +++
Russland soll in der Ukraine Hunderte von Waffen eingesetzt haben, die nach internationalen Verträgen weitgehend verboten sind. Dies ergab eine Analyse von mehr als 1.000 Fotos durch die "New York Times". Danach wurden in großem Umfang Waffen eingesetzt, die wahllos töten, verstümmeln und zerstören. Das Ausmaß der von der NYT gesammelten und katalogisierten Beweise zeigt demnach, dass der Einsatz dieser Art von Waffen durch Russland weder begrenzt noch ungewöhnlich war. Vielmehr bilde er seit Beginn der Invasion das Rückgrat der Kriegsstrategie des Landes.

+++ 08:01 BDI: Unternehmen werden "deutlich" Energie einsparen +++
Nach Angaben des Industrieverbands BDI sind alle deutschen Unternehmen dabei, "jeden Hebel" in Bewegung zu setzen, um Energie einzusparen. Dies sagt der Chef des Verbands, Siegfried Russwurm. Manches gehe relativ schnell, manches nicht. Wie viel eingespart werden könne, lasse sich derzeit nicht exakt sagen. In Summe gehe es aber um einen "deutlichen Beitrag".

+++ 07:44 Kreml: "Werden dem Westen nie wieder vertrauen +++
Russland bezeichnet die Beziehungen zum Westen als langfristig beschädigt. "Ja, es wird eine lange Krise werden", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview mit dem US-Fernsehsender MSNBC. "Wir werden dem Westen nie wieder vertrauen." Peskow äußert sich auch zu den beiden US-Bürgern, die in der ukrainischen Armee kämpften und kürzlich von moskautreuen Truppen gefangen genommen wurden. Diese seien Söldner, die nicht unter den Schutz der Genfer Konvention fielen. Auf die Frage, ob er garantieren könne, dass den beiden US-Bürgern nicht dasselbe Schicksal drohe wie drei kürzlich in Donezk zum Tode verurteilten Ausländern, sagt Peskow: "Ich kann nichts garantieren. Das hängt von den Ermittlungen ab."

+++ 07:27 Kiew: Hunderte ukrainische Zivilisten in russischen Gefängnissen +++
Russland hält offenbar mehr als 1.500 ukrainische Zivilisten in Gefängnissen fest. Dies berichtet "Kyiv Independent" und bezieht sich damit auf eine Aussage der stellvertretenden ukrainischen Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk. "Sie sind in Rostow, Kursk, sie sind in Gefängnissen, sie werden als Kriegsgefangene gehalten, obwohl sie das nicht sein sollten", so Wereschtschuk. Unter den inhaftierten Zivilisten seien ukrainische Priester, Freiwillige, Aktivisten, Journalisten und Leiter lokaler Regierungsbehörden.

+++ 07:14 GEW rechnet mit 400.000 ukrainischen Kindern und Jugendlichen +++
Die GEW erwartet in den kommenden Jahren bis zu 400.000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine, die in Kitas und Schulen betreut und unterrichtet werden müssen. "Das verstärkt den Fachkräftemangel nochmals, weil dafür Zehntausende speziell ausgebildete Lehrkräfte benötigt werden", sagt GEW-Vorsitzende Maike Finnern. "In den kommenden fünf bis sechs Jahren fehlen uns 200.000 Beschäftigte in der frühkindlichen Erziehung und 250.000 in den Schulen."

+++ 06:56 Hunderte Tschetschenen kämpfen angeblich für Ukraine +++
"Mehrere Hundert" Tschetschenen sollen derzeit gegen die russischen Truppen in der Ukraine kämpfen. Dies sagt zumindest Islam, ein Freiwilliger, der in der Nähe von Saporischschja auf Seiten der Ukrainer kämpft und der seinen vollständigen Namen nicht nennen will, der Agentur AFP. Wie viele Tschetschenen genau und wo sie im Einsatz sind, will er nicht spezifizieren. Aufseiten der Russen sollen rund 8000 Man kämpfen. "Wir wollen zeigen, dass nicht alle Tschetschenen so sind wie sie, sondern dass viele von uns die Russen als Aggressoren und Besatzer sehen", sagt Islam.

+++ 06:39 Bericht: Ringtausch mit Slowakei hakt- Berlin bietet zu wenig Panzer an +++
Ein seit zwei Monaten geplanter deutsch-slowakischer Ringtausch für Waffenlieferungen an die Ukraine verzögert sich laut einem Bericht des Portals "Business Insider", weil Berlin zu wenige Panzer anbietet. Der Tausch sollte demnach vorsehen, dass die Slowakei der Ukraine 30 T-72 Kampfpanzer aus sowjetischer Produktion an die Ukraine liefert - und im Gegenzug modernere deutsche Panzer als Ersatz erhält. Laut "Business Insider" lehnte Bratislava den Tausch aber in der vergangenen Woche ab, da Deutschland 15 Panzer des Typs Leopard-2A4 anbot. Dies sei aus Sicht der Slowakei ein zu geringer Ersatz für die 30 an die Ukraine zu liefernden T-72-Panzer.

