Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 00:17 Ukraine meldet weitere Tote und Verletzte im Osten des Landes +++

Im Osten des Landes beklagt die Ukraine weitere zivile Todesopfer beklagt. Im Gebiet Donezk seien drei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden, teilt Gouverneur Pawlo Kyrylenko auf Telegram mit, zwei weitere wurden demnach verletzt. Auch der Beschuss auf die ostukrainische Großstadt Charkiw hält an. Dort seien am Montag ebenfalls drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, schreibt Gouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram. In der Region Sumy soll nach Angaben des dortigen Gouverneurs, Dmytro Schywyzkyj, eine Zivilperson getötet und eine weitere verletzt worden sein. Auch in Odessa soll es nach Raketenangriffen mehrere Verletzte gegeben haben.

+++ 23:28 Russische Krim-Behörden: Drei Verletzte nach Angriff auf Ölplattformen +++
Bei den Angriffen von ukrainischen Streitkräften auf drei Ölförderplattformen vor der Küste der Halbinsel Krim sollen nach Angaben der russischen Behörden drei Menschen verletzt worden sein. Sieben würden noch vermisst, erklärt der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Sergej Aksjonow, im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte er die Zahl der Verletzten im russischen Fernsehen mit fünf angegeben. Laut Aksjonow wurden insgesamt 94 Menschen von den Plattformen in Sicherheit gebracht. Die Suche nach den Vermissten werde fortgesetzt.

+++ 22:39 Zehntausende Georgier demonstrieren für baldige EU-Mitgliedschaft +++
In der georgischen Hauptstadt Tiflis demonstrieren Zehntausende Menschen für eine baldige EU-Mitgliedschaft des Landes. Die rund 60.000 Teilnehmer der Kundgebung schwenken bei dem "Marsch für Europa" EU-Flaggen. Die Europäische Kommission hat am vergangenen Freitag empfohlen, der Ukraine und dem Nachbarland Moldau den EU-Kandidatenstatus zu verleihen. Für Georgien empfahl EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lediglich eine "europäische Perspektive". Initiatoren der Demonstration in Tiflis waren die führenden demokratischen Gruppen. Sie werden aber von allen Oppositionsparteien dabei unterstützt, das "Bekenntnis des georgischen Volkes zu ihrer europäischen Wahl und ihren westlichen Werten zu demonstrieren".

+++ 22:10 Mehrere Länder drängen auf siebtes EU-Sanktionspaket gegen Russland +++
Mehrere EU-Staaten fordern weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus sowie das Bekenntnis der Union zu mehr militärischer Hilfe für die Ukraine. Diplomaten berichteten am Rande des Treffens der EU-Außenminister in Luxemburg, vor allem die nordischen und osteuropäischen Länder dringten darauf, dass die EU-Kommission mit den Arbeiten an einem siebten Sanktionspaket beginne. Dieser Ansicht seien etwa ein Drittel der 27 Mitgliedstaaten. Deutschland und andere seien dagegen der Ansicht, die bestehenden Sanktionen zunächst lückenlos umzusetzen und bestehende Schlupflöcher zu schließen.

+++ 21:40 Stoltenberg gibt sich zuversichtlich, was Haltung der Türkei zu NATO-Beitritten angeht +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Beratungen zwischen der Türkei, Schweden und Finnland am Sitz des Militärbündnisses als "konstruktiv" bezeichnet. Die Gespräche über den geplanten NATO-Beitritt der beiden skandinavischen Länder würden fortgesetzt, erklärt Stoltenberg. Das NATO-Mitglied Türkei habe "legitime Sicherheitsbedenken in Bezug auf den Terrorismus, auf die wir reagieren müssen." Er freue sich darauf, "so bald wie möglich eine Lösung zu finden".

+++ 21:05 Melnyk: "Die Ukrainer fühlen sich in Deutschland sehr wohl" +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat auf einem Solidaritätskonzert für sein Land in Berlin betont, dass seine Landsleute sich in Deutschland gut aufgehoben fühlen. "Die Ukrainer fühlen sich in Deutschland sehr wohl", zitiert ntv.de-Reporter Philipp Sandmann via Twitter den Politiker, der vor rund einer Woche mit gegensätzlichen Aussagen auch Kritik auf sich gezogen hatte. Melnyk selbst teilte vor Beginn des Konzerts Bilder und rief dazu auf, das Konzert zu besuchen und sein Land in Hinsicht auf seine EU-Perspektive zu unterstützen.

+++ 20:50 Munz: Streit um Kaliningrad "ist hochexplosiver Moment" +++
Russland bezeichnet das von Litauen verhängte Transitverbot für bestimmte Waren nach Kaliningrad als illegal. Der Streit um die russische Enklave ist hochbrisant, wie ntv-Moskau-Korrespondent Rainer Munz berichet.

+++ 20:16 Russland will Genfer Konventionen bei gefangenen US-Kämpfern nicht anwenden +++
Die russische Regierung wirft zwei in der Ukraine gefangengenommenen US-Bürgern einem Medienbericht zufolge illegale Aktivitäten vor. Die beiden Männer seien Söldner und müssten die Verantwortung für ihre Verbrechen übernehmen, zitiert die Nachrichtenagentur RIA den Regierungssprecher Dmitri Peskow. Die Genfer Konventionen seien auf sie nicht anwendbar.

+++ 19:43 EU will nach russischer Kritik Leitlinien zu Sanktionen überprüfen +++
Die EU hat nach russischer Kritik an Beschränkungen des Bahntransits zwischen der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad und dem russischen Kernland eine Überprüfung von Leitlinien zu Sanktionen zugesichert. Vorsorglich werde man die rechtlichen Aspekte der Leitlinien zu Import- und Exportbeschränkungen für bestimmte Produkte noch einmal überprüfen, kündigt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg an. Der Kreml hatte zuvor von Litauen ausgehende Beschränkungen des Bahntransits zwischen Kaliningrad und dem russischen Kernland als "illegal" kritisiert.

+++ 19:20 Moskau wirft Litauen "feindselige" Begrenzung der Lieferungen an Kaliningrad vor +++
Russland hat Litauen "offen feindselige" Beschränkungen des Bahn-Frachtverkehrs in die russische Exklave Kaliningrad im Zuge der EU-Sanktionen vorgeworfen und damit die Spannungen mit den baltischen Staaten angeheizt. Sollte der Frachttransit zwischen Kaliningrad und dem Rest Russlands über litauisches Gebiet nicht rasch vollständig wiederhergestellt werden, behalte sich Russland "das Recht auf Handlungen zum Schutz seiner nationalen Interessen vor", warnte das Außenministerium in Moskau.

