Politik

Regierungen sind am Zug Atomgespräche mit Iran beendet - Vertrag liegt vor

239921252.jpg

In Wien verhandelten der Iran und weitere Staaten über eine Neuauflage des Atomabkommens.

(Foto: picture alliance / VIE7143)

Fast zwei Jahre ringen mehrere Länder um ein Atomabkommen mit dem Iran. Ziel es ist, nach der Kündigung durch US-Präsident Trump eine Anschlussvereinbarung zu finden. Nun liegt ein Dokument vor, über das in den Hauptstädten der Verhandler entschieden wird.

Die Gespräche zur Wiederherstellung des Atomabkommens zwischen dem Iran und sechs weiteren Staaten sind für beendet erklärt worden. Der Text sei fertig und werde nun vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in den Hauptstädten der beteiligten Länder vorgelegt, sagte ein hoher EU-Vertreter in Wien. "Sie müssen nun Ja oder Nein sagen", so der Diplomat. Es gebe nichts mehr zu verhandeln. Aus seiner Sicht handle es sich um einen "sehr guten Kompromiss für alle Beteiligten". Mit einer Antwort nach fast zweijährigen Verhandlungen rechne er "in wenigen Wochen, sehr, sehr wenigen Wochen".

In einem diplomatischen Kraftakt hatten Vertreter aus den USA und dem Iran sowie anderen Ländern seit einigen Tagen nochmals in Wien versucht, zu einer Einigung zu kommen, um US-Sanktionen wieder aufzuheben und Teherans Atomprogramm wieder einzuschränken. Das waren die ursprünglichen Ziele eines Paktes von 2015, der Teheran am Bau von Atomwaffen hindern sollte. Die USA hatten das Abkommen 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump verlassen. An den Verhandlungen in Wien war auch Deutschland beteiligt.

Mehr zum Thema

Die Verhandlungen waren zuletzt monatelang unterbrochen. Erst vergangene Woche waren die Gespräche wieder aufgenommen worden. Dazu hatte der EU-Koordinator erst den russischen Botschafter, danach den chinesischen Vertreter und schließlich den iranischen Chefunterhändler getroffen. Zuvor hatte der EU-Außenbeauftragte Borrell einen Kompromissentwurf vorgelegt und alle Seiten aufgefordert, diesen anzunehmen, um "eine gefährliche Atomkrise zu vermeiden".

Grund für die monatelange Unterbrechung waren Differenzen zwischen Teheran und Washington. Beide Seiten verhandeln in Wien nur indirekt über einen EU-Vermittler. Auch in Katar hatten Ende Juni indirekte Atom-Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattgefunden, die jedoch nach zwei Tagen ohne Durchbruch beendet worden waren.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen