Politik

Nach Beschattung festgenommen Algerier soll Bombe in Lyon gelegt haben

Ein 24-jähriger Informatikstudent aus Algerien gilt als mutmaßlicher Attentäter von Lyon: Der junge Mann soll die Paketbombe abgelegt haben, die in Lyon 13 Menschen verletzte. Nach einer Beschattungsaktion nehmen Anti-Terror-Kräfte ihn und drei weitere Familienmitglieder fest.

Drei Tage nach dem Anschlag in Lyon hat die französische Polizei vier Verdächtige festgenommen. Als mutmaßlicher Haupttäter gilt nach Angaben der Behörden ein 24-jähriger Student aus Algerien. Zudem nahm die Polizei seine Eltern vorläufig in Gewahrsam und einen weiteren jungen Mann aus seiner Familie. Bei der Detonation einer Paketbombe waren am Freitag 13 Menschen leicht verletzt worden.

Bei dem mutmaßlichen Haupttäter soll es sich um einen Informatikstudenten handeln. Nach Angaben des Bürgermeisters von Lyon, Frankreichs Ex-Innenminister Gérard Collomb, nahm die Polizei den Studenten am Morgen an einer Bushaltestelle fest. Widerstand leistete er demnach nicht.

Angaben zum Hintergrund und zum möglichen Motiv des mutmaßlichen Täters machten die Behörden nicht. Die Ermittler hatten ihn nach dem Anschlag beschattet, da sie in seiner Wohnung Sprengstoff vermuteten. Der Mann war dem Vernehmen nach zuvor nicht durch andere Taten aufgefallen.

Sprengstoffexperten durchsuchen Wohnung

Daneben nahm die Polizei auch die Eltern des Hauptverdächtigen vorläufig in Gewahrsam. Zudem wurde ein volljähriger Gymnasiast festgenommen, der aus seinem familiären Umfeld stammt. Auch der Schüler ist den Behörden zufolge algerischer Staatsbürger. Die Ermittler befragten überdies die Schwester des mutmaßlichen Attentäters, wie die zuständige Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte.

Die Polizei durchsuchte mehrere Stunden lang die Wohnung der Familie in einem Vorort von Lyon. Auch Sprengstoffexperten waren im Einsatz. Die Ermittler vermuten, dass der Täter kleine Mengen des Sprengstoffs TATP verwendete. Die hochexplosive Substanz wird häufig von Dschihadisten eingesetzt, etwa bei den Pariser Anschlägen im November 2015 mit 130 Toten. Zu der Explosion von Lyon hat sich bisher jedoch niemand bekannt.

Der Täter soll die mit Schrauben und Metallkugeln gefüllte Tasche am Freitagabend in einer Fußgängerzone in der Altstadt von Lyon deponiert haben. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat ein.

DNA-Spur auf dem Bombenbeutel

Innenminister Christophe Castaner dankte den Ermittlern - darunter auch dem Inlandsgeheimdienst DGSI - im Onlinedienst Twitter für ihre Arbeit. Sie hatten auf der detonierten Tasche eine DNA-Spur gefunden. Ob diese von dem Täter stammt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Die Polizei hatte nach der Tat ein Fahndungsfoto des Hauptverdächtigen veröffentlicht, das von einer Überwachungskamera kurz vor der Explosion aufgenommen worden war. Der Mann auf einem schwarzen Fahrrad wurde zum Zeitpunkt der Detonation in der Nähe des Tatorts beobachtet und trug einen dunklen Rucksack bei sich. Die Polizei beschrieb ihn als "gefährlich". Nach Angaben eines Ermittlers gingen daraufhin mehr als 250 Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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