+++ 18:59 US-Präsident Biden reist im Sommer in viele Länder, aber nicht in die Ukraine +++
US-Präsident Joe Biden hat einen Besuch der Ukraine im Zuge der anstehenden Reisen nach Europa und in den Nahen Osten als "unwahrscheinlich" bezeichnet. Generell hänge eine solche Reise auch immer davon ab, ob sie Schwierigkeiten und Ablenkung für die Ukraine bringen würde, sagt Biden in Rehoboth Beach in seinem Heimatstaat Delaware. Dort verbrachte er das lange Wochenende - in den USA war am Montag Feiertag. Ende Juni nimmt Biden in Deutschland am Gipfel der G7-Staaten in Elmau teil, anschließend reist er nach Madrid zum NATO-Gipfel. Für Mitte Juli plant Biden eine Reise nach Israel und Saudi Arabien. "Und dann werde ich direkt nach Hause kommen", sagt er. Der US-Präsident ist seit Kriegsausbruch am 24. Februar noch nicht in die Ukraine gereist. Im März reiste er nach Polen und traf dort US-Soldaten an der Ostflanke der NATO. Seine Ehefrau Jill besuchte im Mai überraschend die Ukraine. In der Stadt Uschorod kam sie mit Flüchtlingen zusammen.

+++ 18:26 Netzagentur zu Putins Verhalten: Gas-Versorgung für die Heizsaison nicht gesichert +++
Die Bundesnetzagentur sieht Fortschritte bei der Befüllung der Gasspeicher in Deutschland, fordert aber weitere Anstrengungen, um eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden. "Wir sind bei der Befüllung jetzt bei über 57 Prozent", sagt der Präsident der Bonner Behörde, Klaus Müller, anlässlich einer Energiekonferenz in Essen. "Wir haben etwas aufgeholt." In zwölf Wochen beginne aber bereits die Heizsaison. Wichtig seien die Gasflüsse. Diese seien nicht garantiert. "Im Kern führt Russland einen Wirtschaftskrieg gegen Europa, insbesondere gegen Deutschland." Es gebe viele Unbekannte, die eine Rolle spielten. So habe der russische Präsident Wladimir Putin in der vergangenen Woche die Regeln geändert, sagt Müller mit Blick auf die Reduzierung der Liefermengen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Zudem stehe im Juli die Wartung der Pipeline an. Auch müsse der Sommer nicht so warm bleiben wie bislang.

+++ 18:02 Mehrere Explosionen in Odessa - Nahrungsmittel-Lager laut ukrainischem Militär zerstört +++
Die südukrainische Stadt Odessa ist nach Angaben eines Sprechers der Regionalverwaltung von mehreren Explosionen erschüttert worden. Die Detonationen seien nach dem Ertönen von Alarmsirenen zu hören gewesen. Genaueres könne er noch nicht sagen. Nach Angaben des ukrainischen Militärs ist ein Lagerhaus für Nahrungsmittel zerstört worden. Die russischen Streitkräfte hätten während eines dreistündigen Bombardements 14 Raketen abgefeuert, teilt das Militär mit. Zuvor hatte das ukrainische Militär nach russischen Angaben Öl-Förder-Plattformen im Schwarzen Meer angegriffen.

+++ 17:50 Selenskyj: Russland nimmt Afrika als Geisel +++
Die Verhandlungen zur Aufhebung der Blockade ukrainischer Häfen gestalten sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schwierig. "Wir führen komplexe Verhandlungen auf mehreren Ebenen, um die Blockade unserer ukrainischen Häfen aufzuheben. Aber es gibt noch keine Fortschritte", sagt er in einer Videoansprache bei einem Treffen der Afrikanischen Union (AU). "Es wurde noch kein wirkliches Instrument gefunden, um sicherzustellen, dass Russland (die Häfen) nicht erneut angreift", so Selenskyj. Russland warf er vor, Afrika in dem Konflikt als "Geisel" zu nehmen. "Die weltweite Lebensmittel-Krise wird so lange dauern, wie dieser Kolonialkrieg andauert", sagte der Staatschef.

+++ 17:28 Nawalnys Tochter besorgt nach Verlegung ihres Vaters in Straflager +++
Die Tochter des Kremlgegners Alexej Nawalny hat sich über die Verlegung ihres Vaters in ein Straflager mit härteren Bedingungen geäußert. "Niemand hat die Anwälte oder die Familie über diese Verlegung informiert", erklärt Dascha Nawalnaja dem US-Sender CNN. Es sei besorgniserregend. Die Bedingungen in dem Gefängnis seien schlecht und weit entfernt von dem, was man sich unter typischen Gefängnissen vorstelle. "Es handelt sich um eines der gefährlichsten und berüchtigtsten Hochsicherheitsgefängnisse in Russland, das dafür bekannt ist, dass die Insassen gefoltert und ermordet werden", so die Anfang 20-Jährige. Ihr Vater werde dort von "jeglichen Informationen abgeschirmt" - es handle sich um eine Isolation, die für jeden "reine psychologische Folter" sei.

+++ 17:09 Gasfluss nach Österreich stockt weiter merklich +++
Der Gasfluss nach Österreich stockt auch am Wochenanfang. Die Liefermengen würden auf dem Niveau des Vortages, also etwa der Hälfte der angekündigten Mengen liegen, sagt eine Sprecherin des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV. Dabei handle es sich jedoch um eine Prognose, wieviel Gas tatsächlich nach Österreich fließe, könne man erst am Abend sagen. Österreich hat wie Deutschland die Frühwarnstufe im Gas-Notfallplan ausgerufen. Die Alarmstufe zu erhöhen ist nach Angaben des Regulators E-Control derzeit nicht notwendig. "Im Moment ist es so, dass auch mit den reduzierten Mengen der Verbrauch gedeckt werden kann und auch eingespeichert werden kann pro Tag", sagt Carola Millgramm, die Leiterin der Gasabteilung der E-Control. Am Sonntag sind nach Angaben der Expertin etwa 800 Gigawattstunden Gas importiert worden. Der Verbrauch sei mit rund 120 Gigawattstunden sehr niedrig gewesen. Rund 400 Gigawattstunden seien in die Speicher geflossen, der Rest werde exportiert.

