Politik

Stress um Auslieferung Assange hatte leichten Schlaganfall

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Wikileaks-Gründer Julian Assange ist derzeit in Großbritannien inhaftiert.

(Foto: Mark Makela/imago )

Seit Jahren schon steht Julian Assange im Mittelpunkt internationaler juristischer Auseinandersetzungen. Der Stress habe deutliche gesundheitliche Folgen, berichtet Assanges Verlobte Stella Moris.

Der in Großbritannien inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange hat nach Angaben seiner Verlobten Stella Moris im Gefängnis einen leichten Schlaganfall erlitten. Der Vorfall habe sich am 27. Oktober ereignet, dem Tag, an dem die USA gegen ein in Großbritannien gerichtlich verfügtes Auslieferungsverbot in Berufung gegangen waren. Assange erschien damals im Laufe der Anhörung überraschend per Videoschalte, um die Anhörung aus dem Gefängnis zu verfolgen, nachdem ihn sein Anwalt zuvor entschuldigt hatte. Die Medikamente des 50-Jährigen seien neu dosiert worden, er fühle sich gesundheitlich nicht in der Lage, das Verfahren zu verfolgen, hieß es zu dem Zeitpunkt.

Laut der "Mail on Sunday" handelte es sich um eine sogenannte transitorische ischämische Attacke, bei der die Blutversorgung des Gehirns zeitweise unterbrochen wird. Der Wochenzeitung zufolge traten bei Assange als Folgen ein hängendes rechtes Augenlid, Gedächtnisverlust und Anzeichen für neurologische Schäden auf. Er nehme nun Medikamente, hieß es. Moris sagte dem Blatt, sie befürchte einen weiteren schwereren Schlaganfall. Es stelle sich die Frage, ob Assange gesundheitlich in der Lage sei, einen Auslieferungsprozess durchzustehen.

"Ich denke, dieses ständige Schachspiel, Kampf nach Kampf, der extreme Stress ist es, was Julians Schlaganfall ausgelöst hat", sagte Moris, die mit Assange zwei kleine Kinder hat und auch zu seinem Verteidiger-Team gehört. Bei Twitter forderte sie seine sofortige Freilassung.

Tauziehen geht weiter

In den USA drohen dem 50-jährigen Australier bis zu 175 Jahre Haft. Er ist dort wegen Spionage angeklagt. Vorgeworfen wird ihm, mit der Whistleblowerin Chelsea Manning, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht zu haben. Am Freitag hatte ein britisches Berufungsgericht ein Auslieferungsverbot an die USA aufgehoben, der Fall geht nun an ein Londoner Bezirksgericht zurück, allerdings mit der Anordnung, ihn Innenministerin Priti Patel für eine endgültige Entscheidung innerhalb von 28 Tagen vorzulegen.

Assange muss nun damit rechnen, doch noch an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. Seine Verteidiger kündigten bereits an, die Entscheidung anfechten zu wollen. Seit zweieinhalb Jahren sitzt Assange in London in Haft. Zuvor hatte er sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft gelebt, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort sollte ihm wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs der Prozess gemacht werden, die Anschuldigungen wurden jedoch fallen gelassen.

Der Fall sorgt seit Jahren international für Aufsehen. Assanges Unterstützer haben die Verfahren immer wieder als politisch motiviert kritisiert.

Quelle: ntv.de, sba/AFP

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