Politik

Auszüge aus Putins Ansprache "Auf unseren historischen Gebieten wird ein 'Anti-Russland' geschaffen"

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Putin hat am Tag vor dem Einmarsch in die Ukraine die gefallenen Soldaten der vergangenen Kriege geehrt.

(Foto: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin)

In der Nacht überfällt Russland die Ukraine. In einer TV-Ansprache wendet sich Präsident Putin an sein Land, den Westen und die ukrainischen Soldaten. Dabei droht er mit einer nie dagewesenen Reaktion, sollte sich ihm die NATO militärisch in den Weg stellen.

"Der fortgesetzte Ausbau der Infrastruktur des NATO-Bündnisses und die militärische Erschließung des Territoriums der Ukraine sind für uns inakzeptabel. Das Problem ist natürlich nicht nur die Organisation NATO selbst - sie ist nur ein Instrument der US-Außenpolitik.

Das Problem besteht darin, dass in unseren Nachbargebieten - ich betone: auf unseren eigenen historischen Gebieten - ein 'Anti-Russland' geschaffen wird, das uns feindlich gesinnt ist und das vollständig unter externer Kontrolle steht, in dem Streitkräfte der NATO-Staaten eingesetzt werden und das von der NATO mit den modernsten Waffen ausgestattet wird. (...)

Wie ich bereits in meiner vorherigen Rede sagte, können wir das, was dort drüben (im Donbass) geschieht, nicht ohne Mitgefühl betrachten. (...) Dieser Albtraum musste sofort beendet werden - ein Völkermord an Millionen von Menschen, die dort leben und ihre Hoffnungen nur auf Russland setzen. Genau diese Wünsche, Gefühle und das Leid der Menschen waren der Hauptgrund für uns, die Volksrepubliken des Donbass anzuerkennen. (...)

"Ich rufe Euch auf, sofort die Waffen niederzulegen"

Uns blieb keine andere Wahl, Russland, unser Volk, zu verteidigen. Die Umstände verlangen von uns, dass wir entschlossen und schnell handeln. Die Volksrepubliken des Donbass haben Russland um Hilfe gebeten. Gemäß Artikel 15 Absatz 7 der Charta der Vereinten Nationen und im Rahmen der am 22. Februar ratifizierten Verträge über Freundschaft und gegenseitigen Beistand mit der Volksrepublik Donezk habe ich die Entscheidung für eine besondere Militäroperation getroffen.

Ihr Ziel ist es, die Menschen zu schützen, die seit acht Jahren vom Kiewer Regime misshandelt und ermordet werden. Zu diesem Zweck werden wir uns um die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine bemühen und jene vor Gericht stellen, die zahlreiche blutige Verbrechen an Zivilisten, einschließlich Bürgern der Russischen Föderation, begangen haben. Aber eine Besetzung der ukrainischen Gebiete ist in unseren Plänen nicht vorgesehen. Wir beabsichtigen nicht, irgendjemandem etwas aufzuzwingen. (...)

Ich muss mich an die Soldaten der ukrainischen Streitkräfte wenden. Liebe Genossen! Eure Väter, Großväter, Urgroßväter haben nicht gegen die Nazis gekämpft und unser gemeinsames Vaterland verteidigt, damit die heutigen Neonazis die Macht in der Ukraine übernehmen. (...)

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Ich rufe Euch auf, sofort die Waffen niederzulegen und nach Hause zurückzukehren. Ich sage klar: Alle Soldaten der ukrainischen Armee, die diese Anforderung erfüllen, können das Schlachtfeld ungehindert verlassen und zu ihren Familien zurückkehren.

Nun ein paar wichtige, sehr wichtige Worte an diejenigen, die versucht sein könnten, sich von außen in das aktuelle Geschehen einzumischen: Jeder, der versucht, sich bei uns einzumischen, oder mehr noch, eine Bedrohung für unser Land und unser Volk zu schaffen, muss wissen, dass Russlands Antwort sofort erfolgen und zu solchen Konsequenzen führen wird, wie Sie sie in Ihrer Geschichte noch nie erlebt haben. Wir sind auf jede Entwicklung der Ereignisse vorbereitet. Alle notwendigen Entscheidungen wurden in dieser Hinsicht getroffen. Ich hoffe, dass ich gehört werde."

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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