+++ 16:50 Während EU-Beratungen: Selenskyj rechnet mit verstärkten Angriffen +++
Russland wird nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seine Angriffe in den kommenden Tagen angesichts der Beratungen über das Beitrittsgesuch seines Landes zur Europäischen Union verstärken. "Diese Woche sollten wir von Russland eine Intensivierung seiner feindlichen Aktivitäten erwarten", sagt Selenskyj in einer Videoansprache. "Wir sind bereit." Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag voraussichtlich entscheiden, dass die Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten erhält. Russische Truppen nahmen unterdessen weitere Gebiete im Osten der Ukraine ein.

+++ 16:12 Ukrainisches Parlament ratifiziert Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen +++
Das ukrainische Parlament hat die sogenannte Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen vor Gewalt ratifiziert. Wie das Parlament via Twitter mitteilt, stimmten 259 Abgeordnete dafür und acht dagegen. 47 Parlamentarier enthielten sich. Dies sei ein "historisches Ereignis", das die Ukraine der EU schnell näher bringe, schreibt Vizeparlamentspräsident Oleksandr Kornijenko. Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt wurde am 11. Mai 2011 in Istanbul zur Unterschrift ausgelegt. Es wurde inzwischen von dutzenden Staaten unterzeichnet. Diese verpflichten sich, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie alle Formen von häuslicher Gewalt - etwa Vergewaltigung in der Ehe - als Verbrechen einzustufen und entsprechend zu bestrafen.

+++ 15:49 US-Filmstar Ben Stiller in Kiew: "Niemand flieht einfach so aus seinem Zuhause" +++
US-Filmstar Ben Stiller hat als Sonderbotschafter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR die Ukraine besucht. Er treffe Menschen, die wegen des Kriegs hätten fliehen müssen und alles verloren hätten, erklärt er in Kiew. Anlässlich des Weltflüchtlingstags ruft der 56-jährige Schauspieler ("Nachts im Museum") auch zur globalen Solidarität auf. "Krieg und Gewalt richten Menschen auf der ganzen Welt zugrunde", sagte er auf der Plattform Instagram. "Niemand flieht einfach so aus seinem Zuhause. Schutz zu suchen ist ein Recht, das für alle Menschen gewahrt werden muss."

+++ 15:27 Kuhle und Kiesewetter fordern öffentliche Lagebilder des BND +++
Politiker von FDP und Union haben vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Veröffentlichung von Lageeinschätzungen des Bundesnachrichtendienstes (BND) gefordert. "Wenn es nach der Eskalation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine tatsächlich zu einer Zeitenwende in der deutschen Sicherheitspolitik kommen soll, dann gehört dazu auch eine informiertere öffentliche Debatte über sicherheitspolitische Fragen", sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle dem Nachrichtenportal "t-online". Für das Inland seien Informationen und Warnungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz längst Standard. Ähnlich äußert sich Roderich Kiesewetter von der CDU, der wie Kuhle Mitglied im parlamentarischen Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste ist. Kiesewetter sagt, regelmäßig zu veröffentlichende Lagebilder des deutschen Auslandsgeheimdienstes könnten das Vertrauen in die Dienste und das Bewusstsein für sicherheitspolitische Belange in der Bevölkerung stärken.

+++ 15:10 Dänemark schafft Verteidigungsvorbehalt ab und rückt militärisch an EU heran +++
Nach fast 30 Jahren Sonderstatus hat Dänemark die EU formal von seinem Beitritt zur gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik unterrichtet. Außenminister Jeppe Kofod unterzeichnete bei einer Zeremonie in Luxemburg ein Schreiben, in dem offiziell mitgeteilt wird, dass das Land seinen sogenannten EU-Verteidigungsvorbehalt zum 1. Juli abschaffen wird. Künftig könne Dänemark somit nicht nur durch die NATO, sondern auch durch die EU zur gemeinsamen Sicherheit in Europa beitragen, sagt Kofod an der Seite des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und der französischen Außenministerin Catherine Colonna. "Das ist historisch." Vor dem Eindruck des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hatte die dänische Bevölkerung am 1. Juni bei einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit für die Abschaffung des Vorbehalts gestimmt. 66,9 Prozent stimmten dafür, 33,1 Prozent dagegen.

+++ 14:48 Polen verdoppelt Zahl der Lkw-Abfertigungsstellen für Getreide aus der Ukraine +++
Polen hat an einem Grenzübergang zur Ukraine fünf zusätzliche Abfertigungsstellen für Lkw eröffnet, um den Export von Getreide aus dem Nachbarland zu erleichtern. Dies sei eine Verdoppelung der Zahl der bisherigen Abfertigungspunkte, sagt der Kanzleichef des polnischen Ministerpräsidenten, Michal Dworczyk, am Grenzübergang Korczowa-Krakowiec. Die zusätzlichen Abfertigungsstellen würden dazu beitragen, dass sich die Staus und Wartezeiten für den Güterverkehr auf beiden Seiten der Grenze verringern würden. Der ukrainische Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow sagt, dies diene auch der weltweiten Ernährungssicherheit.

+++ 14:26 Ukraine verbietet pro-russische Partei und zieht Parteivermögen ein +++
Die Ukraine hat das bereits per Dekret verhängte Verbot der pro-russischen Partei "Oppositionsplattform - Für das Leben" offiziell bestätigt. Die Justiz habe die Aktivitäten der Partei wegen "Verletzung der Souveränität" der Ukraine verboten, erklärt Justizminister Denys Maljuska. Demnach soll das gesamte Parteivermögen eingezogen werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Partei Mitte März wegen des russischen Angriffs bereits per Dekret verboten. Der als enger Vertrauter von Russlands Staatschef Wladimir Putin geltende Geschäftsmann Viktor Medwedtschuk hatte die "Oppositionsplattform - Für das Leben" 2018 gegründet. Die Partei wurde offen von Russland unterstützt. 2019 zog sie als zweitstärkste Kraft hinter Selenskyjs Regierungspartei ins Parlament ein. Medwedtschuk war im April festgenommen worden, als er nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes das Land verlassen wollte.