+++ 06:23 Yellen verhandelt mit Verbündeten über Ölpreis-Obergrenze +++
Die USA sprechen derzeit mit befreundeten Staaten über eine Preisobergrenze für Erdöl. Es gehe darum, wie sie "Russlands Energie-Einnahmen weiter beschränken" und "negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft verhindern" könnten, sagt US-Finanzministerin Janet Yellen. Dabei gehe es um "Preisobergrenzen" oder eine "Preisausnahme", die mehrere Auswirkungen hätten: Sie würden westliche Sanktionen auf russische Energieträger "verstärken", den Preis für russisches Öl nach unten drücken und somit die Einnahmen für die russische Regierung senken - während sie es gleichzeitig ermöglichten, dass mehr Öl auf den internationalen Markt gelange. Eine Preisobergrenze würde zudem "Nebeneffekte auf einkommensschwache Länder und Entwicklungsländer" verhindern, die derzeit mit den hohen Preisen für Nahrungsmittel und Energie zu kämpfen hätten.

+++ 06:05 Hollywood-Star Ben Stiller sieht Selenskyj als "Held" +++
Hollywood-Star Ben Stiller zeigt sich beeindruckt vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Es ist mir eine große Ehre, Sie sind mein Held", sagt der UN-Sonderbotschafter bei einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Mit Blick auf Selenskyjs Reden vor Publikum in unterschiedlichen Ländern sagt Stiller , es sei "wirklich inspirierend", wie er "sein Land und die ganze Welt" mobilisiere.

+++ 05:45 Scholz: Putins Politik hat "Auflösung von NATO und EU zum Ziel" +++
Russlands Präsident Wladimir Putin führt aus Sicht von Bundeskanzler Olaf Scholz einen Kampf gegen Demokratien. "Putin scheint Angst davor zu haben, dass der Funke der Demokratie auf sein Land überspringen könnte", sagt der SPD-Politiker in einem Interview mit dem "Münchner Merkur". "Deshalb betreibt er seit Jahren eine Politik, die eine Auflösung von NATO und EU zum Ziel hat." Putin wolle ein gespaltenes Europa und zurück zu einer Politik der Einflusszonen. Er müsse aber akzeptieren, dass in seiner Nachbarschaft eine Gemeinschaft von Demokratien und Rechtsstaaten immer enger zusammenwuchsen.

+++ 05:23 Tafeln kritisieren unzureichende Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge +++
Die Tafeln in Deutschland werfen den Behörden vor, ukrainischen Kriegsflüchtlingen teilweise zu wenig direkte Unterstützung zu geben. "Es kann nicht sein, dass Behörden auch im vierten Monat des Krieges Geflüchtete immer noch an die Tafeln verweisen, statt selbst helfen zu können", sagt der Vorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl. Einige Sozialämter schickten Geflüchtete direkt ohne vorherige Absprache zu den Tafeln, sagt Brühl. Andere würden den Menschen bis zur Auszahlung der ihnen zustehenden Sozialleistungen direkt helfen - etwa mit Geld oder Lebensmittelgutscheinen. Die Tafeln selbst könnten nur "überbrückend und ergänzend" unterstützen. "Wir helfen in Krisensituationen nach Kräften, aber wir können nicht die erste und einzige Anlaufstelle sein", betont Brühl. Verwiesen die Ämter die Menschen direkt an die Tafeln, dann entstehe das Missverständnis, sie seien dafür zuständig, von Armut betroffene Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.

+++ 04:02 Ministerium bestätigt Tod eines US-Bürgers in der Ukraine +++
Ein US-Bürger ist nach Angaben des US-Außenministeriums in der Ukraine ums Leben gekommen. Der 52-Jährige aus New York sei am 15. Mai bei Kämpfen getötet worden, heißt es in einem Nachruf, der Anfang des Monats in der Zeitung "The Recorder" veröffentlicht wurde. Ein Sprecher des Außenministeriums bestätigt den Tod und erklärt, dass US-Bürger wegen des Krieges nicht in die Ukraine reisen sollten. Freiwillige aus den USA und anderen Ländern haben sich seit Beginn des russischen Einmarschs freiwillig gemeldet, um an der Seite der Ukraine zu kämpfen.

