Politik

Freie-Wähler-Chef im "Frühstart" Aiwanger will ungeimpft fürs Impfen werben

Über sich selbst will Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger beim Thema Impfen nicht mehr sprechen, generell hält er Corona-Immunisierungen aber schon für wichtig. Außerdem plädiert er für weitere Lockerungen - wenn die Zahlen es zulassen.

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat sich für eine baldige Aufhebung aller Corona-Einschränkungen ausgesprochen. "Irgendwann wird man nicht mehr umhinkommen, auch zu öffnen und zu sagen, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Der Staat kann nicht noch fünf Jahre Corona managen", sagte Aiwanger im "Frühstart" von ntv. In diesem Herbst sollte der Staat "noch etwas darüber schauen". Dennoch: "Wenn sich die Zahlen jetzt nicht massiv erhöhen sollten und die Hospitalisierung uns nicht davonläuft, sollten wir ernsthaft diesen Schritt überlegen. Die Verantwortung in die Hände der Bevölkerung zurückzugeben", so Aiwanger.

Vorläufig sei es aber richtig, die Menschen zu animieren, die 3G-Methoden anzuwenden und genügend Vorsicht walten zu lassen. 3G steht für geimpft, genesen und getestet und beschreibt die Zugangsvoraussetzungen für diverse Veranstaltungen.

Auf die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, bei steigenden Inzidenzzahlen eine 2G-Regel einzuführen, reagierte Aiwanger zurückhaltend: "Wir Freien Wähler sind weiterhin davon überzeugt, dass 3G die richtige Lösung ist." Niemand sollte ausgesperrt und ausgegrenzt werden. "Wir sind gut beraten, diese 3G-Situation weiterhin zu akzeptieren", so der stellvertretende bayerische Ministerpräsident.

In der Frage des Impfens bemühte sich Aiwanger zunächst um klare Worte. "Das Impfen ist ein wichtiges Werkzeug, ich unterstütze das auch. Ich arbeite hier nicht dagegen", sagte er. "Trotzdem soll es die freie Entscheidung des Einzelnen bleiben, was er mit seinem Körper letztendlich tut."

Aiwanger kritisierte, dass in der öffentlichen Debatte immer größerer Druck auf Ungeimpfte aufgebaut werde. In eigener Sache sagte er: "Ich will jetzt die Debatte von mir wegbekommen, nicht immer: 'Lässt sich der Aiwanger impfen oder lässt er sich nicht impfen?'" Söder und andere CSU-Politiker hatten ihren Koalitionspartner für seine Impfverweigerung scharf kritisiert. Aiwanger hatte er von einer "Jagd" auf Ungeimpfte gesprochen und auch vor einer "Apartheids-Debatte" gewarnt.

Im "Frühstart" sagte er, es seien immer noch 20 bis 30 Prozent der Menschen ungeimpft. "Diesen Leuten müssen wir Informationsangebote und Überzeugung anbieten, damit sie diesen Weg mitgehen", so Aiwanger.

Quelle: ntv.de, ako

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