+++ 14:00 Söder tritt bei EU-Beitritt der Ukraine auf die Bremse: "Nichts überstürzen" +++
Der Prozess des möglichen Beitritts der Ukraine zur Europäischen Union wird sich nach Auffassung des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Markus Söder hinziehen. "Es wird ein langer Prozess sein", sagt Söder nach einer Sitzung des Parteivorstandes in München. "Wir wollen alles im Blick haben." Es müssten alle Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein solcher Beitritt möglich ist. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise sei notwendig. "Ganzheitlich heißt, ob die Europäische Union derart im Moment in der Lage wäre, eine solche Aufnahme überhaupt zu machen - wir sind da in großen Teilen skeptisch, auch Manfred Weber, ob das jetzt gelingen kann", sagt Söder. Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber ist Chef der Europäischen Volkspartei (EVP). "Deswegen: Nichts überstürzen, sondern das Ganze realpolitisch angehen", empfahl Söder.

+++ 13:41 Peskow gibt EU Schuld an reduzierten Gaslieferungen: "Wir sind verlässlich" +++
Ungeachtet deutlich gedrosselter Gaslieferungen nach Deutschland betont Russland seine Rolle als verlässlicher Energieversorger. "Russland bleibt ein maximal zuverlässiger Lieferant", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Er bekräftigt einmal mehr, dass die Ursache der derzeitigen Lieferreduktion Verzögerungen bei Reparaturarbeiten und fehlende Turbinen seien. "Das ist eine menschengemachte Krise. Sie ist von der EU erschaffen worden", so Peskow. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte den Gasfluss durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 in den vergangenen Tagen deutlich verringert und die Probleme als Folge westlicher Sanktionen dargestellt. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hingegen vermutet hinter der Entscheidung politisches Kalkül Moskaus. "Es ist offenkundig die Strategie von (Kremlchef Wladimir) Putin, uns zu verunsichern, die Preise in die Höhe zu treiben und uns zu spalten", sagte er kürzlich. "Das lassen wir nicht zu."

+++ 13:24 Krim-Chef: Ukraine beschießt Gasförderplattformen im Schwarzen Meer +++
Die ukrainische Küstenverteidigung greift prorussischen Angaben zufolge schwimmende Gasförderplattformen im Schwarzen Meer mit Raketen an. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind fünf Menschen gerettet worden, drei davon sind verletzt", sagt Krim-Chef Sergej Aksjonow in einem auf Telegram veröffentlichten Video. Nach weiteren Menschen werde mit Rettungsschiffen gesucht. Insgesamt befanden sich demnach zwölf Arbeiter auf den Plattformen. Zuvor hatte der ukrainische Parlamentsabgeordnete Olexij Hontscharenko von Raketenschlägen gegen die Förderplattformen berichtet. Das ukrainische Militär kommentiert den Vorgang zunächst nicht. Die Plattformen befinden sich etwa 100 Kilometer von der Küste des Gebiets Odessa und 150 Kilometer von der Halbinsel Krim im Schwarzmeerschelf.

Update 14:43: Im russischen Staatsfernsehen spricht Aksjonow später von bislang 21 geretteten Menschen. Insgesamt hätten sich auf den Plattformen zuletzt 109 Menschen aufgehalten.

+++ 13:10 Deutschland beschlagnahmt erstmals Immobilien von Russen +++
In Deutschland werden zum ersten Mal auf Grundlage der Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffskriegs in der Ukraine Immobilien beschlagnahmt. Wie die Staatsanwaltschaft München I mitteilt, werden drei Privatwohnungen in der bayerischen Landeshauptstadt sowie das Konto für die Mietzahlungen beschlagnahmt. Betroffen seien ein namentlich nicht genanntes Mitglied der russischen Staatsduma und dessen in München mit Wohnsitz gemeldete Ehefrau.

+++ 13:03 Sanktionen wirken - aber Russland geht von nur 16 Prozent Staatsverschuldung aus +++
Trotz steigender Ausgaben zum Schutz der heimischen Wirtschaft angesichts westlicher Sanktionen will die russische Regierung die Staatsverschuldung gering halten. Diese werde von 2022 bis 2024 höchstens 16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen, wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Finanzministerium in Moskau berichten. Die Ausgaben zur Krisenbekämpfung würden sich auf 5 Billionen Rubel (85 Milliarden Euro) belaufen. Die Haushaltsausgaben steigen demnach in diesem Jahr um 16,7 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Staatsverschuldung bei mehr als 60 Prozent des BIP.

+++ 12:46 Bundesregierung: NATO-Aufnahme von Schweden und Finnland kann ein wenig dauern +++
Die Bundesregierung dämpft Hoffnungen auf ein Einlenken der Türkei im Streit um den geplanten NATO-Beitritt von Finnland und Schweden beim Gipfel des Verteidigungsbündnisses in der kommenden Woche in Madrid. Angesichts der "historischen Dimension" der Aufnahme beider Länder wäre es "keine Katastrophe, wenn wir dafür ein paar Wochen mehr brauchen", sagt ein Regierungsvertreter in Berlin. Die Bundesregierung baue darauf, "dass es in nicht allzu ferner Zukunft zu einer guten Lösung kommt". Die Türkei blockiert derzeit die Aufnahme beider Staaten, der alle 30 NATO-Länder zustimmen müssen. Ankara beschuldigt Schweden und Finnland, der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die auch von den westlichen Verbündeten als "Terrororganisation" eingestuft wird, Unterschlupf zu gewähren.

+++ 12:31 Deutsche Welle glaubt an Rückkehr nach Moskau +++
Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle (DW) hofft eines Tages auf die Wiederaufnahme der Berichterstattung direkt aus Moskau. DW-Intendant Peter Limbourg sagt zum Auftakt einer vom Sender ausgerichteten internationalen Medienkonferenz in Bonn, er sei sicher, dass man eines Tages zurück in Moskau sei. Die DW-Journalisten müssen derzeit im Exil im lettischen Riga arbeiten. Anfang Februar hatte Russland die Schließung des Moskauer Büros der Deutschen Welle verfügt. Es gab ein Sendeverbot. Mitarbeiter mussten ihre Akkreditierungen abgeben. Der Schritt Russlands war eine Reaktion auf ein Sendeverbot der deutschen Medienregulierer für das deutschsprachige TV-Programm RT DE des russischen Staatsmediums RT gewesen. RT hatte keine Rundfunkzulassung beantragt.