+++ 03:04 Für 103,5 Millionen US-Dollar: Russischer Journalist versteigert Nobelpreis-Medaille +++
Der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow versteigert seine Nobelpreis-Medaille für 103,5 Millionen US-Dollar (98,4 Mio. Euro). Der bei der Auktion in New York erzielte Erlös soll geflüchteten ukrainischen Kindern zugutekommen. Den Zuschlag für die Medaille sichert sich ein bisher anonym gebliebener Bieter per Telefon. Der Erlös der Versteigerung geht nach Angaben des Auktionshauses Heritage Auctions an das Hilfsprogramm für geflüchtete ukrainische Kinder des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. Muratow ist der Chefredakteur der unabhängigen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta". Ende März musste sie ihr Erscheinen einstellen, nachdem sie von den Behörden wegen ihrer Berichterstattung über die russische Invasion in der Ukraine mehrfach verwarnt worden war.

+++ 02:24 Selenskyj: Ukraine gehört bereits zu Europas Werteraum +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt kurz vor der Entscheidung über einen EU-Beitrittskandidatenstatus des Landes, dass die Ukraine seiner Meinung nach bereits zu Europa gehört. Das von Russland attackierte Land beweise jeden Tag, dass es schon Teil eines vereinten europäischen Werteraums sei, sagt Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht. Russland sei sehr nervös wegen der Bestrebungen der Ukraine, der EU beizutreten. Gegen den Beschuss und "brutale" Angriffe im Osten und Süden der Ukraine könne man nur auf dem Schlachtfeld vorgehen, sagte Selenskyj.

+++ 01:38 Aiwanger fordert Ausrufung der Gas-Notfallstufe +++
Der bayerische Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger fordert die Bundesregierung auf, die letzte Eskalationsstufe des Notfallplans Gas auszurufen. "Das Prinzip Hoffnung reicht nicht mehr aus, wir brauchen jetzt die Notfallstufe des Energiesicherungsgesetzes", sagt der Politiker der Freien Wähler laut einer Mitteilung des bayerischen Wirtschaftsministeriums. "Das würde der Bundesregierung deutlich mehr Möglichkeiten geben, politisch in die kritische Versorgungslage einzugreifen." Für den Fall eines russischen Gas-Lieferstopps sorgt der Notfallplan Gas vor, der drei Stufen hat. Die erste, die Frühwarnstufe, wurde von der Bundesregierung bereits ausgerufen. In der letzten, der Notfallstufe, müsste der Staat einschreiten. Möglich wäre dann die Abschaltung von Industriekunden. Private Haushalte dagegen sind geschützt.

+++ 01:05 Mehr als 200.000 Geflüchtete in Deutschland auf Jobsuche +++
Von den vor dem Krieg nach Deutschland geflohenen rund 800.000 Ukrainern haben sich bislang mehr als 200.000 in Jobcentern angemeldet. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus einer Anfrage an die Bundesagentur für Arbeit. Demnach gebe es in Bayern mit gut 42.000 Geflüchteten die meisten Registrierungen. Es folgten Nordrhein-Westfalen (32.000) und Baden-Württemberg (27.000). In Berlin hätten sich knapp 13.000 Ukrainer in einem Jobcenter gemeldet, um Arbeit zu finden. Die Angaben schließen alle Personen ab 15 Jahren ein.

+++ 00:17 Ukraine meldet weitere Tote und Verletzte im Osten +++
Im Osten des Landes beklagt die Ukraine weitere zivile Todesopfer. Im Gebiet Donezk seien drei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden, teilt Gouverneur Pawlo Kyrylenko auf Telegram mit, zwei weitere wurden demnach verletzt. Auch der Beschuss auf die ostukrainische Großstadt Charkiw hält an. Dort seien am Montag ebenfalls drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, schreibt Gouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram. In der Region Sumy soll nach Angaben des dortigen Gouverneurs, Dmytro Schywyzkyj, eine Zivilperson getötet und eine weitere verletzt worden sein. Auch in Odessa soll es nach Raketenangriffen mehrere Verletzte gegeben haben.

+++ 23:28 Russische Krim-Behörden: Drei Verletzte nach Angriff auf Ölplattformen +++
Bei den Angriffen von ukrainischen Streitkräften auf drei Ölförderplattformen vor der Küste der Halbinsel Krim sollen nach Angaben der russischen Behörden drei Menschen verletzt worden sein. Sieben würden noch vermisst, erklärt der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Sergej Aksjonow, im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte er die Zahl der Verletzten im russischen Fernsehen mit fünf angegeben. Laut Aksjonow wurden insgesamt 94 Menschen von den Plattformen in Sicherheit gebracht. Die Suche nach den Vermissten werde fortgesetzt.