+++ 12:15 FDP und CDU wollen BND-Informationen zu Bedrohungen veröffentlichen +++
Aus FDP und CDU kommen Forderungen, Informationen des Bundesnachrichtendiensts (BND) zu Bedrohungslagen zu veröffentlichen. "Wenn es nach der Eskalation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine tatsächlich zu einer Zeitenwende in der deutschen Sicherheitspolitik kommen soll, dann gehört dazu auch eine informiertere öffentliche Debatte über sicherheitspolitische Fragen", sagt der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle gegenüber "T-Online". Ähnlich sieht es laut dem Nachrichtenportal auch der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter: Regelmäßig zu veröffentlichende Lagebilder seien "ein sinnvolles Instrument". Die Maßnahme könne das Vertrauen in die Dienste und das Bewusstsein für sicherheitspolitische Belange in der Bevölkerung stärken.

+++ 11:56 Österreich will Südosteuropäer bei EU-Beitritt nicht vergessen: warten schon lange +++
Die Außenminister der Europäischen Union nehmen Beratungen über den Vorschlag der EU-Kommission auf, der Ukraine und Moldau den Status als Beitrittskandidaten zu verleihen. Österreich knüpft seine Zustimmung beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag allerdings an Fortschritte im Beitrittsprozess der Westbalkanstaaen. "Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt", warnt der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg in Luxemburg. Sein Land erwarte "beim EU-Gipfel ein klares Signal Richtung Osten, aber auch Richtung Südosten". Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Ukraine und Moldau "auf der Überholspur" seien. Er verweist darauf, dass Nordmazedonien bereits seit 17 Jahren Beitrittskandidat ist und seit zwei Jahren mit Albanien auf die Eröffnung der Beitrittsgespräche wartet. Zuletzt blockiert Bulgarien im Streit um Minderheitenrechte den Prozess. Auch der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn betont, die EU dürfe den Balkan nicht "links liegen lassen".

+++ 11:39 Medwedew will mit USA nicht über atomare Abrüstung sprechen +++
Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew lehnt Atomabrüstungsgespräche mit den USA zum jetzigen Zeitpunkt ab. Er begründet dies mit dem erkalteten Verhältnis der beiden Länder: "Wir haben derzeit keine Beziehungen zu den USA. Sie sind auf der Kelvin-Skala bei null", schreibt der Vertraute von Präsident Wladimir Putin und derzeitige Vizechef des nationalen Sicherheitsrates in einem Beitrag auf Telegram. Derzeit gebe es keinen Bedarf, mit den USA über nukleare Abrüstung zu verhandeln. "Das ist schlecht für Russland." Die USA sollten "von selbst angekrochen kommen und darum bitten".

+++ 11:23 Bundesregierung stützt Agrarbetriebe wegen Ukraine-Krieg mit 180 Millionen Euro +++
Die Bundesregierung will Agrarbetrieben, die besonders unter den Folgen des Ukraine-Kriegs leiden, mit insgesamt 180 Millionen Euro unter die Arme greifen. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt, soll das Geld vor allem Gemüse-, Obst- und Weinbauern sowie Geflügel- und Schweinezüchtern zugute zugutekommen. Die sogenannte Anpassungsbeihilfe von maximal 15.000 Euro pro Unternehmen richtet sich demnach nach Flächengröße und Tierzahl, soll bis spätestens Ende September ausgezahlt werden und ist an bestimmte EU-Nachhaltigkeitskriterien geknüpft. Für Betriebe, die die Kriterien nicht erfüllen, wird ein "Kleinbeihilfeprogramm" vorbereitet. Von den für beide Maßnahmen vorgesehenen 180 Millionen Euro kommen zwei Drittel aus dem Haushalt des Landwirtschaftsministeriums und ein Drittel von der EU.

+++ 11:01 G7-Gipfel soll über weitere Hilfen für Ukraine beraten +++
Beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau Ende Juni wird deutschen Regierungskreisen zufolge auch über weitere Hilfen für die Ukraine beraten. Die sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) wollten bei dem Treffen über die Frage sprechen, wie man die Ukraine mittel- und langfristig unterstützen könne, sagen Regierungsvertreter in Berlin. Dabei werde es um größere Summen gehen als die fünf Milliarden Euro, die die Ukraine derzeit monatlich für das Funktionieren der Regierung im Zuge des russischen Angriffs brauche. Die G7-Partner würden sich zudem zu den Energiesanktionen gegen Russland abstimmen. Bundeskanzler Olaf Scholz plane als G7-Gastgeber bilaterale Treffen mit allen Teilnehmern.

+++ 10:40 Ukraine soll Schlangeninsel massiv bombardiert haben +++
Nach ukrainischen Angaben wird die Schlangeninsel im Schwarzen Meer, die derzeit unter russischer Kontrolle ist, in den frühen Morgenstunden von zahlreichen Raketen getroffen. Unbestätigten Angaben zufolge sollen ab etwa 4.30 Uhr 30 bis 35 Explosionen auf der kleinen Insel zu hören gewesen sein. Die Insel wird in den ersten Kriegstagen von den russischen Streitkräften erobert, in den letzten Wochen fliegt die Ukraine immer wieder Angriffe darauf, vor allem mit Drohnen, und zerstört dabei sowohl Stellungen der Russen als auch Schiffe, die dort vor Anker lagen als auch Patrouillenboote, die in der Nähe der Insel unterwegs waren.

+++ 10:15 Emmerich: "Russen machen frühere Fehler jetzt nicht mehr" +++
Im Donbass können sich die ukrainischen Verteidiger der russischen Übermacht kaum noch erwehren und laufen Gefahr, eine entscheidende Schlacht zu verlieren. ntv-Russlandexperte Dirk Emmerich erklärt, wie Moskau sein Vorgehen anpasst und warum ein Waffenstillstand grade deshalb aktuell unwahrscheinlich ist.

+++ 09:49 Baerbock nennt EU-Beitrittsprozess der Ukraine "historischen Moment" +++
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock spricht mit Blick auf den EU-Beitrittsprozess der Ukraine von einem "historischen Moment". Man müsse der Ukraine deutlich machen, dass sie zu Europa gehöre, sagt Baerbock vor Beginn von Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg. Das gleiche gelte für Moldawien. Klar sei aber auch, dass es bis zu einer Aufnahme beider Länder einen schwierigen Prozess geben werde.

+++ 09:19 Ukraine verliert Kontrolle über Dorf nahe Sjewjerodonezk +++
Die ukrainischen Behörden räumen den Verlust der Ortschaft Metjolkine, südöstlich des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten des Landes ein. "Die Kontrolle über Metjolkine nahe Sjewjerodonezk ist verloren", teilt der Militärgouverneur des ostukrainischen Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, auf seinem Telegram-Kanal mit. Das russische Verteidigungsministerium meldet bereits am Sonntag die Eroberung der an Sjewjerodonezk angrenzenden Ortschaft. Der ukrainische Generalstab spricht zu dem Zeitpunkt noch von einem Teilerfolg der Russen. Laut Hajdaj haben die russischen Kräfte Artillerie- und Luftangriffe auf die Stadt selbst verstärkt, die das letzte Zentrum der ukrainischen Kräfte im Gebiet Luhansk auf der Ostseite des Flusses Siwerskyj Donez darstellt. Auch die Schwesterstadt von Sjewjerodonezk, Lyssytschansk, am Westufer des Flusses sei unter Beschuss geraten. Die Evakuierungsmaßnahmen in der Stadt für Zivilisten liefen.

+++ 08:47 Spahn fordert von Habeck längere AKW-Laufzeiten +++
Unionsfraktionsvize Jens Spahn kritisiert die Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck zur Einsparung des Gasverbrauchs als zu spät und unzureichend. "Es ist richtig, dass Robert Habeck diesen Schritt geht, über seinen Schatten springt. Nur - er geht ihn zu spät", sagt der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Die Bundesregierung sei offenkundig nicht gut vorbereitet. "Hätten wir im März schon begonnen, mehr Kohlekraftwerke, weniger Gaskraftwerke laufen zu lassen, dann wären die Speicher jetzt vielleicht schon zehn Prozent voller." Habeck geht aus Sicht von Spahn zudem nur den halben Weg, da er Kernkraftwerke nicht länger laufen lasse. Er verstehe nicht, dass der grüne Klimaminister lieber Kohlekraftwerke länger und mehr laufen lasse als CO2-neutrale Kernkraftwerke, so Spahn. Mit Blick auf Widerstand auch von Betreibern der Kernkraftwerke angesichts hoher Hürden sagt der Fraktionsvize im Bundestag, Energieversorger hätten daran keine Freude, weil es zusätzlichen Aufwand bedeute. "Aber wir sind in einer echten Notlage", so Spahn. Bevor Bürger zum Frieren aufgefordert würden, sollte die Politik alle anderen Alternativen prüfen.

+++ 08:20 Russische Luftwaffe unterstützt laut Briten Angriffe nicht ausreichend +++
Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums konzentrieren sich die russischen Luftangriffe weiterhin auf das Zentrum des Donbass. Dennoch sollen die Luftschläge schwächer als benötigt ausfallen. Die Experten halten dies für einen der wichtigsten Faktoren für das nur langsame Vorankommen der russischen Streitkräfte. Das Risiko würde minimiert und vor allem Angriffe tief hinter den feindlichen Linien vermieden. Russland verfüge zwar über moderne Kampfjets, sagen die Offiziellen, die Ausbildung der Piloten hinke dem jedoch massiv hinterher. Dabei sei es in den letzten Jahren vorrangig darum gegangen, Vorgesetzte zu beeindrucken. Zudem habe der Fokus in Russland hauptsächlich auf dem Heer und auf der Entwicklung und Produktion von Raketen gelegen.

+++ 07:59 Ein Verletzter durch ukrainischen Beschuss in Region Brjansk +++
In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine wird ein Mann nach offiziellen Angaben durch Artilleriebeschuss verletzt. "Heute morgen wurde die Ortschaft Susemka durch die ukrainischen Streitkräfte beschossen", teilt der Gouverneur der Region Brjansk, Alexander Bogomas, in seinem Telegram-Kanal mit. Eine Person sei dabei "zu Schaden gekommen", mehrere "Objekte" werden beschädigt. Bei dem Verletzten soll es sich um einen Mitarbeiter des örtlichen Energieversorgers handeln. Er wird demnach durch Splitter leicht verletzt. Beschädigt werden ein Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser. Darüber hinaus ist die Stromversorgung der Ortschaft teilweise lahmgelegt.

+++ 07:32 Erste Truppentransporter aus Australien auf dem Weg in die Ukraine +++
Australien schickt nach Angaben des Verteidigungsministeriums die ersten 4 der 14 zugesagten gepanzerten Mannschaftstransportwagen des Typs M113AS4 an die Ukraine. Sie seien vergangene Woche in Queensland in ein ukrainisches Flugzeug verladen worden, erklärt Verteidigungsminister Richard Marles. "Australien steht an der Seite der Ukraine und fordert Russland erneut auf, seine unprovozierte, ungerechte und illegale Invasion der Ukraine einzustellen." Die Kampffahrzeuge seien Teil der mehr als 285 Millionen australische Dollar umfassenden Hilfe.

+++ 07:11 RWE-Chef rechnet mit jahrelang hohen Energiepreisen +++
Der Vorstandschef des Essener Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, rechnet nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine noch jahrelang mit hohen Gas- und Strompreisen. "Es wird vermutlich drei bis fünf Jahre dauern", sagt der Manager der "Süddeutschen Zeitung" zu den Energie-Engpässen in Deutschland. "Denn es braucht Zeit, bis neue Kapazitäten geschaffen sind und andere Staaten zusätzliche Energie liefern können." Krebber begrüßt die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Kohlekraftwerke wieder hochzufahren, um dadurch Erdgas zu sparen. "Überall, wo man auf andere Energieträger umstellen kann, sollte das erfolgen." Die Drosselung von Gaslieferungen aus Russland wirke sich bereits aus. "Auch wir bekommen deutlich weniger als die vereinbarten Mengen", so der RWE-Chef. Der Konzern, der Gas- und Kohlekraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden betreibt, müsse den Brennstoff nun "zu deutlich höheren und weiter steigenden Preisen kaufen".