+++ 22:39 Zehntausende Georgier demonstrieren für baldige EU-Mitgliedschaft +++
In der georgischen Hauptstadt Tiflis demonstrieren Zehntausende Menschen für eine baldige EU-Mitgliedschaft des Landes. Die rund 60.000 Teilnehmer der Kundgebung schwenken bei dem "Marsch für Europa" EU-Flaggen. Die Europäische Kommission hat am vergangenen Freitag empfohlen, der Ukraine und dem Nachbarland Moldau den EU-Kandidatenstatus zu verleihen. Für Georgien empfahl EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lediglich eine "europäische Perspektive". Initiatoren der Demonstration in Tiflis waren die führenden demokratischen Gruppen. Sie werden aber von allen Oppositionsparteien dabei unterstützt, das "Bekenntnis des georgischen Volkes zu ihrer europäischen Wahl und ihren westlichen Werten zu demonstrieren".

+++ 22:10 Mehrere Länder drängen auf siebtes EU-Sanktionspaket gegen Russland +++
Mehrere EU-Staaten fordern weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus sowie das Bekenntnis der Union zu mehr militärischer Hilfe für die Ukraine. Diplomaten berichteten am Rande des Treffens der EU-Außenminister in Luxemburg, vor allem die nordischen und osteuropäischen Länder drängen darauf, dass die EU-Kommission mit den Arbeiten an einem siebten Sanktionspaket beginne. Dieser Ansicht seien etwa ein Drittel der 27 Mitgliedstaaten. Deutschland und andere seien dagegen der Ansicht, die bestehenden Sanktionen zunächst lückenlos umzusetzen und bestehende Schlupflöcher zu schließen.

+++ 21:40 Stoltenberg gibt sich zuversichtlich, was Haltung der Türkei zu NATO-Beitritten angeht +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnet die Beratungen zwischen der Türkei, Schweden und Finnland am Sitz des Militärbündnisses als "konstruktiv". Die Gespräche über den geplanten NATO-Beitritt der beiden skandinavischen Länder würden fortgesetzt, erklärt Stoltenberg. Das NATO-Mitglied Türkei habe "legitime Sicherheitsbedenken in Bezug auf den Terrorismus, auf die wir reagieren müssen." Er freue sich darauf, "so bald wie möglich eine Lösung zu finden".

+++ 21:05 Melnyk: "Die Ukrainer fühlen sich in Deutschland sehr wohl" +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat auf einem Solidaritätskonzert für sein Land in Berlin betont, dass seine Landsleute sich in Deutschland gut aufgehoben fühlen. "Die Ukrainer fühlen sich in Deutschland sehr wohl", zitiert ntv.de-Reporter Philipp Sandmann via Twitter den Politiker, der vor rund einer Woche mit gegensätzlichen Aussagen auch Kritik auf sich gezogen hatte. Melnyk selbst teilte vor Beginn des Konzerts Bilder und rief dazu auf, das Konzert zu besuchen und sein Land in Hinsicht auf seine EU-Perspektive zu unterstützen.

+++ 20:50 Munz: Streit um Kaliningrad "ist hochexplosiver Moment" +++
Russland bezeichnet das von Litauen verhängte Transitverbot für bestimmte Waren nach Kaliningrad als illegal. Der Streit um die russische Enklave ist hochbrisant, wie ntv-Moskau-Korrespondent Rainer Munz berichet.

+++ 20:16 Russland will Genfer Konventionen bei gefangenen US-Kämpfern nicht anwenden +++
Die russische Regierung wirft zwei in der Ukraine gefangengenommenen US-Bürgern einem Medienbericht zufolge illegale Aktivitäten vor. Die beiden Männer seien Söldner und müssten die Verantwortung für ihre Verbrechen übernehmen, zitiert die Nachrichtenagentur RIA den Regierungssprecher Dmitri Peskow. Die Genfer Konventionen seien auf sie nicht anwendbar.

+++ 19:43 EU will nach russischer Kritik Leitlinien zu Sanktionen überprüfen +++
Die EU hat nach russischer Kritik an Beschränkungen des Bahntransits zwischen der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad und dem russischen Kernland eine Überprüfung von Leitlinien zu Sanktionen zugesichert. Vorsorglich werde man die rechtlichen Aspekte der Leitlinien zu Import- und Exportbeschränkungen für bestimmte Produkte noch einmal überprüfen, kündigt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg an. Der Kreml hatte zuvor von Litauen ausgehende Beschränkungen des Bahntransits zwischen Kaliningrad und dem russischen Kernland als "illegal" kritisiert.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, dbe/ses/ghö/dpa/rts/AFP

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