+++ 06:55 Streit spitzt sich zu: Kasachstan soll russische Kohletransporte blockieren +++
Die ukrainische Nachrichtenagentur berichtet, dass die Spannungen zwischen Russland und Kasachstan zunehmen. Nachdem Russland sich weigert, kasachischen Öl von Noworossijsk aus zu exportieren, reagiert nun Kasachstan mit der Blockade russischer Kohletransporte. Demnach sollen 1700 Wagons mit Kohle sich auf kasachischem Territorium befinden, die aktuell nicht weitertransportiert würden. Ausgangspunkt des Zwists war eine Distanzierung des kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew vom Angriff Russlands auf die Ukraine auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

+++ 06:36 Habeck will Gasverbrauch senken: Mittelstand fühlt sich bedroht +++
Die mittelständische Wirtschaft kritisiert die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zum Senken des Gasverbrauchs. "Angesichts der reduzierten russischen Gaslieferungen macht sich im Mittelstand zunehmend die Sorge breit, bei der Energieversorgung zwischen den warmen Wohnzimmern von Privatverbrauchern und dem Rohstoffbedarf der Großindustrie den Kürzeren zu ziehen", sagt Markus Jerger, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Habecks Planungen, Gas über Auktionen zu verteilen, seien für den Mittelstand "keine wirklich beruhigenden Aussichten", kritisiert Jerger: "Die kleinen und mittleren Unternehmen werden beim Bieten mit der zahlungskräftigen Großindustrie nicht mithalten können. Die Bundesregierung muss aufpassen - noch eine Versorgungskrise nach Corona und den Höchstpreisen für Energie, und im Mittelstand gehen langsam die Lichter aus."

+++ 06:19 Militärexperten: Moskau behindert sich mit "militärischer Spezialoperation" selbst +++
Russlands Überlegenheit bei der Artilleriebewaffnung reicht Militärexperten zufolge nicht für die Einnahme des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aus. "Russlands konzentrierte Artilleriekapazität gepaart mit wohl geschwächten Infanterieeinheiten bleibt unzureichend, um russische Fortschritte in Sjewjerodonezk zu erzielen", heißt es in der jüngsten Analyse des Institute for the Study of the War (ISW) vom Sonntagabend. Russische Truppen kämpften zwar weiter um die Kontrolle der Stadt, hätten aber wenig Fortschritte am Sonntag gemacht. Russland dürfte den Experten zufolge weiter versuchen, die ehemalige Großstadt einzukesseln und die dort verbliebenen ukrainischen Kräfte, die sich weitgehend im Chemiewerk Azot verschanzt haben, vom Nachschub abzuriegeln. Nach Einschätzung des ISW behindert Moskau den Erfolg seiner Invasion selbst dadurch, dass es immer noch von einer "militärischen Spezialoperation" statt von einem Krieg spricht. Das hindere Russland an einer Mobilmachung, um weitere Kräfte zu generieren. Zudem fehle so dem Kreml die rechtliche Handhabe, um Soldaten zu bestrafen, die sich einem Einsatz verweigerten.

+++ 05:55 von der Leyen glaubt fest an EU-Kandidatenstatus der Ukraine +++
Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel äußert sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überzeugt, dass die Ukraine den Kandidatenstatus bekommen wird. "Ich gehe fest davon aus, dass wir einen positiven Bescheid kriegen, Unterstützung kriegen, die Weichen sind jetzt gestellt", sagt von der Leyen am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Anne Will". "Natürlich ist das eine historische Entscheidung, die auch der Europäische Rat jetzt treffen muss, aber die Vorbereitungen sind gut", sagt sie und fügt hinzu: "Ich bin zuversichtlich." Die EU-Kommission spricht sich am Freitag dafür aus, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für einen Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. Am kommenden Donnerstag und Freitag beraten die 27 EU-Staaten in Brüssel über diese Empfehlung - und auch über den Beitrittsantrag Georgiens, das aus Sicht der EU-Kommission für den Status erst noch Auflagen erfüllen muss.

+++ 05:29 Entwicklungsministerin Schulze: "Hungerkrise wird uns Jahre herausfordern" +++
Entwicklungsministerin Svenja Schulze will Entwicklungsländer langfristig unabhängiger von Getreideimporten machen. "Diese Hungerkrise ist nicht in ein paar Wochen vorbei, sondern wird uns Jahre herausfordern", sagt die SPD-Politikerin der "Welt". Zunächst müsse nun schnelle Hilfe für Länder organisiert werden, die schon unter den Folgen ausbleibender Lieferungen aus Russland und der Ukraine litten. "Auf Dauer aber hilft es nur, dass die betroffenen Länder wieder in die Lage versetzt werden, mehr selbst zu produzieren, und zwar klimaangepasst und nachhaltig." Bislang würden sich viele Länder auf einzelne Lieferanten verlassen und neben Weizen, Mais und Reis zu wenig auf Vielfalt setzen. Das räche sich nun. Auf dem bevorstehenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau will Schulze entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringen.

+++ 04:38 Gesperrtes Oligarchen-Vermögen in der EU seit April fast verdoppelt +++
Russische Oligarchen und Einrichtungen haben infolge der europäischen Sanktionen Zugriff auf Luxusjachten, Hubschrauber, Gemälde, Immobilien und andere Vermögen im Wert von mehr als 12,5 Milliarden Euro verloren. "Der Betrag der eingefrorenen Vermögen von russischen Oligarchen hat sich nahezu verdoppelt von 6,7 Milliarden Euro im April auf aktuell etwas mehr als 12,5 Milliarden Euro", sagt der Sprecher für Justizfragen und Rechtsstaatlichkeit der EU-Kommission, Christian Wigand, der "Welt". Der steile Anstieg der eingefrorenen Vermögen sei "maßgeblich" auch darauf zurückzuführen, dass in den vergangenen Wochen besonders in Deutschland zahlreiche Vermögenswerte ausfindig gemacht und gesperrt wurden, zitiert das Blatt aus Kreisen der EU-Kommission, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

+++ 03:52 Industrie unterstützt Habecks Gassparpläne +++
Die Industrie befürwortet Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck, angesichts der Drosselung russischer Gaslieferungen den Gasverbrauch zu senken. "Wir müssen den Verbrauch von Gas so stark wie möglich reduzieren, jede Kilowattstunde zählt. Priorität muss sein, die Gasspeicher zu füllen für den kommenden Winter", sagt Industriepräsident Siegfried Russwurm. Deutschland müsse möglichst viele andere Quellen auftun. Unternehmen müssten umstellen zum Beispiel auf Öl, wo das gehe. "Aber eine Reihe industrieller Prozesse funktioniert nur mit Gas. Ein Gasmangel droht zum Stillstand von Produktion zu führen", so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Die Gasverstromung müsse gestoppt und sofort Kohlekraftwerke aus der Reserve geholt werden, bekräftigt Russwurm.

+++ 03:00 Selenskyj erwartet vermehrte Angriffe wegen EU-Verhandlungen +++
Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wird Russland seine Angriffe in dieser Woche angesichts der Beratungen über das Beitrittsgesuch der Ukraine zur Europäischen Union verstärken. "Diese Woche sollten wir von Russland eine Intensivierung seiner feindlichen Aktivitäten erwarten", sagt Selenskyj in seiner aktuellen Videoansprache. "Wir sind bereit." Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU werden die Frage auf einem Gipfel am Donnerstag und Freitag erörtern. Es wird erwartet, dass sie den Antrag der Ukraine trotz Bedenken einiger Mitgliedstaaten befürworten werden. Der Beitrittsprozess könnte sich über mehrere Jahre hinziehen.

+++ 02:11 Österrreich reaktiviert Kohlekraftwerk +++
Angesichts gedrosselter russischer Gaslieferungen wird Österreich ein abgeschaltetes Kohlekraftwerk reaktivieren. Die Behörden und der größte österreichische Stromerzeuger, der Verbund-Konzern, arbeiteten daran, das Kraftwerk im südösterreichischen Mellach wieder für den Betrieb mit Kohle zu rüsten, gibt das Bundeskanzleramt bekannt. Zuvor hatte das Krisenkabinett der konservativ-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Karl Nehammer getagt. Das nahe Graz in der Steiermark gelegene Kraftwerk Mellach war im Frühjahr 2020 als letztes Kohlekraftwerk Österreichs vom Netz genommen worden.

+++ 00:07 Kuleba: Ende von Waffenlieferungen würde Ukraine nicht an den Verhandlungstisch zwingen +++
Die Ukraine würde auch im Falle eines Endes westlicher Waffenlieferungen den Kampf gegen Russland weiterführen, sagt Außenminister Dmytro Kuleba bei "Anne Will". "Wenn wir keine Waffen erhalten, in Ordnung, dann werden wir mit Schaufeln kämpfen, aber wir werden uns verteidigen, denn dieser Krieg ist ein Krieg um unsere Existenz". Niemand im Westen solle glauben, dass die Ukraine ohne Waffenlieferungen eher zu Zugeständnissen bereit wäre, betont Kuleba.

+++ 23:00 CDU-Politiker: Unsere Freiheit wird in der Ukraine verteidigt +++
Der CDU-Verteidigungspolitiker Johann Wadephul sagt bei "Anne Will", in der Ukraine werde auch die Freiheit Deutschlands verteidigt. Auf die Frage der Moderatorin, ob Solidarität und Verständnis der Deutschen für die Unterstützung der Ukraine über Jahre anhalten werden, sagt Wadephul, er hoffe das. An den SPD-Politiker Michael Müller gewandt fügt er hinzu: "Peter Struck, Ihr leider schon verstorbener früherer Fraktionsvorsitzender hat ja mal gesagt, dass unsere Freiheit und Sicherheit am Hindukusch verteidigt wird. Heute geschieht das in der Ukraine. Das ist so und das müssen wir den Menschen erklären."

+++ 22:27 Kuleba nennt Scholz "entgegenkommend" +++
Bei "Anne Will" ist auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba zugeschaltet. Der sagt, die Ukraine habe "offene, aber auch diskrete Diskussionen" über das Thema Waffenlieferungen mit Deutschland geführt. "Wir denken, dass Deutschland mehr tun kann, wir hoffen, dass Deutschland mehr tun wird", aber es liege an der Bundesregierung, diese Entscheidung zu treffen, auch mit Blick auf die deutsche Verteidigungsfähigkeit. Kanzler Scholz sei in den Gesprächen mit der Ukraine "sehr entgegenkommend" gewesen "bei der Frage der Zusammenarbeit im Bericht der Verteidigung", entgegenkommender als in früheren Gesprächen. Die Vorstellung, dass Waffenlieferungen den Krieg befeuern, weist Kuleba zurück. "Je später Sie uns die Waffen schicken, desto mehr Waffen werden vorher sterben", sagt der Außenminister.

+++ 22:05 Von der Leyen zuversichtlich mit Blick auf Kandidatenstatus der Ukraine +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont, dass der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union kein Selbstläufer ist. 1999 habe sowohl die Türkei als auch die Slowakei eine EU-Beitrittsperspektive bekommen, sagt von der Leyen in der Sendung "Anne Will" mit Blick auf die aktuellen Bewerbungen der Ukraine, der Republik Moldau und Georgiens. Die Slowakei habe sich "enorm angestrengt" und sei 2004 Mitglied der Europäischen Union geworden. "Wir sehen, dass die Türkei heute nach wie vor eher weiter entfernt ist von uns als damals. Das heißt, es hängt wirklich vom Bewerbungsland ab, wie entschlossen es ist, diesen Weg in die Europäische Union zu gehen."

Zugleich zeigt sie sich optimistisch, dass die Ukraine beim EU-Gipfel am kommenden Donnerstag den Kandidatenstatus erhält. "Die Vorbereitungen sind gut, die Weichen sind gestellt und ich bin zuversichtlich."

+++ 21:40 Ukrainische Armee: Russland bereitet Offensive auf Slowjansk vor +++
Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Armee bereitet Russland eine Offensive gegen die Stadt Slowjansk im Bezirk Donezk vor. Weiterhin greifen russische Truppen zudem das Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Bezirk Luhansk an, um die vollständige Kontrolle über die Stadt zu erlangen. Diese Bemühungen seien bisher erfolglos geblieben, so der Generalstab auf Facebook. Bei Berestowe im Bezirk Donezk hätten ukrainische Truppen eine russische Offensive zurückgeschlagen.

+++ 21:00 Wodka "Selenskyjs Tränen" in Moskauer Supermarkt +++
In Moskauer Supermärkten wird offenbar ein Wodka mit dem Namen "Selenskyjs Tränen" verkauft. Das geht aus einem Tweet von Matthew Luxmoore hervor, dem Moskauer Reporter des "Wall Street Journal", der sich seinem Twitter-Profil zufolge derzeit in der Ukraine aufhält. "Die russischen Invasoren sind stolz auf ihre völkermörderische Graumsamkeit", kommentiert die Kolumnistin und Russland-Expertin Julia Davis.


Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, als/ino/dpa/rts/AFP

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